Wenn 100 Kilometer so beliebt sind, muss es der WHEW100 sein

Wenn 100 Kilometer so beliebt sind, muss es der WHEW100 sein

Der Trassenlauf WHEW hat sich inzwischen zu einem echten Renner in der Szene entwickelt. Die fünfte Auflage toppte alle bisherigen.

„Ich glaube, es ist noch nie so rund gelaufen“, sagte Initiator Guido Gallenkamp am Samstag nach dem fünften 100-Kilometerlauf WHEW, der mehr als 160 Einzel- und noch einmal genauso viele Staffelstarter zur Wuppertaler Mirke und auf die Rundstrecke bis ins Ruhrgebiet gelockt hatte. Wie berichtetet kamen die Läufer zum Teil sogar aus dem Ausland.

Die Ultraszene läuft in Wuppertal, auch wenn das „rund laufen“ nachher nicht mehr für jeden Finisher galt, wie man insbesondere an der Treppe zum Café Hutmacher gut beobachten konnte. Harte Waden und Oberschenkel gehören hinterher dazu, das Lob der Teilnehmer war dennoch riesig. „Eine tolle Veranstaltung. Wir haben in Berlin den Mauerweg, ihr die Nordbahntrasse“, meinten etwa Gaston und Martina Prüfer vom Nord Berlin Ultra Team begeistert. „Die Verpflegung war klasse von Kartoffeln bis Milchreis und die Soundbikes auf der Strecke sind ein tolle Idee“, schwärmte Martina Prüfer, die den 100er mit ihrem Gatten kurzfristig zum Warmlaufen für die TorTour de Ruhr (von Winterberg bis Duisburg) eingestreut hatte. Die Soundbikes kamen allgemein toll an. „Wenn man mal seine Ruhe haben wollte, schickte man sie eben weiter“, berichtet Maik Kaufmann vom Wuppertaler Verein Sportlerhelfen, der über Laufprämien von Sponsoren mehr als 2000 Euro für krebskranke Kinder erbracht hatte. Er will diese Musikbegleitung nun auch für den Schwebebahnlauf vorschlagen, bei dem die Radfahrer seines Vereins Schrittmacherdienste leisten.

Conni Dauben von der TSG Sprockhövel, die schon mehr als ein Dutzend Ironman-Triathlons in aller Welt absolviert hat, machte zum fünften Mal mit und teilte sich diesmal die Strecke mit Nationalmannschaftsläuferin Anke Libuda. Sie hat die 100 Kilometer auch schon solo, in einer Viererstaffel und im Modus Run & Bike absolviert. „Jetzt habe ich alles durch, und es macht immer wieder Spaß. Eine Top-Organisation “, strahlte sie und sah im Ziel noch sehr frisch aus.

Das ging nicht allen so, doch zumindest die freundliche Begrüßung der vielen Besucher in der Mirke, die die Sonne, Musik und gute Getränke genossen, trieb das Adrenalin kurzzeitig wieder hoch. „Wir hatten einen Vertrag mit dem Wettergott“, strahlte Ingo Jarosch vom Veranstalter MTV Elberfeld, hob aber auch die tolle Zusammenarbeit mit den vielen unterstützenden Vereinen hervor. Die Johanniter etwa hatten den letzten Teilnehmer auch nach dem eigentlichen „Cut“ nach 15 Stunden noch ins Ziel geleitet. Wer unterwegs Probleme bekam, konnte sich von Shuttle-Bussen abholen lassen. Doch das war trotz des warmen Wetters, das dem ein oder anderen genauso zu schaffen machte, wie die Steigung im Schlussdrittel, eine absolute Minderheit.

Auch für Sprecher Andreas Menz war es ein langer Tag, hatte er mittags schon Fünf- und Zehn-Kilometerlauf gestartet. Dass die Teilnehmerzahlen dort unter denen des Ultras geblieben waren, führt Guido Gallenkamp auch darauf zurück, dass man nicht viel werben könne. In der Ultraszene sei der 100er dagegen inzwischen ein Selbstläufer. Dank der guten erzielten Zeiten ist er von der Internationalen Ultravereinigung in den Silberstatus erhoben worden.

Die Zeit von 10-Kilometer -Stadtmeister Sascha Lange (38:48) war dagegen angesichts der im Stadtgebiet flachen Strecke nicht unbedingt Spitze. „War schon sehr warm, deshalb bin ich das Rennen mit Vorsicht angegangen, weil ich wusste, dass der Rückweg hart werden könnte. Ich hätte auch noch Körner für einen Endspurt gehabt, aber ich musste mich etwas schonen, weil ich meine Kräfte heute Abend noch für einen Junggesellenabschied brauche“, entschuldigte er sich nachher lächelnd.

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