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Wuppertaler Fußball-Kreisligisten trainieren und planen neue Spielzeit

Amateurfußball : Kreisligisten trainieren und planen neue Spielzeit

Fußball: Grün-Weiß rüstet weiter auf, Sonnborn hofft noch leise auf die Bezirksliga.

Die Corona-Krise hat auch den Amateurfußball im Tal weiter fest in der Hand. Immerhin: Seit ein paar Tagen erstrahlt auf vielen Anlagen unter der Woche abends wieder das Flutlicht. Weil die Beschränkungen im Bereich des Kontaktsportes gelockert wurden, ist das Fußballtraining in kleineren Gruppen wieder möglich - ab Montag dann sogar wieder in vollem Umfang, weil „Kontaktsport im Freien bis zu 30 Personen möglich ist.“ Das sind gute Nachrichten - auch für die zwölf Wuppertaler Mannschaften aus der Kreisliga A. Mittlerweile ist auch klar: Die Saison wird abgebrochen, es gibt Aufsteiger, aber keine Absteiger. Für dieses Szenario hatte sich die breite Masse aller Vereine ausgesprochen, der entsprechende Beschluss des FVN auf seiner Verbandstagung am 24. Juni ist reine Formsache. Die neue Normalität ist also ein Mix aus Planungssicherheit für die Saison 2020/2021 und der wieder möglichen Zusammenkunft mit den Mannschaftskollegen auf dem Fußballplatz.

Doch genau das funktioniert nicht überall, so ist die Vohwinkeler Lüntenbeck weiter gesperrt. Besonders bitter ist das für Daniel Dittrich, dessen Engagement als Trainer der FSV-Zweitvertretung nun früher endet, als geplant. „Ich hatte hier drei schöne Jahre. Den Abschied habe ich mir natürlich anders vorgestellt“, sagt Dittrich. Seine Spieler hatten ihn in den vergangenen Wochen noch zum Weitermachen überreden wollen, doch Dittrich steht zu seinem Wort. „Ich hoffe aber, dass ich die Jungs vor dem 30. Juni noch einmal auf dem Sportplatz sehen und mich anständig verabschieden kann“, meint der 40-jährige.

Auch für Daniel Meike ist nun deutlich früher Schluss. Meike wird sportlicher Leiter beim TSV Ronsdorf, seinen Job als Trainer der zweiten Mannschaft gibt er auf. Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs schwebte die Zebra-Reserve in Abstiegsgefahr: „Wir sind über den Klassenerhalt erleichtert, auf der anderen Seite bleibt aber der Makel, dass wir es nicht sportlich regeln konnten. Das nagt schon an mir“, gibt Meike zu Protokoll. Sein Nachfolger wird Sven Kaiser, der zur neuen Saison jedoch nicht mehr auf Luis Schagun und Dennis Rau bauen kann, die zu den Säulen der Zebras gehörten.

Entfernung Beyenburg-Mallorca als Lauf-Challenge

„Wir sind fest davon überzeugt, dass wir auch ohne Corona die Klasse gehalten hätten“, meint das Heckinghauser Trainerteam Wischnewsky/Amouchi, das auch zur neuen Saison an der Seitenlinie stehen wird. Trainiert wird an der Widukindstraße zwar auch wieder, das Trainerteam ordnet das aber eher als „lockeres Beisammensein“ ein. Der Kern des Kaders bleibt erhalten, Gespräche über Zugänge laufen.

Abgeschlossen ist die Kaderplanung bereits beim SSV Sudberg, der ebenfalls vom Saisonabbruch profitiert. Trainer Daniel Reuter betont aber ebenso: „Wir gehen davon aus, dass wir es auch sportlich geschafft hätten.“ Reuter freut sich darüber, seine Spieler momentan zumindest einmal in der Woche wieder beisammen zu haben. Sieben Zugängen steht die gleiche Anzahl an Abgängen gegenüber.

Auch der TSV Union darf sich auf eine weitere Saison in der Kreisliga A freuen. Ünsal Bayzit, der die Mannschaft zur Rückrunde übernommen und stabilisiert hatte, bleibt am Hardenberg Trainer. „Wir trainieren jetzt ebenfalls wieder und passen unsere Planungen für die neue Saison denen des Verbands an“, so Bayzit.

Unklarheit sportlicher Natur herrscht lediglich beim SC Sonnborn. Noch hofft man beim SCS, als Tabellenzweiter neben Meister SV Bayer in die Bezirksliga aufsteigen zu dürfen. Unabhängig davon hat man das Training im Hafen wieder aufgenommen. „Wir haben gemäß der geltenden Vorschriften trainiert und sind froh, wieder in Gruppen zusammensein zu dürfen“, sagt das Trainerteam Schulz/Stroms. Für die neue Saison wurden mit Kiriakos Tsiotsios (SV Wermelskirchen) und Antonios Gkolosis (Hellas Wuppertal) unter anderem zwei Defensivakteure verpflichtet.

Auch beim Tabellenvierten Grün-Weiß sind die Weichen für die neue Saison gestellt. Maurice Schaumburg (FSV Vohwinkel) kehrt zum Höfen zurück, für die Offensive kommen unter anderem Hendrik Hoffmann (SSV Germania) und Rückkehrer Gianluca Muzzi (CSI Milano), der seinen Bruder Marco mitbringt. Andre Brieger (FC 1919) wird zudem Co-Trainer von Clark Schworm.

Die lange Pause hat der TSV Beyenburg dazu genutzt, die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Trainerteam Böhmer/Rüger zu fixieren. Mit Phillip Zivic kehrt ein Leistungsträger nach einjähriger Pause zum TSV zurück. Um sportlich aktiv zu bleiben, ist man kreativ geworden. „Die Jungs sollten die 1607 Kilometer zwischen der Albertshöhe und dem Megapark auf Mallorca als Laufleistung abreißen. Diese Challenge wurde in überragenden 13 Tagen erledigt“, berichtet Mathias Böhmer. Geplant ist, dass fortan noch drei bis vier Wochen auf dem Platz trainiert wird.

Auch beim SV Jägerhaus-Linde hält man an seinem Trainer fest, Richard Wehr steht in der kommenden Saison an der Seitenlinie. „Die Jungs sind heiß auf Fußball und haben das Zocken sehr vermisst. Wir haben vergangene Woche mit dem Training wieder begonnen“, so Wehr. Er hofft auf einen Saisonstart im September, hat da aber noch seine Zweifel hat. „Zur Sicherheit habe ich schon ein paar Spiele für die Vorbereitung organisiert“, sagt der 42-Jährige.

(mkp)