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Wuppertals Vereine fordern eine neue Perspektive für den Hallensport

Breitensport : Vereine fordern eine neue Perspektive für den Hallensport

Die Enttäuschung nach der Rücknahme der Öffnung war groß. Freiluftangebote laufen an.

„April, April“ - und das im Mai. Veräppelt kommen sich derzeit die Sportvereine in Wuppertal vor, nachdem sie am Freitag von der Stadt die Nachricht erhalten haben, dass die nach NRW-Coronaschutzverordnung seit 11. Mai zulässige Öffnung der städtischen Hallen für den Sport vom Krisenstab der Stadt wieder zurückgenommen wurde. Während auf den Sportplätzen und Freianlagen der Sportbetrieb unter Berücksichtigung der Hygienevorgaben langsam wieder anläuft, liegt er für den Drinnen-Sport, für den die Vereine in der vergangenen Woche fieberhaft und sehr dezidiert an Konzepten gearbeitet haben, vorerst wieder auf Eis.

Die Nachricht hatte das Sportamt am Freitag unverzüglich an die Vereine geschickt, und über das Wochenende hat Sportamtsleiterin Alexandra Szlagowski zusätzlich viele Telefonate geführt, um die Hintergründe, die nicht in der Verantwortung der Stadt lägen, weil sich hier Vorschriften des Landes widersprächen, zu erläutern.

„Wir können das ja irgendwo nachvollziehen, aber für uns als Sportler ist eine Welt zusammengebrochen“, sagt Bärbel Schröder, 2. Vorsitzende des Barmer TV. Mit einigen seiner Angebote wollte der BTV ab diesem Montag wieder an den Start gehen, hatte dafür Gruppen zusammengestellt, die Mitglieder zum Teil einzeln informiert. „Jetzt mussten die Übungsleiter alles wieder zurücknehmen“, berichtet Schröder. Für wie lange, dass weiß derzeit niemand. „Und das ist auch das Schlimmste, dass wir unseren Sportlern derzeit keine Perspektive bieten können, wann es denn wieder losgeht“, beklagt Michael Eckers, Vorsitzender der SSG Wuppertal - wie der BTV ein Mehrspartenverein.

Eckers: Da, wo wir Sportarten nach draußen verlegen können, versuchen wir das, aber das geht eben nicht überall.“ Am Freitag hatte er seine Abteilungsleiter zur Videokonferenz gebeten, wollte eigentlich mit ihnen die Bedingungen für den Start in dieser Woche besprechen. Stattdessen musste er die traurige Nachricht verkünden, dass drinnen alles vorerst abgeblasen werden müsse. Dass den Schulen in den Sporthallen Vorrang eingeräumt werde, könne er ja noch verstehen, aber auch dem Sport müsse man jetzt aufzeigen, wie er wieder in Gang kommen könne. Wie viele Vereinsvorsitzende wünscht sich Eckers, dass als gewisser Ausgleich, die Hallen auch in den Sommerferien geöffnet werden, um dann Angebote machen zu können.

Friedhelm Bursian, Geschäftsführer des SSV Germania, hofft inständig, dass die Hallen dem Sport auch schon früher wieder zur Verfügung stehen. „Damit wir unsere Mitglieder wieder an unsere Angebote gewöhnen, bevor die Ferien kommen. Bisher haben sie sich sehr solidarisch gezeigt. Es gibt einige Abmeldungen, aber nicht über die übliche Fluktuation hinaus. Irgendwann könnte diese Geduld aber ein Ende haben“, fürchtet Bursian.

Beim SSV Germania, genau wie beim Vohwinkeler STV, habe man in dieser Woche allerdings ohnehin noch nicht mit einer Rückkehr in die Hallen gerechnet, arbeite noch an individuellen Konzepten. „Insofern hat uns das mit den Hallen jetzt noch nicht ganz so hart getroffen. Wir konzentrieren uns momentan noch auf die Freiluftangebote auf unserer Ablage“, sagt Sigrun Leisner vom VSTV.

Eigene Hallen im Bayer-Sportpark hat der SV Bayer, ist zumindest dort von der Beschränkung für städtische Hallen nicht betroffen. Der Verein will ab der nächsten Woche wieder erste Kurse anbieten. Das vereinseigene Fitnessstudio in der Rutenbeck hat bereits seit 12. Mai geöffnet. In puncto Perspektive für weitere Öffnungen für den Sport verweist Alexandra Szlagowski ansonsten auf das Land. Auch der Städtetag habe von dort Konkretisierungen verlangt.

(gh)