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Luisenviertel: „Wir wollen ja reden“

Luisenviertel: „Wir wollen ja reden“

Der Lärm habe nachts zugenommen. Die Anwohner hoffen auf Diskussion.

Luisenviertel. In einer Ausgabe des Luisenviertel-Magazins in der WZ ist auch ein Grußwort von Andreas Mucke abgedruckt. „Es ist Kult, im Luisenviertel zu wohnen“, heißt es da. Einige Bewohner können darüber nur lächeln. „Er kann ja gerne einmal zu uns ziehen. Mal gucken, ob er dann noch immer neidisch ist“, sagt eine Anwohnerin gegenüber der WZ. Sie spricht für 15 Mietparteien an der Ecke Luisenstraße/Obergrünewalder Straße, die sich kürzlich über ein Schreiben ihres Vermieters an die Bezirksvertretung gewandt hatten (die WZ berichtete). Darin klagen sie vor allem über nächtlichen Lärm auf der Straße rund um die Gastronomien.

Beim WZ-Mobil in der vergangenen Woche habe man nicht teilnehmen können, weil der Großteil der Unterzeichner beruflich verhindert gewesen sei bzw. zu spät von dem Termin erfahren habe. Man wolle aber auch einmal die Sichtweise der Anwohner darlegen, sagt die Dame, die direkt mit einem Vorurteil aufräumt: Immer wieder werde im Viertel kolportiert, dass es sich bei denen, die sich über Lärm beschweren, oft um Zugezogene handelt. „Ich bin hier aufgewachsen“, sagt die Sprecherin. Auch ihre beiden Nachbarn, die mit in die Redaktion gekommen sind, wohnen seit Jahrzehnten im Luisenviertel. und kennen die Entwicklung. Kneipen habe es schon immer gegeben. Beschaulich sei es gewesen. Die Zahl der Kneipen wuchs im Laufe der Jahre allerdings. „Dass die Zeiten sich ändern, ist klar“, sagt die Sprecherin, die eine Parterre-Wohnung bewohnt. „Trotzdem haben wir ein Recht auf Nachruhe.“ Die werde nämlich regelmäßig durch Feiernde gestört. Und dass seien nur in der Minderzahl „Durchreisende“, wie oft behauptet werde, sondern mehrheitlich Gäste der Kneipen, die entweder auf dem Nachhauseweg seien oder vor den Lokalen ständen. „Durch das Rauchverbot hat das natürlich zugenommen“, sagen die Anwohner, die betonen: „Wir sind keine Korinthenkacker. Wir wollen aber auch keinen Ballermann hier.“ Der Lärm übersteige nachts oft das erträgliche Maß. „Und es geht manchmal bis vier oder fünf Uhr morgens.“ Besonders der engere Bereich der Luisenstraße, wo sich zum Beispiel das Café Swane, die Bar Luise oder die Viertelbar befänden, sei laut, „weil es so hallt“. Am Café du Congo und am Katzengold sei es nicht so problematisch, weil die Straße dort breiter sei.

Der Dialog mit den — manchmal angetrunkenen — Feiernden sei mitunter schwierig, die Gastronomen würden sich oft nicht zuständig fühlen. Da bleibe dann manchmal nur der Weg, die Polizei wegen Ruhestörung zu rufen, da nach 22 Uhr die Mitarbeiter des Ordnungsamtes nicht mehr im Dienst seien. Die Polizei wegen so etwas anzurufen, „fällt uns aber auch schwer“, räumt die Sprecherin ein.

Lösungsansätze haben auch die Anwohner kaum, appellieren an eine gegenseitige Rücksichtnahme. Eine Idee, die schon mal aufgekommen sei, wäre, bei den Erstsemester-Touren der Uni, die durchs Luisenviertel führen, darauf hinzuweisen, „dass hier nicht nur Kneipen sind, sondern auch Leute wohnen“. Und, betont die Sprecherin: „Wir wollen ja reden und den Dialog.“ Deshalb freue man sich auf den durch die Politik angedacht Termin in der Sophienkirche .