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WSV statt FC Bayern: Regionalligist will Fans ins Stadion locken

Wuppertaler SV : „Wir vertrauen diesem Kader“

Am Freitag (Anstoß: 19.30 Uhr) erwartet der WSV den SV Straelen im Stadion am Zoo. Gegen den Aufsteiger ist ein Sieg fast schon Pflicht, um nicht schon den Anschluss zu oberen Tabellenregionen zu verlieren.

Wie intensiv in den Regionalligen inzwischen Fußball gespielt wird, machten einmal mehr die Spiele der 1. DFB-Pokalhauptrunde deutlich. Regionalligist SSV Ulm warf den Pokalsieger Eintracht Frankfurt aus dem Rennen, und selbst die übermächtigen Bayern hatten große Mühe gegen den Außenseiter Drochtersen/Asseln. Eine Voraussetzung für solche Kraftakte sind die konditionellen und läuferischen Fähigkeiten der Regionalligaspieler, die zuletzt auch der Wuppertaler SV im Punktspiel beim SC Verl offenbarte. Bemerkenswerte 108,4 Kilometer legten die WSV-Spieler in dieser von beiden Seiten intensiv geführten Partie bei hochsommerlichen Temperaturen zurück.

Die Spieler laufen so viel
wie in der Bundesliga

„Auf diesen Wert kommt je nach Spielverlauf nicht jeder Erstligist“, sagt WSV-Trainer Christian Britscho. Die Laufleistungen in Verl sind ein Indiz, dass sich der WSV nach zwei Niederlagen in Folge mit aller Macht gegen den drohenden Fehlstart in der noch jungen Saison gestemmt hatte. Bisher hält sich der Rückstand des WSV zu den oberen Tabellenregionen noch in Grenzen. Damit das zumindest so bleibt, ist ein Sieg am Freitag (Anstoß 19.30 Uhr, Stadion am Zoo) gegen den Aufsteiger SV Straelen Pflicht.

„Die Gesamt-Laufleistung der Mannschaft ist sicherlich nur ein Indikator. Wir schauen bei der Analyse mehr noch darauf, mit welcher Intensität ein Spieler in welcher Situation unterwegs ist. Allerdings sollte der Wert von 108,4 Kilometer all denen zu denken geben, die sich kritisch über das Durchschnittsalter von 28 Jahren bei der Anfangsformation in Verl geäußert haben. Das Spiel in Verl war das bisher am intensivsten geführte“, sagt Sportvorstand Manuel Bölstler. Wobei zu beachten ist, dass es sich bei der Laufleistung der Spieler nicht um Schätzungen, sondern um Messwerte handelt, die während des Spiels aufgezeichnet wurden.

Eine intensive Auseinandersetzung erwartet Christian Britscho auch gegen den Aufsteiger SV Straelen, der mit vier Punkten aus drei Spielen gut gestartet ist. Kurzfristig verpflichtete das Team vom Niederrhein noch den gebürtigen Wuppertaler Björn Kluft (28), der zuletzt das Trikot des Chemnitzer FC getragen hat. Beim WSV sind bis zum Ablauf der Wechselfrist keine Veränderungen im Kader mehr vorgesehen. „Am Mittwoch gab es zwar sieben oder acht Anrufe von Spielerberatern, aber wir vertrauen dem aktuellen Kader. Wir haben auch keinem Spieler nahe gelegt, sich nach einem anderen Verein umzusehen“, sagt Manuel Bölstler. Coach und Vorstand appellieren an die Fans, am Freitag das Live-Ereignis im Stadion am Zoo dem Bundesliga-Kick zwischen den Bayern und Hoffenheim im Fernsehen vorzuziehen. Die Mannschaft habe den Willen, eine überzeugende Leistung auf den Platz zu bringen.

In Verl hatte der WSV von der stark besetzten Bank profitiert. Die eingewechselten Kevin Hagemann, Enes Topal und Marco Cirillo hielten das Tempo hoch, als der WSV auf den hochverdienten Ausgleich drängte. „Wir haben sicher die eine oder andere Chance liegen lassen, aber auch Verl hätte das zweite Tor erzielen können. Insgesamt war es ein gerechtes Ergebnis“, sagt Christian Britscho im Rückblick.

Ein dickes Lob spricht er Kapitän Gaetano Manno aus, der in Verl nicht zum Einsatz kam. „Er ist damit sehr professionell umgegangen. Man kann im Training erkennen, wie gefestigt er ist“, sagt Britscho. Die Aufstellung will er von den Trainingsleistungen abhängig machen. „Ob es am Freitag kühler wird, oder ob der Rasen etwas höher gewachsen ist - das ist absolut nachrangig“, so Britscho. Die Anfangsformation richte er nach der Form der eigenen Spieler und dem Gegner aus.