Hallenfußball: Wuppertal wird zur Futsal-Hochburg

Hallenfußball : Wuppertal wird zur Futsal-Hochburg

Der SV Bayer richtet in der Rutenbeck den DFB-Futsal-Cup für B- und C-Juniorinnen aus. Frauenfußball-Bundestrainerin Steffi Jones hat ihren Besuch in Aiussicht gestellt.

Wuppertal. Seit Jahren sind Deutsche Jugendmeisterschaften im Futsal fester Bestandteil im Spielkalender des Deutschen Fußballbundes (DFB). Jetzt zieht der DFB mit den Mädchen nach. Am Wochenende wird Wuppertal der Nabel der deutschen Fußballwelt in dieser besonders technischen Art des Hallenfußballs sein. Der SV Bayer ist in der Rutenbeck Ausrichter des ersten DFB-Futsal-Cups für B- und C-Juniorinnen. Jeweils ab 9.30 Uhr werden die acht besten deutschen Mannschaften, die sich in den Qualifikationsturnieren der fünf Regionalverbände durchgesetzt haben, gegeneinander antreten — am Samstag die C-Juniorinnen, am Sonntag die B-Juniorinnen. Und das alles unter den Augen prominenter Gäste. So hat sich etwa Frauenfußball-Bundestrainierin Steffi Jones angekündigt eventuell am Samstag vorbeizuschauen. Sie ist gerade mit dem Nationalteam von einer Amerikareise zurückgekehrt. In jedem Fall wird am Samstag Ex-Nationalspielerin und DFB-Juniorentrainerin Bettina Wiegmann vor Ort sein. Damit auch möglichst viele Zuschauer in die Halle kommen, wird es am Wochenende in der Region keine Mädchenspiele geben. Damit unterstützt der Fußballverband Niederrhein den Veranstalter SV Bayer.

„Wir haben uns mit unserer Bewerbung gegen sechs Standorte in ganz Deutschland durchgesetzt“, sagt Peter Jansen, Abteilungsleiter beim SV Bayer, stolz. Gepunktet habe der Verein vor allem mit seiner hervorragenden Anlage im Bayer-Sportpark, aber auch seinem Fußball-Konzept, das eine eigene Fußballschule beinhaltet. Hinzu kommt die Unterbringung der Mannschaften in der Sportschule Duisburg-Wedau. Von Freitag auf Samstag werden dort die auswärtigen C-Jugend-Teams untergebracht, von Samstag auf Sonntag die B-Juniorinnen. „So etwas konnte sonst kein anderer Bewerber bieten“, sagt Michael Kurtz, Vorsitzender des Jugendausschusses im Fußballverband Niederrhein. Nicht nur wegen seiner Wuppertaler Wurzeln hat er die Bewerbung des SV Bayer tatkräftig unterstützt. „Das ist doch auch Werbung für uns. Ziel ist es, künftig auch die Jungenspiele hierher zu holen.“

Die fanden bis vor Kurzem stets in Gevelsberg statt. Bei einer Teilnahme seiner C-Jugendlichen vor zwei Jahren entstand auch beim SV Bayer der Wunsch, so etwas mal zu veranstalten. „Leider war das Jungen-Turnier für dieses Jahr bereits nach Hamburg vergeben, aber wenn wir jetzt mit den Mädchen überzeugen können, kriegen wir es ja vielleicht in den nächsten Jahren“, sagt Peter Jansen vom SV Bayer. Dessen Juniorinnen hatten sich, anders als im vergangenen Jahr, nicht für die westdeutsche Finalrunde qualifizieren können. Sie werden aber interessiert zuschauen und im Umfeld mithelfen. Vieles kommt hochoffiziell vom DFB, wie beispielsweise der Boden mit der Linierung, der am Freitag verlegt wird. Schließlich will der DFB Futsal für den Winter immer mehr etablieren, hat jetzt auch eine Nationalmannschaft der Herren gebildet. Die hinkt freilich der Konkurrenz aus Südeuropa oder Südamerika noch weit hinter. Dort ist das Spiel ohne Bande mit einem kleineren, sprungreduzierten Ball, Handballtoren und weniger Körpereinsatz bereits sehr populär.

In Deutschland sagen viele Vereine im Seniorenbereich noch, wir spielen lieber unsere traditionellen Turniere mit den gewohnten Fußbällen und vor allem mit Bande. „Das wollen wir ihnen ja nicht kaputt machen“, versichert Michael Kurtz. Er kann allerdings manche Argumente nicht nachvollziehen. Etwa das, es würden beim Futsal kaum Tore fallen. „Ich habe noch kein Futsalturnier gesehen, bei dem es keine kein Treffer gegeben hätte.“ Wer es selbst erleben will, sollte am Wochenende in die Bayer-Halle kommen.

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