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Weltmeister Kohler im Stadion am Zoo - Brüderpaar führt Bayer-Kicker

Wuppertaler Fußball-Geflüster : Weltmeister am Zoo und Brüder bei Bayer

Beim ASV wird aus Ex-Torjäger Alen Ruzic jetzt ein Torwart. Corona hält die Kreisliga weiter in Atem. Jeetzt ist auch die Zweite des TFC Wuppertal vorläufig aus dem Spielbetrieb genommen.

Einen Weltmeister darf man auch nicht alle Tage im Stadion am Zoo begrüßen. Jürgen Kohler, knallharter Innenverteidiger aus der deutschen 1990er Weltmeisterelf und 105-facher Nationalspieler, schaute sich am Samstag die Begegnung des Wuppertaler SV gegen Rot-Weiß Oberhausen an. „Er hatte mich gefragt, wollte eigentlich vorher schon mal kommen. Jetzt hat es aber gepasst“, sagte WSV-Sportdirektor Stephan Küsters, der Kohler von Viktoria Köln her gut kennt. Kohler war dort zwei Jahre lang A-Jugend-Trainer gewesen, hatte dann das Regionalliga-Team als Interimscoach mit zum Aufstieg in die 3. Liga geführt. „Zurzeit mache ich mal Nichts, nehme mir die Zeit, Spiele anzuschauen“, sagte Kohler. In Corona-Zeiten sei es für Trainer auch nicht einfach, eine Anstellung zu finden. Vom Spiel war der 54-Jährige (wird am Dienstag 55) angetan, sah aber sowohl beim WSV als auch bei Oberhausen Defizite in der Rückwärtsbewegung. Kohler, der in Bonn wohnt, ging dann bereits vor Spielschluss. Mit dem 2:0 durch Semir Saric war da die Vorentscheidung gefallen.

In der Bezirksliga kletterte der TSV Ronsdorf nach dem 2:1-Last-Minute Erfolg beim bislang ungeschlagenen SC Werden-Heidhausen auf den zweiten Tabellenplatz. Auch Aufsteiger SV Bayer Wuppertal ist nach dem 2:2 gegen Spitzenreiter ASV Mettmann in der Spur. Die Velardi-Brüder Luciano und Michele scheinen trotz personeller Engpässe das richtige Händchen zu haben. Luciano Velardi hat als Trainer die sportliche Verantwortung, während Michele sich um die administrativen Aufgaben und Spielerverpflichtungen kümmert. Natürlich beratschlagen sich die Brüder und tauschen sich vor und nach den Spielen aus. „Aber ich rede unserem Trainer nicht dazwischen, das ist ein reiner Meinungsaustausch“, versichert Michele Velardi.

Als dritte Mannschaft nach Union und Hellas hat der Fußballkreis aktuell C-Kreisligist TFC II wegen eines Coronafalls aus dem Spielbetrieb genommen. Während Union, das die Kreisliga-A nach der Niederlage von Jägerhaus-Linde weiter punktgleich mit Linde anführt, wohl nächste Woche wieder spielen kann, weil die Quarantäne für die Spieler an diesem Wochenende endete, ist das bei Hellas noch nicht absehbar. Dort gibt es inzwischen vier Coronafälle innerhalb des Teams und die Ankündigung, dass die Selbstständigen - immerhin zwölf Spieler in erster und zweiten Mannschaft - bei einem erneuten Verdacht alles ruhen lassen würden, bis ein Impfstoff gefunden sei. Gute Nachricht immerhin vom Vorsitzenden Jorgo Avramidis: „Allen vier Betroffenen geht es so weit gut. Bis auf einen, der Fieber hatte, weisen die anderen keine Symptome auf.“

Bei Kreisligist ASV Wuppertal hütet einer das Tor, der eigentlich für seinen starken linken Fuß und seine Torgefahr im Feld bekannt ist: Alen Ruzic. Der 25-jährige Ex-CSC-Spieler hat sich nach mehreren, schweren Verletzungen dazu entschieden, fortan nur noch als Torhüter aufzulaufen. So ist Ruzic neuer Stammtorwart bei den Barmern und macht seine Sache laut Trainer Carsten Tracogna gut. Am Sonntag konnte er sogar als Torschütze glänzen - beim 3:3 gegen den TSV Beyenburg verwandelte er einen Foulelfmeter.