Weihnachts-Topspiel für Handball-Bundesligist Bergischer HC

Handball-Bundesliga : Weihnachts-Topspiel für den BHC

In Düsseldorf wollen die Handballer am Donnerstag den Rhein-Neckar Löwen ein Bein stellen.

Es ist ein echter Handball-Knüller, den der Bergische HC am zweiten Weihnachtsfeiertag im ISS Dome präsentieren kann. Mit seinem Starensemble um Weltklasseregisseur Andi Schmid und den deutschen Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer kommt der aktuelle Tabellen-Fünfte Rhein-Neckar Löwen nach Düsseldorf. Rund 5400 Karten waren bis Montag verkauft.

Beide Teams haben eine Enttäuschung zu verarbeiten. Beim Bergischen HC war es die 23:36-Niederlage vom Sonntag in Minden, die durch eine ungewohnt schwache Angriffsleistung zustande kam. Die Rhein-Neckar Löwen verpassten zu Hause durch ein 22:24 gegen Meister Flensburg die Chance, bis auf zwei Punkte zu Spitzenreiter Kiel aufzuschließen, der einen Tag später sensationell eine 20:27-Heimniedrelage gegen Wetzlar kassierte.

„Unsere Aufgabe ist es, unsere Leistung im Positionsangriff wieder zu verbessern und Überzeugung im Abschluss zu zeigen“, sagt BHC-Trainer Sebastian Hinze, der mit Floskeln wie Trotzreaktion nichts anfangen kann. „Unsere Moral in Minden hat ja gestimmt, und auch die Abwehrleistung war in Ordnung. Wir haben uns nur durch die Fehler im Angriff zu sehr stressen lassen“, sagt Hinze. Hinzu sei gekommen, dass kaum ein Spieler seine Topform erreicht habe. In solchen Phasen und Spielen gelte es „die einfachen Dinge gut zu machen“, um wieder Sicherheit zu gewinnen.

Die soll gegen die Rhein-Neckar Löwen möglichst zurückkehren, wobei der BHC gegen das Starensemble natürlich in der Außenseiterrolle ist. „Besser jetzt gegen ein Topteam, da erwartet niemand einen Sieg von uns“, sagt Kreisläufer Rafael Baena, nach der vierten Niederlage in Serie. Ein Sieg gegen ein Top-Team in der Tabelle fehlt dem BHC in dieser Saison noch. Baena hatte selbst bei den Rhein-Neckar Löwen eine sehr erfolgreiche Zeit gehabt, bevor er vor eineinhalb Jahren zu den Bergischen Löwen gekommen war. In bisher vier Auseinandersetzungen mit den ehemaligen Kollegen hat er mit dem BHC noch nicht gewinnen können, stand einmal im Pokal vor einem Jahr ganz knapp davor.

Kurz danach, am 1. November, hatte es im ISS Dome in der Liga eine recht deutliche 25:30-Niederlage gegeben. Im Hinspiel dieser Saison hat der BHC in Mannheim mit 24:30 verloren. Eine ähnliche Zuschauerzahl wie am 1. November 2018 - da waren es 6758 gewesen - wünscht sich der BHC auch diesmal. „Bisher hatten wir auch in Düsseldorf immer das Gefühl einer Heimspielatmosphäre“, sagt Rückraumshooter Fabian Gubrod. Gegen die Rhein-Neckar Löwen hatte er bei den beiden jüngsten Spielen jeweils siebenmal getroffen, will mit der Mannschaft das Misserfolgserlebnis aus Minden abhaken und es eben diesmal wieder besser machen.

Dass nur zwei Trainingseinheiten Zeit sind, sich auf den Gegner vorzubereiten, sieht Trainer Sebastian Hinze nicht so tragisch. Man kenne sich ja gut. „Gegen eine solche Weltklassemannschaft kannst du nicht alles verhindern. Wir werden uns einen Plan zurechtlegen, was wir verteidigen wollen und den dann hoffentlich 60 Minuten durchziehen.“ Ihm wird voraussichtlich das gleiche Personal wie in Minden zur Verfügung stehen, das heißt, die volle Kapelle bis auf die Langzeitverletzten Daniel Fontaine und Leos Petrovsky. Nur die Form soll diesmal besser sein. Sicher auch bei Linus Arnesson, der nach einwöchiger Krankheit nicht wie gewohnt in Spielsteuerung und Abschluss agierte. Auf die Krankheit zuvor wollte Hinze das nicht zurückführen. „Ich hatte den Eindruck, alle 16 waren topfit.“

(gh)