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Wuppertaler Tennisschüler sind froh wieder auf dem Platz zu sein

Tennis : Froh, wieder auf den Tennisplatz zu dürfen

Die coronabedingten Einschränkungen werden auch von den jungen Spielern gut akzeptiert.

Als sich im März die ersten Tennis-Cracks nach draußen ins Freie wagten, da wurden sie von den Erfordernissen durch die Corona-Pandemie „zurückgepfiffen“. Doch seit rund einer Woche dürfen die gelben Filzkugeln wieder auf roter Asche übers Netz geschlagen werden. Eine „Lockerungsmaßnahme“, die für die Begünstigten und ihre Trainer allerdings gar nicht so locker ist, wie eine kurze Umfrage in den Vereinen ergab.

„Da war nach den recht plötzlich ausgesprochenen Lockerungen einiges im Vorfeld zu organisieren“, sagt Michael Krapp, der Tennislehrer beim WTC Dönberg an der Horather Schanze. „Gruppen-Training ist zwar mit bis zu vier Teilnehmern möglich, aber wir müssen darauf achten, dass jede Schülerin und jeder Schüler eine eigene Sitzbank hat, dass die Abstände so gewahrt bleiben und es keine körperlichen Kontakte gibt. Deshalb sind für eine Vierergruppe auch zwei Plätze nötig“, erläutert der Tennis-Pädagoge. Vor allem mit seinen jugendlichen Eleven ist er zufrieden. „Mit den Kindern klappt das recht problemlos“, wobei Krapp auch die sechs Wochen ohne Einnahmen aus dem Tennis-Unterricht weggesteckt hat: „Wenn man ein bisschen zurückgelegt hat, kann man auch eine solche Zeit überstehen.“

Bei Wuppertals größtem Tennisclub, dem SV Bayer, steht das Telefon nicht still: „Seit die Lockerungsmaßnahmen beschlossen worden sind, will möglichst jeder so schnell wie möglich wieder auf den Platz“, berichtet Cirsten Ewers-Eilts, die Geschäftsführerin der Tennisabteilung, und verweist auf das „Online-Freizeit-Lenkungssystem“, das den jungen wie den älteren Tennisbegeisterten am Computer den Zugang zu den zehn Freiplätzen Schritt für Schritt ermöglichen und erleichtern soll. „Die Auflagen sehen vor, dass jede Spielerin und jeder Spieler namentlich mit Adresse registriert wird, damit im Fall einer Infektion genau festgehalten werden kann, wer wann wo gespielt hat. Außerdem mussten wir gewährleisten, dass es jeweils einen separaten Ein- und einen Ausgang für die Anlage gibt“, so die Geschäftsführerin, die darauf hinweist, dass zu den allgemein vorgeschriebenen Hygiene-Maßnahmen auch das Verbot der Benutzung der Duschen im Clubhaus gehört.

Matthias Schramm, Tennis-Trainer beim TC Blau-Weiss Elberfeld in der Beek, musste sich gleichfalls auf die strengen Bestimmungen einstellen und schildert, dass er die Spielfelder beim Gruppen-Training in verschiedene Sektoren einteilt, damit die Abstände gewahrt bleiben. „Aber, das haben vor allem die Kinder sehr schnell verstanden und halten sich diszipliniert daran.“

Jörg Schüller, Inhaber des Tennisparks Fischertal an der Unteren Lichtenplatzer Straße, hat - wie alle anderen Tennislehrer auch – Desinfektionsmittel bereitgestellt, die vor dem Betreten des Platzes zu benutzen sind. „Da ich meist Einzeltraining gebe, hat sich für mich nicht so sehr viel geändert. Dass meine Schüler einen separaten Ein- und einen Ausgang benutzen müssen, ist zwar gewöhnungsbedürftig, bereitet aber keine Schwierigkeiten“.

Auch Dino Gulcz, Spross einer prominenten Wuppertaler Tennis-Dynastie, hat als Trainer und Tennislehrer des TC Blau-Weiss Ronsdorf, die neuen Vorschriften schnell verinnerlicht. „Ein wenig ungewohnt ist natürlich, dass man auf die sonst üblichen Begrüßungen verzichten muss und der Platz durch Hütchen in verschiedene Zonen unterteilt ist. Auch die Führung einer Anwesenheitsliste ist natürlich neu“, hat Gulcz erfahren. Doch er hat – ebenso wie seine Kollegen in den anderen Vereinen – kaum Kritik an den strengen Auflagen gehört. „Alle sind froh, dass sie endlich wieder auf die Plätze dürfen.“

(gh)