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Luisenstraße in Wuppertal: Büros und Wohnen — Baulücke wird geschlossen

Wuppertal : Luisenstraße: Büros und Wohnen in alter Baulücke

Arbeiten haben begonnen: Ende 2020 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

. Das Ende einer Baulücke naht: Auf dem ehemaligen Parkplatz an der Luisenstraße gegenüber des ehemaligen Spielwarengeschäftes haben die Arbeiten begonnen. Die Firma Berg Immobilien aus Düsseldorf errichtet dort ein Wohn- und Geschäftshaus. Ende 2020 sollen die 20 Wohn- und zwei Büroeinheiten bezugsfertig sein. Man rechne mit vier Millionen Euro Baukosten, so Geschäftsführer Vladislav Berg gegenüber der WZ. Das Gelände hatte die Firma Anfang 2018 bei einer Zwangsversteigerung für 420 000 Euro erworben.

Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Fläche schon einmal bebaut gewesen. Vier Mehrfamilienhäuser standen dort, außerdem gab es Gewerbe, wie in den Unterlagen zur Versteigerung zu lesen war. Bei den Bombenangriffen wurden diese zerstört und nicht wiederaufgebaut. Viele Wuppertaler lernten das Areal in der Folge nur als Parkfläche kennen. Viele Jahre standen dort zum Beispiel die Kunden des Traditionsladens Spielwaren Müller schräg gegenüber, ehe der vor einigen Jahren zumachte.

Investor verspricht hohen Standard, keine Luxuswohnungen

„Wir hatten das Gelände schon länger auf dem Schirm“, sagt Berg. In der Zwangsversteigerung im Januar 2018 schlug das Unternehmen dann zu. Mit 250 000 Euro war das Grundstücks damals taxiert worden. Im Saal war es proppenvoll, das Interesse groß: 30 Gebote gingen ein, ehe die Bergs den Zuschlag erhielten.

„Das ist eine gute Gegend“, sagt Berg, dessen Firma seit einigen Jahren in Wuppertal aktiv ist, unter anderem den Spelleken-Wohnpark realisierte. Aktuell baut das Unternehmen auch das ehemalige Telekom-Areal an der Bayreuther Straße um. Die Nachfrage nach Wohnraum in der Stadt sei hoch. „Die Leute wollen alles fußläufig erreichen.“ Und genau das hätten sie an der Luisenstraße. Zwei- bis Vierzimmer-Mietwohnungen werden es werden. Den Mietpreis könne er noch nicht nennen. „Es werden aber keine Luxuswohnungen“, so Berg, der einen „hohen Standard“ verspricht, mit Eigentumswohnungscharakter. Geplant ist auch eine Tiefgarage. Die Fundamente seien bereits ausgehoben.

Dass im östlichen Teil der Luisenstraße, der nicht mehr zum eigentlichen „Luisenviertel“ gehört, auch der eine oder andere Leerstand in den Geschäftshäusern auftaucht, sieht Berg locker. Es werde sich wieder etwas tun, ist er sicher. Auch, was die Häuser in der direkten Nachbarschaft angeht. „Wenn wir anfangen, ziehen andere nach und fangen zum Beispiel an zu streichen“, ist er überzeugt.

Dass Parkplätze auf dem Areal keine Dauerlösung sein dürfen, hatten Kritiker wie Klaus Lüdemann (Grüne) und Thomas Kring (SPD) in der Vergangenheit mehrfach betont und begrüßt, dass die Fläche verkauft und bebaut werden sollte. Ideen hatte es einige gegeben. Unter anderem hatte ein ehemaliger Eigentümer 2004 vor, dort Seniorenwohnungen zu bauen. Sogar Architektenzeichnungen für eine sechsgeschossige Bebauung (Parken und Gemeinschaftsfläche im Erdgeschoss) hatte es schon gegeben, erinnerte sich Lüdemann im Gespräch mit der WZ. Getan hatte sich aber nichts mehr — bis die Bagger von Berg Immobilien nun anrollten.