WSV zittert sich zur Tabellenführung

WSV zittert sich zur Tabellenführung

Nach dem 2:1-Sieg beim VfB Homberg feiern Fans und Mannschaft. Der Trainer geht nüchterner mit Platz eins um.

Wuppertal. Eigentlich hätte nach Spielschluss in Homberg beim WSV die Freude über die Tabellenführung im Mittelpunkt stehen können. Der 2:1(2:0)-Erfolg in Duisburg bedeutet für den Club aufgrund des besseren Torverhältnisses den Platz an der Sonne in der Oberliga-Niederrhein. Doch WSV-Trainer Thomas Richter war im Gegensatz zu der Mannschaft, die mit Ballermann-Musik und Kasten Pils die Heimreise antrat, gar nicht nach Feiern zumute. Denn nach guter erster Halbzeit und tollen Toren durch Dennis Schmidt (Fallrückzieher, 28.) und Alexander Thamm (Flugkopfball, 34.) führte der WSV mit 2:0 und schien durch den Platzverweis gegen den ehemaligen WSV-Spieler Patrick Polk (33.) alle Trümpfe in der Hand zu halten. Doch was nach dem Wechsel passierte, konnte sich Richter gestern nur damit erklären, dass „eine Verkrampfung zu spüren war und wir uns extrem dämlich angestellt haben“.

Zunächst sah es noch danach aus, als würde der WSV die nimmermüden Homberger geschickt vom Tor fernhalten, doch der Spitzenreiter ermöglichte dem Abstiegskandidaten immer mehr Gelegenheiten zum Torabschluss und hatte bei einem angeblichen Abseitstor noch Glück, dass der Schiedsrichterassistent die Fahne gehoben hatte (60.). Endgültig zur Zitterpartie wurde die Begegnung, als Danijel Gataric ein Eigentor unterlief (75.). Gleichzeitig verpasste es der WSV, bei guten Konterchancen und einem weiteren Platzverweis gegen Homberg das dritte Tor nachzulegen. Der junge Janos Löbe war aber nicht abgeklärt genug, um klare Chancen zu verwerten.

„Wir hätten das dritte Tor machen müssen. Aber wir sind nicht soweit, dass wir so ein Spiel souverän runterfahren können“, sagte Richter. Dennoch traut er seinem Team zu, dass es die Rolle des Gejagten gut annehmen wird. „Wir müssen eben unsere Qualität auf den Platz bringen.“

Ob dabei am kommenden Sonntag beim Gastspiel in Hilden Davide Leikauf und Marvin Ellmann helfen können, ist unwahrscheinlich. Leikauf schied in Homberg nach einem Foulspiel schon nach 15 Minuten aus. Mannschaftsarzt Tim Heinz diagnostizierte gestern eine starke Knöchelprellung und lädierte Außenbänder. Ellmann, der mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt wurde, wird heute untersucht. „Ich kann schon besser laufen als am Samstag, aber Schmerzen habe ich noch.“

Sollte er tatsächlich länger ausfallen, sind Neuzugänge zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema, wie Richter betonte. Zur Winterpause wolle man den Markt sondieren. „Aber das tun wir eigentlich immer.“ Letzter Verletzter einer denkwürdigen Partie ist Torschütze Schmidt. Er erlitt bei einem Foulspiel eine Brustbeinprellung. Hier bleibt abzuwarten, wie die Trainingswoche verläuft.

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