Wuppertaler stellen einige Endlauf- und Medaillenkandidaten

Schwimmen : SG Bayer will vorne mitschwimmen

Deutsche Meisterschaft auf der Kurzbahn in Berlin ohne die WM-Teilnehmer.

Zum dritten Mal in Folge finden von Donnerstag bis Sonntag in Berlin die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften im Schwimmen statt. Sechsmal zuvor war die Wuppertaler Schwimmoper ununterbrochen Austragungsort dieser Titelkämpfe gewesen. Gemeldet haben 471 Sportler aus 153 Vereinen, die an den vier Wettkampftagen in der Schwimm- und Sprunghalle im Berliner Europasportpark 1336 Einzel- und 190 Staffelstarts bestreiten. Mit dabei sind auch neun Wuppertaler Aktive der SG Bayer.

Titelchancen steigen,
da einige Stars fehlen

Der sportliche Wert dieser Meisterschaften wird in diesem Jahr allerdings stark angezweifelt, da Deutschlands beste Schwimmer zeitgleich bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Hangzhou/China starten. Auch Bundestrainer Henning Lambertz bleibt wegen der WM den nationalen Titelkämpfen in der Hauptstadt fern. So werden in Berlin Sportler Titel und Medaillen gewinnen, die sonst eher nicht auf dem Siegerpodest zu finden sind. Einzige Zugpferde an der Spree sind Vizeweltmeisterin Franziska Hentke (Magdeburg), die sich nach ihren vielen Wettkampf- und Trainingsreisen nicht fit genug für die WM fühlt, sowie die Europameister Florian Wellbrock (Magdeburg) und Jacob Heidtmann (Elmshorn) Für weitere Unruhe im Vorfeld der Meisterschaften sorgte der überraschende Rücktritt von DSV-Präsidentin Gabi Dörries und der Vizepräsidentin Finanzen Andrea Thielenhaus.

Werden diese Themen bei Trainern und Funktionären für einigen Gesprächsstoff am Beckenrand sorgen, zeigen sich die in Berlin startenden Athleten weitgehend unbeeindruckt.

Das gilt auch für die Wuppertaler Aktiven, die am Mittwoch mit Trainer Michael Bryja und Physiotherapeut Sanel Goran in die Hauptstadt reisten, wo sie 35 Einzel- und vier Staffelstarts absolvieren.

Christian vom Lehn
führt das Bayer-Team an

Angeführt wird das Team von Christian vom Lehn, Jana Markgraf und Lena-Marie Precht. Christian vom Lehn, der sechs Starts im Programm hat, befindet sich nach seiner Verletzung voll im Aufbautraining für die Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2019 auf der Langbahn. „Christian schwimmt in Berlin aus dem vollen Training heraus, sein Fokus liegt auf der Langbahnsaison. Wir werden ihn aber trotzdem sicher in einigen A-Finals sehen“, sagt Michael Bryja.

Das gleiche erwartet er auch von Jana Markgraf, die fünfmal an den Start geht. Bryja sieht hierin kein Problem. „Jana braucht eine hohe Belastung, um ihre volle Leistungsfähigkeit auszuschöpfen. Bei ihr müssen wir abwarten, wie sie nach ihrem Berufseinstieg die Doppelbelastung Sport und Beruf verkraftet hat“, so Michael Bryja. Eine feste Bank für vordere Plätze in einem A-Finale ist auch Langstreckenspezialistin Lena-Marie Precht auf ihren Strecken von 200 m bis 1500 m Freistil. Dass sie ein A-Finale erreichen können, glaubt Bryja auch von den Brustschwimmern Yannis Merlin Willim und Alexander Kühling (50 m, 100 m 200 m Brust), sowie Moritz Schaller (50 m, 100 m Schmetterling) und Alexander Konz (100 m Lagen). Ins B-Finale sollten Emre Demirdas (50 m, 100 m Schmetterling, eventuell auch 100 m Freistil), Alexander Konz (50 m Brust, 50 m Schmetterling, 50 m Rücken, 50 m Freistil) und Vivien Selling (50 m, 100 m Brust) schwimmen können.

 „Wir haben eventuell die ein oder andere Medaillenchance, wenn ich an Lena-Marie Precht oder an die Brustschwimmer denke. Die sind immer für eine Überraschung gut“, glaubt Michael Bryja. Um Medaillen mitschwimmen können nach Einschätzung des Trainers in den separaten Juniorenwertungen in ihren Paradedisziplinen Jana Markgraf und Yannis Merlin Willim. Gespannt sein darf man auch auf das Abschneiden der Staffeln über 4 x 50-m-Freistil und Lagen Männer, 4 x 50-m-Lagen Frauen und 4 x 50-m-Lagen mixed sein.

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