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Wuppertaler Fight-Club gibt Boxern willkommene Wettkampf-Gelegenheit

Boxen : Fight-Club gibt Boxern willkommene Wettkampf-Gelegenheit

Werner Kreiskott organisierte die veranstaltung unter strengen Corona-Schutzbestimmungen. Am Ambiete fehlte es auch ohne Zuschauer nicht.

„Zutritt nur mit Maske“ hieß es schon am Eingang zum Fight-Club in der Friedrich-Ebert-Straße, wo Werner Kreiskott am Samstag eine Profi-Boxveranstaltung streng nach Corona-Regeln aufgezogen hatte. Wer den gewundenen Aufgang zum Gym erklomm, der musste kurz vor der Tür zunächst die „Fever free Zone“ (Fieber-frei-Zone) vom Wuppertaler Unternehmen „Thermogate“ passieren. Ein Infrarot-Gerät, ähnlich einer Kamera, das die Körpertemperatur der Aktiven, Betreuer und Kampfrichter und vor allem das nicht vorhandene Fieber feststellte, bevor die eigentliche Kampfstätte betreten werden konnte. Dazu wurde der Name des Ankömmlings notiert, der sich zudem noch desinfizieren musste.

„Ich denke, dass wir ein sicheres System ausgearbeitet haben, das auch von der Stadt Wuppertal akzeptiert wurde“, so Werner Kreiskott, der im ersten Drittel der Veranstaltung am Samstagnachmittag vier Paarungen in den Ring schickte. Zuschauer waren zwar keine erlaubt, doch in Zusammenarbeit mit „WupperTV“ hatte Werner Kreiskott eine Livestream-Übertragung auf der Facebook-Seite des Fight-Clubs organisiert. Und die wurde mit dem Auftakt der Hauptkämpfe ab 18 Uhr auch eifrig genutzt.

Zumal eine, bis auf die fehlenden Boxfans am Ring, echte Kampf-Atmosphäre – beaufsichtigt von „Superviser“ Jens Baum – hergestellt wurde: Ringsprecher Thomas Bielefeld ließ sein wohltönendes Organ in voller Lautstärke erschallen, als er die Kontrahenten vorstellte. Und nach den Kämpfen trat mit Melanie Scheiter eine mit Mikrofon bewaffnete junge Dame in Aktion und interviewte Sieger und Besiegte, die sich erfreut zeigten, dass ihnen im Fight-Club Gelegenheit gegeben worden war, ihren Beruf als Boxer auszuüben.

Hamburger Boxstall schickte Kämpfer nach Wuppertal

So wie der Hamburger Halbschwergewichtler Edison Demaj, dessen „Stall“ Universum Box-Promotion bei Kreiskott angefragt hatte, ob ihr Kämpfer dort in den Ring steigen könne. In seiner Ecke als Trainer der ehemalige Cruisergewichtsweltmeister, der Kubaner Juan Carlos Gomez. Gomez, einst Publikumsliebling, coachte seinen Mann auch zu einem vorzeitigen Sieg in der vierten Runde über Christian Dulz nach einem großartigen Auftritt.

Den lieferte im folgenden Mittelgewichtskampf auch Sarhad Nouzad, der gegen Dominik Tietz gleichfalls vorzeitig durch technischen K.O. gewann. Packende sportliche Unterhaltung: Das galt auch für den temporeichen Schlusskampf im Super-Weltergewicht, wo Octavian Gratii auf Yaser Yüksel traf. Beide bearbeiteten sich auch in der Schlussrunde ohne Konditionsmängel. Gratii siegte knapp nach Punkten. Im Interview danach waren beide außer Atem.

„Es war eine gelungenen Sache“, freute sich Werner Kreiskott, nachdem die Kämpfer in den Kabinen verschwunden waren und die TV-Technik abgebaut worden war. „Natürlich hoffen wir, dass die Pandemie bald vorbei ist. Ich plane im April wieder eine Veranstaltung, wenn es sein muss, eben noch einmal per Livestream“, so Kreiskott. Er machte gleichzeitig darauf aufmerksam, dass derzeit auch in seinem „Fight-Club“ alle Aktivitäten ruhen. „Es wäre sehr wichtig, dass wir die Kinder wieder trainieren und ihnen ihren Sport ermöglichen dürfen. Das ist neben der sportlichen auch eine soziale Aufgabe, vor allem für die Kinder, die in schwierigeren Verhältnissen aufwachsen.“