Für den CSC beginnt die Oberliga-Saison mit dem Härtetest in Straelen

Fußball-Oberliga : Aufsteiger spielt gegen Aufstiegsaspirant

Für den Cronenberger SC beginnt das Abenteuer Oberliga am Samstag beim SV Straelen.

Zum Saisonauftakt (Samstag, 16 Uhr) gleich zu einem Regionalliga-Absteiger und Top-Favoriten auf den Aufstieg reisen? Für Neu-Oberligist Cronenberger SC hätte es zum Auftakt sicher angenehmere Aufgaben gegeben als das Auswärtsspiel an der niederländischen Grenze beim SV Straelen. CSC-Trainer Peter Radojewski will sich darüber aber keinesfalls beklagen: „Im Gegenteil: Wir freuen uns riesig darüber, in der Oberliga spielen zu dürfen und haben Lust darauf, dass es jetzt endlich losgeht.“

Nach dem Abstieg 2017 ist der CSC also jetzt wieder zurück in Liga Fünf und würde da gerne länger bleiben. Zunächst einmal steht aber die Herkulesaufgabe beim finanziell hervorragend aufgestellten SVS bevor, mit dessen Etat die Cronenberger nicht mithalten können. Unter anderem auch deswegen sind fast die Hälfte der 18 CSC-Neuzugänge erst 19 Jahre oder jünger - das Durchschnittsalter des neuen Kaders liegt gerade einmal bei 21 Jahren.

Sicher auch wegen seiner Erfahrung wird Kapitän Ercan Aydogmus deshalb nicht nur als Torjäger, sondern vor allem als Häuptling und Führungsfigur benötigt. In Straelen wird der CSC wohl mit der jüngsten Defensive der Liga auflaufen. Die hat mit Blerton Muharremi (SV Siegburg) und Tomislav Simic (TVD Velbert) immerhin noch zwei Verstärkungen erhalten. „Ein großer Dank an den Verein und den sportlichen Leiter, dass das so kurzfristig geklappt hat“, so Radojewski, der sich vor allem auch über Zuwachs im Team um die Mannschaft herum freut. „Das macht die Sache rund.“

Seinen Matchplan für die Partie in Straelen will der 50-Jährige natürlich nicht verraten, weiß aber um die Qualität des Gegners: „Straelen will aufsteigen und hat das so auch kommuniziert. Wir müssen von Beginn an den absoluten Willen mitbringen, um die individuelle Qualität des Gegners einzugrenzen.“ Im Stadion an der Römerstraße kann Radojewski personell vermutlich aus dem Vollen schöpfen. Überraschend war Straelen am Wochenende im Niederrheinpokal bei Landesligist Rather SV ausgeschieden. Für Radojewski gibt es mit Blick auf Samstag deshalb nur zwei Möglichkeiten: „Entweder sie wollen uns überrennen oder sie sind als Mannschaft ein wenig verunsichert.“

Das Aus im Pokal dürfte vor allem einer nicht geschmeckt haben, die in Straelen eine Menge Verantwortung trägt: Trainerin Inka Grings. Die ehemalige deutsche Nationalspielerin hat als Spielerin eine beeindruckende Laufbahn hinter sich und will an der Seitenlinie zurück in Liga Vier. Zu ihrer aktiven Zeit war Grings eine Vollblutstürmerin (271 Tore für den FCR Duisburg), wie sie zuletzt der deutschen Nationalmannschaft bei der Frauen-WM völlig abging. Genau diesen Tor­instinkt will sie ihrem Team vermitteln. Mit Spielern wie Kevin Weggen, Kai Schwertfeger, Fatlum Zaskoku, Fatmir Ferati und Shun Terada stehen Grings Akteure mit reichlich Qualität zur Verfügung, die in der Vergangenheit auch schon beim WSV unter Vertrag standen. „Wir sollten clever agieren und so wenig Fehler wie möglich produzieren. Dann haben wir vielleicht eine Chance“, meint Radojewski vor dem Start in das Abenteuer Oberliga.

Mehr von Westdeutsche Zeitung