Zeichen für Fairness auf Bundesliga-Niveau

Zeichen für Fairness auf Bundesliga-Niveau

Fußball: Die Preisverleihung beim 41. Barmenia-Fairplay-Wettbewerb hatte Klasse.

Der B-Kreisligist Blau-Weiß Langenberg ist der Sieger des Barmenia Fairplay-Pokals in der Saison 2016/17 im Fußballkreis Wuppertal-Niederberg. „Da hat sich bei ihnen gewaltig etwas getan, das ist ja wie ein Neustart“, hob der Vorstandsvorsitzende der Barmenia Versicherungen, Andreas Eurich, bei der Preisverleihung im feinsten Fußball-Ambiente der Barmenia Lounge in der Leverkusener BayArena hervor. In der Saison zuvor war der Verein in dieser Wertung nämlich „nur“ auf Platz 16 gelandet. Genau solche positiven Anreize, sich zu verbessern, seien es, die Barmenia und Fußballkreis mit dem zum 41. Mal ausgetragenen Wettbewerb erreichen wollen.

„Wie wichtig das Thema ist, und wie wichtig positive Vorbilder, haben ja auch die jüngsten Ereignisse gezeigt“, begründete Eurich, warum die Barmenia den Wettbewerb auch im fünften Jahrzehnt unterstütze. Als ein solches Vorbild nannte er die italienische Torwartlegende Gianluigi Buffon, der vor dem WM-Qualispiel gegen Schweden Pfiffe der italienischen Fans während der schwedischen Hymne mit demonstrativem Beifall für den Gegner quittiert hatte.

Bei BW Langenberg achtet man bewusst auf Fairness. „Es gibt die Anweisung an unsere Trainer, Spieler, die durch Unfairness auffallen, für ein, zwei Spiele auf die Bank zu setzen“, sagt Geschäftsführerin Saskia Ohlendorf. Auch, dass man seit zwei Jahren vier weibliche Mannschaften im Verein habe, habe das Klima verbessert.

Kontinuität in Sachen Fairplay-Pokal, in dessen Wertung nicht nur Gelbe und Rote Karten eingehen, sondern auch die Erfüllung der Schiedsrichterkontingente und die Vereinsorganisation, bewies der TSV Beyenburg. Er wiederholte seinen Vorjahressieg in der Jugendwertung. „Bei uns gibt es trotz aller sportlichen Konkurrenz ein Miteinander neben dem Platz“, sagte der stellvertretende Jugendleiter Herbert Jesinghaus und betonte, dass man gute Aktionen gegenseitig beklatsche und auch die Nähe zum Trainer des Gegners suche.

Das funktioniere besonders gut in der F-Jugend, die nach Fairplay-Liga-Regeln spielt, also ohne Schiedsrichter. „Darüber muss man eher mit den Eltern als mit den Kindern sprechen, die halten das automatisch ein“, berichtet Jesinghaus. Eine Beobachtung, die man auch beim SC Breiten Burschen Barmen bestätigt, der wie im Vorjahr sowohl im Erwachsenen- (Silber), als auch im Jugendwettbewerb (Dritter) einen Treppchenplatz belegt. Sogar von Platz 21 auf zwei im Jugendwettbewerb hat sich Viktoria Rott verbessert.

Die Reihe der Preisträger schloss der SV Jägerhaus-Linde als Dritter im Hauptwettbewerb ab. Dessen Vorsitzender Jörg Blaschke registriert mit Wohlwollen, dass der Fußballkreisvorsitzende Stefan Langerfeld in seiner Eröffnungsrede an die Sportgerichte appellierte, Gewalt mit harten Urteilen zu quittieren. Langerfeld nahm Bezug darauf, dass das Sportgericht des Westdeutschen Fußballverbandes jüngst ein Urteil der Bezirksspruchkammer gegen Vatanspor Solingen abgemildert hatte. Dabei hatten Spieler und Anhänger des Vereins nach dem Bezirksliga-Spiel gegen Linde einen üblen Gewaltexzess verursacht.

Dann ging es wieder um Positiv-Beispiele. Der Ausflug nach Leverkusen, wo die Barmenia seit gut einem Jahr Hauptsponsor der Bundesliga-Mannschaft ist, wurde nicht nur durch den atemberaubenden Blick in die Arena belohnt, in der der Rasen eine Lichtdusche erhielt. Dirk Dreher, Manager der Bayer-Traditionself, überraschte Sieger Langenberg mit dem Versprechen für ein Freundschaftsspiel. Der TSV Beyenburg darf mit Jugendspielern zu einem Bundesligaspiel an der Hand der Stars mit auflaufen. Wenn das kein Anreiz für Fairness ist . . .

Mehr von Westdeutsche Zeitung