WSV: Eichner legt Amt nieder

Der Sprecher des Vorstandes nennt für seinen Rückzug zum 31. Oktober berufliche Gründe. Er sieht den Club gut aufgestellt.

Wuppertal. Alexander Eichner legt sein Amt als Sprecher des Vorstandes beim Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV zum Ende dieses Monats nieder. Das hat der Unternehmensberater dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Thomas Lenz, per Brief mitgeteilt. Eichner (56) war dreieinhalb Jahre an der Spitze des Traditionsvereins. Er führte den WSV mit der Initiative 2.0 in eine geordnete Insolvenz, nachdem der langjährige starke Mann des Klubs, Friedhelm Runge, seine Posten als Präsident und Geldgeber geräumt hatte. Für Eichner ist die Phase der Restrukturierung jetzt abgeschlossen. „Es sind berufliche Gründe, die mich zwingen, den WSV nun zu verlassen“, sagte Eichner der Westdeutschen Zeitung. Er sei sicher, dass der Klub gut aufgestellt sei.

Eichner hat den ehemaligen Fußball-Bundesligisten vollständig umgekrempelt. An die Stelle des mächtigen Präsidenten trat ein gleichberechtigter Vorstand, dessen Sprecher er noch bis Ende Oktober ist. Daneben spiele der Verwaltungsrat eine zentrale Rolle. „In diesem Gremium werden alle Entscheidungen getroffen“, erklärt er. Davon stehen auch für die nahe Zukunft aus Sicht des Vorstandssprechers noch einige an. Das Jugendleistungszentrum zum Beispiel. „Das ist von größter Bedeutung für die Zukunft des Klubs. Es kann dem WSV und der ganzen Stadt einen Schub geben.“ Außerdem müsse die Ausgründung der Lizenzspielerabteilung aus dem Verein vorangetrieben werden. Erste Gespräche mit möglichen Sponsoren hat Eichner bereits geführt. Andere werden sie zu einem für den Klub guten Ende bringen müssen, wenn der Verwaltungsrat das so beschließt. „Die Ausgründung muss meiner Meinung nach das Ziel sein.“

Sportlich ist der Wuppertaler SV nicht zuletzt durch die geordnete Insolvenz wieder aus der Bedeutungslosigkeit aufgetaucht. Im ersten Jahr Regionalliga spielt er unter der Leitung des Duos Stefan Vollmerhausen und Manuel Bölstler eine sehr gute Rolle. „Sie haben offenbar alles richtig gemacht“, sagt Eichner und würdigt die Leistung von Mannschaft und Trainer.

Weniger zufrieden war der Vorstandssprecher zuletzt mit der Reaktion auf einen anonymen Brief, nach dessen Eingang der Spieler Lukas Fedler intern angegriffen (er ist vom Training suspendiert) worden sei. Der Vorwurf: Der Brief enthielte Details, die nur aus dem Umfeld der Mannschaft kommen könnten. „Thomas Lenz und ich haben am Dienstag mit Lukas und dessen Vater gesprochen und uns im Namen des Wuppertaler SV entschuldigt.“ Lukas Fedler sei ein ehrlicher, aufrichtiger Wuppertaler Junge, der mit dem WSV den Aufstieg erkämpft und dafür sogar sein Jurastudium zurückgestellt habe.

Dem Wuppertaler SV wünscht Alexander Eichner für die Zukunft viel Erfolg und viele Gönner. „Ich bin überzeugt davon, dass jeder, der etwas für den WSV macht, auch etwas für die ganze Stadt tut“, sagte er. Der Wuppertaler SV könne für Wuppertal mehr bewirken als der Handball-Bundesligist Bergischer HC. „Selbst wenn der BHC mal in der Champions League spielen sollte.“