Wuppertaler Sportverein holt endlich wieder einen Dreier

Fußball-Regionalliga : WSV holt endlich wieder einen Dreier

Nach drei sieglosen Spielen in Folge hat der Wuppertaler SV endlich wieder gewonnen. Der Fußball-Regionalligist hat es sich beim Schlusslicht der Liga aber schwer gemacht.

Mit einem 3:0 (2:0) beim Aufsteiger TV Herkenrath ist Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV am Samstag erfolgreich in die Rückrunde gestartet. Nach drei sieglosen Spielen in Serie haben die Wuppertaler damit endlich wieder einen Dreier gelandet, kletterten dadurch in der Tabelle von Rang neun auf Platz sieben. Sie können mit einem guten Gefühl in die zweiwöchige Spielpause gehen, die durch die Verlegung des Pokalspiels in Homberg aufs kommende Jahr entstanden ist. Sollte das Wetter mitspielen, folgt dann am 2. Dezember das Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen, für das die Wuppertaler durch den Sieg ebenfalls Werbung betreiben konnten. Beide Erzrivalen sind übrigens punktgleich.

Kamil Bednarski im WZ-Interview

Gegenüber dem 1:1 beim 1. FC Köln vor einer Woche hatte Trainer Adrian Alipour die Startelf auf drei Positionen geändert. Kapitän Gaetano Manno, auf den Alipour in Köln aus disziplinarischen Gründen verzichtet hatte, kehrte zurück ins Team. Außerdem durfte Offensivmann Kamil Bednarski erstmals seit dem vierten Spieltag wieder von Beginn an auflaufen. Für die Beiden blieben Jonas Erwig-Drüppel und Marco Cirillo zunächst draußen. Im zentralen defensiven Mittelfeld lief Jan-Steffen Meier für Sascha Schünemann. auf.

Nach einem musikalisch sehr ansprechenden Aufwärmprogramm – der in neun Jahren von der Kreisliga C in die Regionalliga durchmarschierte TVH hat sich da als sehr kreativ erwiesen – gingen die Gastgeber auch gleich forsch zur Sache. Schon nach 20 Sekunden gab Simon Philipp aus rund 25 Metern den ersten Torschuss ab. Der WSV hatte ihm sozusagen die Gasse frei gemacht und gab Torwart Joshua Mroß so ungewollt die Gelegenheit, sich gleich mal auszuzeichnen. Sicher ungewollt auch die zweite nun sehr gute Chance für das Schlusslicht. Nach einer Ecke wehrt Bednaski den Ball direkt vor die Füße von Lars Lokotsch ab. Der mit neun Treffern bisher beste TVH-Torschütze war aber wohl selbst so überrascht, dass er die Kugel ihn aus zwölf Metern über das Tor löffelte.

Der WSV hielt sich zunächst zurück, schaffte es aber anfangs auch nicht, daraus Kontersituationen zu generieren. Zumal die Gastgeber sich auch immer wieder sehr schnell und kompakt zurückzogen. Nach 47 Gegentoren aus 15 Spielen hatte der neue Trainer - Ex-Profi Tomas Zdebel - augenscheinlich den Fokus zunächst auf die Absicherung gelegt.

Nach 20 Minuten wirkte die Herkenrather Abwehr dann aber doch das erste Mal indisponiert. Die erste Ecke des WSV, die Angelo Langer hereinbrachte, faustete Torwart Andreas Kath zwar zunächst Richtung Seitenaus, doch da holte sich Christopher Kramer den Ball, flankte nach innen, wo sich mehrere Abwehrspieler nicht einig waren. So fiel der Ball dem völlig frei stehenden Kamil Bednarski vor die Füße, und der hatte aus sechs Metern keine Mühe, ihn einzuschieben. Das erste Saisontor erst für den Deutsch-Polen.

Im Gegenzug wäre fast der Ausgleich gefallen, was Erinnerungen an das Spiel gegen Kahn-Marienborn zwei Wochen zuvor wach werden ließ. Einen Freistoß aus 20 Metern setzte Herkenraths Vincent Geimer nur hauchdünn neben den Pfosten. Es blieb aber die einzige Schrecksekunde, denn der WSV wurde nun offensiv immer gefährlicher und nutzte seine individuelle Klasse. Am 2:0 nach 33 Minuten war wieder Bednarski beteiligt. Sehr gut schirmte er den Ball im Strafraum nach einem Zuspiel von Kevin Hagemann ab, flanke aus der Drehung, und am zweiten Pfosten war Torjäger Christopher Kramer zur Stelle, erzielte sein 12. Saisontor. Damit hatte sich die Aufstellung von Alipour bereits ausgezahlt.

Herkenrath gab sich aber keineswegs auf, kam besser als der WSV aus der Kabine. Glück für die wie in Durchgang eins zurückhaltend startenden Wuppertaler nach 53 Minuten: Silvio Pagano schaute nach einem langen Herkenrather Flankenball in die Sonne und ließ für Lokotsch durch, der den Ball aber fast an der Toraußenlinie vertändelte. Wenig später waren die Gastgeber bei einem Kopfball nach einer Ecke erneut nahe dran am Anschlusstreffer. Und gut, dass Dennis Malura nach 60 Minuten als letzter Mann ein Laufduell gegen den schnellen Vincent Geimer – in dieser Saison immerhin auch schon sechsfacher Torschütze – gewann. Im Mittelfeld hatte der WSV in dieser Phase zu wenig Zugriff, von Souveränität eines Top-Teams gegen einen Aufsteiger war nichts zu spüren. Alipour reagierte und brachte nach 77. Minuten Mittelfeldmann Meik Kühnel für Bednarski. Eine Minute später fiel die Entscheidung. Der eingewechselte Jonas Erwig-Drüppel scheiterte erst an Torwart Kath, bekam den Ball aber wieder und wollte ihn zurückpassen. Dabei traf er aus nächster Nähe den Arm eines Herkenrathers. Schiedsrichter Fabian Maibaum zeigte – sicher unglücklich für den Aufsteiger - auf den Elfmeterpunkt. Gaetano Manno verwandelte sicher zum 3:0.

Nun waren alle Fragen geklärt und die Gäste hätten sogar noch höher gewinnen können.

(gh)
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