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Marathonvorbereitung: Beim Fitnesstest geht es an die Belastungsgrenze

Von (fast) null auf Marathon : Beim Fitnesstest geht es bis an die Belastungsgrenze

Redakteur Gordon Binder-Eggert war bei Fühlbar Fit in Cronenberg und hat dort eine Leistungsdiagnostik absolviert. Ein schweißtreibendes Erlebnis.

Zwei Wochen intensiver Trainingsplan liegen inzwischen hinter mir. Michael Dohr vom Laufladen Bunert hatte mir im Rahmen des Projekts #dein­erstermarathon zuletzt sechs Trainingseinheiten pro Woche verordnet – Laufeinheiten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, Radsport und Krafttraining zur Stabilisierung des Rumpfes.

Ganz nach Plan verlief diese Woche aber nicht. Denn der Montag war für mich nach einem kleinen Sturz mit dem Rennrad am Wochenende erst einmal ein Ruhetag. Bis auf ein paar blaue Flecke gibt es zum Glück keine größeren Schäden, die verhindern, dass ich am letzten Septemberwochenende die 42,195 Kilometer angehe, wenngleich auch nicht in Berlin.

Spannend wurde es am Dienstag, als im Sportstudio Fühlbar Fit in Cronenberg die Leistungsdiagnostik anstand. Inhaber Sven Steup, ehemaliger Fußballspieler und Trainer der deutschen Rollhockey-Nationalmannschaft der Männer sowie des Rollhockey-Bundesligisten RSC Cronenberg, erklärte mir das Prozedere. Ich würde auf dem Laufband Intervalle mit verschiedenen Geschwindigkeiten laufen, an dessen Ende dann jeweils eine Spiroergometrie stattfindet. Dabei handelt es sich um eine Methode zur Leistungsmessung durch Analyse der Atemgase und Auswertung der Atem-, Herz-, Kreislauf- und Stoffwechselreaktionen. Sieht komisch aus, fühlt sich auch so an, liefert am Ende aber genaue Daten.

Zum Start des Tests stellt Steup das Laufband zunächst auf 7 km/h ein. Auf der Skala von „Äußerst leicht“ bis „Äußerst anstrengend“, die mir der 44-Jährige vor Augen hält, wähle ich ersteres. Das Tempo ist für mich ein schnellerer Spaziergang. Auch ein Tempo von acht, neun und zehn Stundenkilometern erscheinen durchaus noch leicht oder sind zumindest aufgrund des Trainings machbar.

Spätestens ab dem sechsten Intervall, die Geschwindigkeit ist inzwischen auf zwölf Kilometer pro Stunde eingestellt, wird es anstrengend. Das bestätigt am Ende auch ein Blick auf die Auswertung. Mein Körper greift bei diesem Tempo schon nur noch zu 16 Prozent auf die Fettreserven zurück, die restliche Energie liefern Kohlenhydrate. Im Eingangsintervall lag das Verhältnis noch bei 63 zu 37 Prozent zugunsten der Fettverbrennung. Bei 14 Stundenkilometern powern nur noch die Kohlenhydrate, nach Tempo 16 km/h entscheide ich mich für einen Abbruch, wenngleich mir Sven Steup anhand der Daten bescheinigt, dass wahrscheinlich ein Tempo von bis zu 18 oder 19 km/h möglich gewesen wären. Aber soweit fühle ich mich an diesem Tag noch nicht.
Auch so liefert die Leistungsdiagnostik ein zufriedenstellendes Ergebnis. Steup analysiert: „Du hast in jedem Fall eine gute Grundlage, auf der man durch gezieltes Training aufbauen kann.“ Auch die maximale Sauerstoffversorgung (VO2Max) sei mit einer Aufnahme von 46,5 Millilitern pro Minute durchaus positiv zu sehen. Zum Spitzensportler reicht es indes noch nicht: Die kommen auf eine VO2Max von mehr als 80.