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Wuppertaler Basketball-Veteranen wollen noch einmal angreifen

Viele ehemalige BTV-Asse haben sich in der neuen fünften Mannschaft zusammengetan und spielen jetzt Kreisliga : Wuppertaler Basketball-Veteranen wollen noch einmal angreifen

Viele ehemalige BTV-Asse haben sich in der neuen fünften Mannschaft zusammengetan und spielen jetzt Kreisliga.

Sie können es nicht lassen: Dario Fiorentino hat bis vorige Saison noch bei den Schwelmer Baskets in der Pro B-gespielt, hörte aber auf, nachdem er das zweite Mal Vater geworden ist. Sascha Bornschein war bis vor vier Jahren Spielmacher beim Barmer TV in der Regionalliga, wo Christian Neitzel, David Jäger und Sebastian Duhr noch in der vergangenen Saison aktiv waren. Jetzt treffen sich alle in der neu gegründeten fünften Herrenmannschaft des Barmer TV wieder und dürften demnächst die Kreisliga aufmischen. „In der Corona-Pause saß ich zu Hause auf dem Sofa und dachte, du musst mal wieder Sport machen“, erklärt Sascha Bornschein den Ausgangspunkt. Für seine Idee, „mit ehemaligen Kumpels, die noch ein bisschen zocken wollen, ein Team zu gründen“, fand er schnell Mitstreiter. „Die Whats-App-Gruppe ist stetig gewachsen“, freut sich Bornschein.

Vorbild aus einem
Youtube-Clip

Am Sonntag konnte die ambitionierte Feierabendtruppe bereits ihren ersten offiziellen Erfolg feiern. Sie gewann das Kreispokalfinale gegen Hellas mit 53:48. Den „alten Motor wieder in Schwung zu bringen“, sieht Sascha Bornschein als die größte Herausforderung. Vorbild ist ein Youtube-Video, in dem ein scheinbar alter Mann als Ersatzspieler beim Streetball Jungfüchse aufmischt. Dessen Name – „Uncle Drew“ – ziert auch das Trikot der Truppe, das man sich selbstverständlich selbst gekauft hat.

Der Barmer TV hat die Spiellizenz und eine wöchentliche Hallenzeit in der Turnhalle Liegnitzer Straße beigesteuert. „Ich finde das cool, und unterstütze das gern“, sagt BTV-Abteilungsleiter Daniel Walter, der als Center bei den ersten Herren weiter unverzichtbar ist. „Noch fühle ich mich zu fit dazu, aber wer weiß, vielleicht ist die Crew später ja auch mal etwas für mich“, sagt Walter.

Zumindest mit einem Schriftzug auf dem Rücken laufen die basketballerisch „überqualifizierten“ Kreisliga-Herren aus der „Fünften“ jetzt ja auch als Werbeträger für den Verein durch Wuppertals Hallen. „Wobei die Umstellung auf die kleine Halle in der Liegnitzer Straße schon krass war“, wie Bornschein findet. Beim Kreis­pokalfinale gegen Hellas habe man sich dann in der von früher gewohnten großen Halle am Nocken erst mal wieder zurechtfinden müssen. Und auch, dass man überhaupt nicht angegriffen werde, sei ungewöhnlich. Hellas, unter anderem mit Michel Kremer, Sohn von Basketball-Legende Petra Kremer, und Ex-BTV-Trainer Edi Saou besetzt, habe stattdessen den Weg zum Korb gut verstellt und zu Würfen von außen gezwungen. „Die kamen lange unterirdisch“, so Bornschein. Erst als Hellas nach 33 Minuten plötzlich mit fünf Punkten vorne gelegen habe, habe man Zwischengas geben können und dann auch vier Dreier hintereinander versenkt.

Publikum ist neugierig
auf die „alten Bekannten“

Der niedrige Gesamtscore von 53 Punkten spricht allerdings für sich, unter der Woche habe man in einem Testspiel noch den Wuppertaler Landesligisten Yu-Baskets mit 93:40 vom Feld gefegt. Klar, dass der Aufstieg aus der untersten Klasse, in der man anfangen muss, auf der Agenda steht, wenn in zwei Wochen die Meisterschaft beginnt.

Schön sei es auch gewesen, so Bornschein, dass viele
BTVer sich die neue Truppe mit den vielen bekannten Gesichtern am Sonntag mal hätten anschauen wollen. So gab es eine Kulisse von rund 100 Zuschauern, die oft in der Regionalliga nicht erreicht wird. Darunter auch die gesamte Familie Kehrenberg/Kremer, die sich aber natürlich vornehmlich Enkel und Sohn Michel anschauen wollten, der einer der wenigen Jungspunde auf dem Feld war.

„Es geht uns primär darum, uns einmal in der Woche zu treffen, und trotzdem noch ambitioniert Basketball zu spielen“, fasst Sascha Bornschein noch einmal den Gedanken von Uncle Drews Crew zusammen. Der ist nicht ganz so einfach umzusetzen, weil der ein oder andere doch ein wenig eingerostet sei. „Der Kopf weiß, was man zu tun hat, aber der Körper zieht gefühlt erst zwei Sekunden später nach“, sagt Bornschein, auf sich bezogen lachend. Das ist im Video dann doch etwas anders. Bei dem vermeintlichen Basketball-Senior Uncle Drew handelt es sich nämlich um einen auf Alt geschminkten topfitten NBA-Spieler.