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Vom Turnverein zur Badminton-Hochburg

Vom Turnverein zur Badminton-Hochburg

Jubiläum: TuS Rot-Weiß Wuppertal wird 125 Jahre alt.

Wuppertal. Auf eine bewegte Vereinsgeschichte blickt am Wochenende der TuS Rot-Weiß Wuppertal zurück. Dann soll der 125. Vereinsgeburtstag im Gemeindesaal von St. Konrad gefeiert werden. Für einen großen Sportfeiertag hatte der Klub zuletzt am 7. Oktober 2008 gesorgt, als er Ausrichter des Badminton-Länderkampfes Deutschland - England in der Uni-Halle war. 1300Zuschauer sahen damals den Deutschen 4:1-Sieg und machten damit auch die Verantwortlichen von Rot-Weiß um den Vorsitzenden Wolfgang Zak zu Siegern.

Badminton hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten für den größten Wandel in der Geschichte des Vereins gesorgt, der 1885 von einigen Idealisten im Zoo-Viertel als Kiesberger Turnverein gegründet wurde. Als Eckhard von Schwedler 1962 die Badmintonabteilung ins Leben rief und den bis dahin höchstens als Federball bekannten Sport auch in Wuppertal hoffähig machte, hätte wohl kaum einer geglaubt, wie sehr er damit für den Erhalt des Vereins sorgte. 120 der heute noch 183 Mitglieder spielen Badminton. Mit 23 Schülern und 22 Jugendlichen hat der Klub eine starke Nachwuchsabteilung, spielt in der Landesliga und ist nach dem Cronenberg BC führend in Wuppertal. Dirk Kellermann nahm als Schiedsrichter an vier Olympischen Spielen teil.

Zwei Damen-Gymnastikgruppen, eine Fun-Fußball- und eine Shaolin-Kempo Gruppe laufen noch nebenher. Vom Fußball, der 1910 mit der Expansion des Vereins Einzug hielt, hat man sich 1981 ganz verabschiedet, auch Leichtathletik-Nachwuchs gab es nicht mehr. Dabei hatte man noch in den 60er Jahren sogar international Erfolge gefeiert, gewann ein Klubkampf in Paris und hatte mit dem erfolgreichen Mittelstreckler Wolfgang Zur ein echtes Aushängeschild.

Ein besonderes Stück Wuppertaler Sportgeschichte hatte der Verein 1946 geschrieben, als er am 10. Januar als erster nach dem 2. Weltkrieg die Zulassung zur Sportausübung durch die Militärregierung erhielt. Der neue Name Rot-Weiß tauchte 1933 erstmals auf, als die Vereinsverantwortlichen - vergeblich - mit einer Umtaufe die Eigenständigkeit hatten bewahren wollen. Kurz zuvor war der Verein, der sich zwischenzeitlich mit dem Nützenberger TV zur Sport- und Spielvereinigung Elberfeld West und danach zum VfB Sonnborn zusammengetan hatte, zwangsweise dem nazigesteuerten Arbeiterturn- und Sportbund angegliedert worden.

In der Nachkriegszeit stieg die Mitgliederzahl dann schnell wieder an. 381 waren es bereits im Jahr 1950. Gute Beziehungen zur Stadt pflegte man vor allem in Person von Karl Kepper. Der ehemaligen Leiter des Bäderamtes, der 2009 starb, war 40 Jahre lang RW-Vorsitzender.

Verlagert haben sich im Laufe der Jahrzehnte nicht nur die sportlichen, sondern auch die regionalen Schwerpunkte von Rot-Weiß. In der Turnhalle am Stadion Zoo trainiert heute nur noch eine Gymnastik-Gruppe. Die Badmintonabteilung unter Ingo Huppertz ist komplett in Langerfelder Hallen angesiedelt.