Für den Wuppertaler SV spitzt sich der Abstiegskampf weiter zu

Wuppertaler SV : Kleiner BVB - zu groß für den WSV

Dortmunder U 23 schlägt WSV mit 3:1 (1:1). WSV enttäuscht nicht, muss sich aber noch steigern.

Von Andreas Boller
In der Tabelle der Regionalliga West rutschte der Wuppertaler SV durch die 1:3 (1:1)-Niederlage bei der U 23 von Borussia Dortmund und dem gleichzeitigen Sieg des TuS Haltern gegen Alemannia Aachen auf den 15. Platz ab, der am Ende der Saison nicht zum Klassenerhalt reichen könnte. Dem Ernst der Lage entsprechend fiel die Spielbeurteilung im Lager des WSV aus. Es überwog die Selbstkritik.

„Wir haben gezeigt, dass wir leben, dass wir uns wehren und alles in die Waagschale werfen. Natürlich sind wir aber enttäuscht, dass wir nichts Zählbares mitgenommen haben. Ich habe ja von Anfang an gesagt, dass das hier Zeit braucht. Mir ist natürlich bewusst, dass wir nicht so viel Zeit haben. Trotzdem kann man auf das hier und heute aufbauen“, sagte WSV-Trainer Pascal Bieler.

Dortmunds Trainer Mike Tullberg erinnerte an das Hinspiel, das der WSV nach kuriosem Verlauf mit vier Latten- und Pfostentreffern des BVB mit 1:0 gewinnen konnte. „Meine Trainerkollegen haben mir damals gesagt, dass man ein solches Spiel nur einmal im Trainerleben mitmacht. Als wir heute wieder 0:1 zurücklagen dachte ich, ich bin im falschen Film“, so Tullberg.

Doch im Stadion Rote Erde ging der WSV leer aus, obwohl er fußballerisch mehr entgegenzusetzen hatte, als noch zu Beginn der Hinrunde. Für einen Überraschungserfolg gegen den BVB-Nachwuchs, der kurzfristig drei Spieler aus dem Bundesligakader einbaute, fehlte es diesmal nicht nur am nötigen Dusel, sondern in den entscheidenden Situationen auch am Überblick in der Abwehr und der erforderlichen Konzentration bei der Verwertung einiger guter Torchancen.

Sportdirektor Thomas Richter nannte weitere Gründe, warum nach einer starken Viertelstunde und einer insgesamt ansprechenden ersten Spielhälfte des WSV kurz nach der Halbzeit die Entscheidung gefallen war: „Mit der Einstellung unserer Spieler und der Anfangsphase können wir zufrieden sein, aber insgesamt war das zu wenig. Wir müssen uns verbessern. Die Gegentore haben wir einfach zu billig kassiert“, ärgerte sich Thomas Richter.

Cokkosan und Studtrucker
setzen erste Akzente

Wo muss Pascal Bieler den Hebel ansetzen? Mit Yannick Geisler, Tolga Cokkosan, Ali Ceyla und Marwin Studtrucker brachte er vier neue Spieler in der Anfangsformation, die sich gut in das Mannschaftsgefüge einpassten. Cokkosan machte die linke Abwehrseite dicht und leitete mit einem präzisen Seitenwechsel auf den bienenfleißigen Daniel Grebe den Führungstreffer durch Marwin Studtrucker (10.) ein.

Seinem Premierentreffer ließ Studtrucker einen vielversprechenden Auftritt an der Seite von Sturmpartner Gianluca Marzullo folgen. So kam der WSV im Verlauf der Partie zu einer Reihe weiterer guter Chancen, wobei die Gäste aber entweder an dem starken BVB-Keeeper Luca Unbehaun oder an Abstimmungsproblemen scheiterten. „Es wird noch etwas dauern, bis die Laufwege aufeinander abgestimmt sind“, sagte Pascal Bieler.

Der Sieg des BVB ging nicht nur wegen eines Plus an klareren Torchancen (Balerdi, Tigges, Boyamba) in Ordnung. Die Dortmunder drückten im Rückstand mächtig aufs Tempo. Besonders Semir Saric auf der rechten Abwehrseite geriet unter Druck. Nach dem Ausgleich von BVB-Kapitän Marco Hober (22.) sorgten Steffen Tigges (50.) und Joseph Boyamba (59.) in einer Schwächephase des WSV kurz nach der Pause für den 3:1-Endstand. Innenverteidiger Kevin Pytlik leitete mit einem Ballverlust im Spielaufbau den Treffer von Tigges zum 1:2 ein. Der WSV hätte durch Lukas Knechtel ausgleichen können, doch auch im Angriff fehlte die für dieses enge Spiel notwendige Präzision. Die zeichnete die Dortmunder, die weniger Fehler machten als der Wuppertaler SV, in den entscheidenden Situationen aus.