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Vom Straßenfußballer zum Vorsitzenden der SG Nüll

Ehrenamtlichen-Serie: Alles für den Klub : Vom Straßenfußballer zum Vorsitzenden der SG Nüll

Ulrich Opladen hat aus seinem Hobby eine Lebensaufgabe gemacht und sich im Betriebssport vielfältig engagiert.

Man glaubt dem liebenswürdigen, weißhaarigen älteren Herrn gern, dass er vor 60 und 65 Jahren ein talentierter Linksaußen in der Jugend des SSV Wuppertal (Fusionsvorgänger des WSV) war. Doch statt im blauen Trikot des SSV die linke Außenlinie entlang zu rennen und in den Strafraum zu flanken, zog Ulrich Opladen (81) lieber das grün-weiße Hemd des 1963 gegründeten 1. FC Nüll über, denn die Gegend um Nüller Straße und Funckstraße war seine Heimat und die seiner Freunde. Und die spielten ursprünglich zusammen in einer Straßenmannschaft, die sich als 1. FC Nüll dem Betriebssport anschloss und ihre Heimspiele auf dem Aschenplatz auf der Kaiserhöhe austrug. „Straßenmannschaften wie Schillerplatz, Gutenbergstraße, Laurentiusplatz, Hilgershöhe oder Alte Bockmühle gab es jede Menge. Unsere Trikots haben wir selbst gekauft und auch zuhause gewaschen. Bis Mitte 40 habe ich selbst aktiv gespielt“, so der inzwischen zweifache Urgroßvater, der im technischen Bereich der Telekom tätig war, aber auch in seinem kleinen Verein und im Betriebssportkreisverband (BKV) Verantwortung im Vorstand übernahm.

Die Nüller beschränkten sich nicht auf Fußball. „Ab Mai 1982 wurde bei der SG Nüll auch Tennis gespielt, weil der weiße Sport damals in Mode kam und viele Fußballer auch gut mit dem kleinen Filzball umgehen konnten. „Dann kam Dart“, erinnert sich Bernd Rüttgers, der 2. Vorsitzende der SG Nüll, „damit wurden wir 2008 und 2009 sogar Stadtmeister.“

Aber der Fußball wurde natürlich nicht vernachlässigt. „Wir hatten sogar mal eine Erste und eine Zweite“, so Uli Opladen, wobei es nicht mehr nur Nüller Jungs waren, die dem Leder nachjagten.

Opladens Aktivitäten im Vorstand des BKV bestanden nicht nur in umsichtiger Arbeit, sondern auch darin, den heutigen Vorsitzenden und Nüller Vereinskameraden Dirk Dörner mit ins Boot zu holen und ihn von der gesellschaftlichen Bedeutung ehrenamtlicher Vorstandsarbeit im BKV zu überzeugen. Dort wirkt Opladen, der heute vorwiegend Rad fährt und gern schwimmt, jetzt als Vorsitzender der Spruchkammer. Ein wenig traurig ist das langjährige Vorstandsmitglied über die Entwicklung der SG Nüll. „Alles ist erheblich schwieriger geworden. Wenn wir ein Spiel auf der Betriebssportanlage Rudolfstraße austragen, dann ist das einschließlich Platzgeld, Trikotwäsche und Schiedsrichterspesen jeweils mit Kosten von 70 Euro verbunden. Da können wir froh sein, dass unsere ehemaligen Spieler noch weiter ihren Beitrag entrichten“, so der einstige Straßenfußballer. Und Bernd Rüttgers fügt hinzu: „Ohne diese Beiträge könnten wir uns Spiele an der Rudolfstraße gar nicht mehr leisten.“

Eins haben Uli Opladen und sein Vize noch fest auf dem Schirm. „In zwei Jahren feiern wir unser 60-jähriges Vereins-Jubiläum. Was danach wird, steht im Moment noch in den Sternen.“