Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal will Menschen integrieren

Musik : Mit der Mandoline zur Integration

Die Makoge hat seit Oktober 2015 jugendliche Flüchtlinge unterrichtet. Gut 60 Interessierte haben bis Ende 2018 kostenlosen Musikunterricht bekommen.

Mandolinenklänge hat wohl jeder schon einmal gehört, der Filmklassiker liebt. In dem Film „Dr. Schiwago“ kommt dem zittrigen Klang des Zupfinstruments eine besondere Rolle zu: Das Mandolinenstück „Lara‘s Theme“ steht für die tragische Liebe Dr. Schiwagos zu Larissa Antipowa und ist wohl das bekannteste Lied des Soundtracks. Mandolinen spielen aber auch heute in Wuppertal noch eine besondere Rolle – und zwar bei der aktuellen Völkerverständigung.

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal (Makoge) hat seit Oktober 2015 jugendliche Flüchtlinge unterrichtet. Gut 60 Interessierte haben bis Ende 2018 kostenlosen Musikunterricht bekommen. In den Räumen der Bergischen Musikschule haben sie Gitarre oder Mandoline gelernt. Der Unterricht wurde wöchentlich durch qualifizierte Lehrkräfte in Einzelunterricht sowie in Kleingruppen bis zu drei Personen gegeben.

„Die Idee war, den Menschen, die nach Wuppertal gekommen sind und nichts zu tun hatten, eine Beschäftigung und ein Gemeinschaftsgefühl zu bieten“, sagt Thomas Horrion, Vize-Vorsitzender der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal. Das Projekt stelle ein bedeutendes Stück Integrationsarbeit dar. So ist aus dem Projekt das Ensemble Al Watan hervorgegangen, welches sich aus 20 jungen Menschen aus sechs Nationen zusammensetzt, die zur Hälfte aus dem Kreis der Geflüchteten besteht und zur Hälfte aus Mitgliedern und Freunden der Makoge.

„Wir zeigen zum einen, dass man gut miteinander etwas machen kann, zum anderen setzen wir mit unserem Projekt ein Zeichen gegen Hetze“, sagt Horrion über die Auftritte in der Unihalle für „Wuppertal hilft“. Das gemeinsame Musizieren helfe bei der Integration. Die Projektteilnehmer fragten von sich aus, ob sie öfter proben könnten, seien also von sich aus interessiert, gemeinsam etwas zu machen, so Horrion.

Eine Ehrung kam bereits von
Kanzlerin Angela Merkel

„Es ist schön zu sehen, dass sich aus einer Idee etwas entwickelt, was in Wuppertal und darüber hinaus gut ankommt“, sagt Thomas Horrion, der für das Engagement der Makoge bereits von Bundeskanzlerin Angela Merkel geehrt wurde. Bisher sei der Verein mit allen Bitten offene Türen eingerannt. „Uns ist immer geholfen worden“, erzählt Horrion und nennt als Beispiel die Suche nach einem neuen Probenraum, die sich schnell erledigt hatte. „Das ist eine Sache, die weiterhin motiviert.“

Seit Anfang dieses Jahres müssen sich die geflüchteten Schüler an der Musikschule anmelden. Makoge zahlt die Hälfte des Beitrags, die Schüler die andere Hälfte. 24 Schüler haben sich entschieden, weiter Mandolinen- oder Gitarrenunterricht zu nehmen. Um das Geld für den Musikunterricht aufzubringen, benötigt die Mandolinen-Konzertgesellschaft Spenden.

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