VfB Schwelm darf jubeln

Fußball: Der VfB Schwelm gewinnt das Turnier in der Bayer-Halle. Oberligist Cronenberg unterliegt im Finale.

Nicht Top-Favorit Cronenberger SC, sondern der Kreisliga-Zweite aus Westfalen, der VfB Schwelm, hat am Samstag den Günter-Taudien-Gedächtnis-Cup des SV Bayer und damit 400 Euro Preisgeld gewonnen. Die von dem Wuppertaler Trainergespann Marco Menge und Daniel Ritter betreuten Schwelmer besiegten den CSC in einem dramatischen Finale mit 1:0. Philipp Lange hatte eine Lücke in der aufmerksamen Cronenberger Deckung erspäht und den Ball unhaltbar für Marcel Langendorf ins lange Eck gezirkelt.

Damit wiederholte der VfB in der Bayer-Halle seinen Triumph von vor drei Jahren. Wie Stadtmeister Cronenberg hatten auch die Schwelmer vor einer Woche ein Hallenturnier gewonnen und die Gruppenphase mit 13 Punkten abgeschlossen, ehe sie im Halbfinale Union Velbert ins Neunmeterschießen um Platz drei zwangen.

„Spezielles Hallentraining machen wir nicht“, bekannte Marco Menge, der auch noch dem früheren Wuppertaler Torjäger Michael Kluft gratulieren durfte. Kluft heimste mit sieben Treffern die Torjägerkanone ein, musste den größten Teil des Finales aber zuschauen, weil er sich eine Muskelverletzung zugezogen hatte.

Nur ein Wuppertaler Club im Halbfinale, da war von den großen Versprechungen im Vorfeld wenig geblieben. Wobei Vorjahressieger ASV Wuppertal ziemlich überrascht war, dass er mit seinen neun Punkten vorzeitig die Heimreise antreten musste. Daran waren nicht nur die eigenen Niederlagen gegen den Cronenberger SC und Union Velbert schuld, sondern vor allem die überraschende 1:2-Schlappe des Wuppertaler Hallenmeisters CSC im letzten Gruppenspiel gegen Union Velbert. So kam Velbert auf zehn Punkte und Platz zwei in Gruppe A.

„Wir müssen nicht drum herum reden: Unser Abschneiden ist eine Enttäuschung“, wirkte Ronsdorfs Trainer Daniel Meike bedrückt. Seine Ankündigung, besser als in der Uni-Halle aufzutreten, wurde nicht in die Tat umgesetzt. Vier Punkte und nur ein Sieg gegen den Gastgeber SV Bayer bedeutete Platz vier in der Gruppen B. Der SV Bayer, einmal mehr ein vorzüglicher Gastgeber mit punktgenauer Einhaltung des Zeitplanes, freute sich über den reibungslosen Ablauf und konnte seinen mageren drei Punkten noch etwas Gutes abgewinnen. „Voriges Jahr haben wir nur zwei Punkte geholt. Diesmal sind es 50 Prozent mehr“, meinte der Leiter der Fußballschule des Vereins, Philipp Kasparek mit Galgenhumor.

Abteilungsleiter Peter Jansen war außerdem mit den in der Spitze bis zu 600 Besuchern, die dazu das Getränke-und Speisen-Angebot reichlich nutzten, sehr zufrieden. Jansen: „Das beste Ergebnis seit vier Jahren.“

Negative sportliche Krönung war das Abschneiden des Südhöhengewinners SC Sonnborn. Trainer Patrick Solms hatte die Spieler nominiert, die zuletzt nur wenige Einsätze hatten und erlebte mit null Punkten und 4:18 Treffern ein unerwartetes Desaster. Da schauten die Trainer Rolli Duhr (Union) und der meist sehr kritische Carsten Tracogna (SV Jägerhaus-Linde) schon erheblich zufriedener drein. So wie auch Michael Röttgen, der Torhüter des TV Dabringhausen. Er wird in diesem Jahr 50 und hatte mit einer Ausnahme alle Spiele auf dem Feld mitgemacht. Auch in der Halle war er ein Keeper mit Blitzreaktionen, die ein Grund dafür waren, dass der TVD Dritter in der Gruppe B wurden. „Solange es noch Spaß macht und der Trainer mich aufstellt, mache ich weiter“, grinste Röttgen. Der nur zehn Jahre jüngere Velberter Bastian Honnacker wurde zum besten Torwart des Turniers gekürt.

Keinen Preis, aber viel Lob erhielt das Schiedsrichter-Trio Uwe Schandri, Ünal Sögüt und Jan Hülsemann. Sie leiteten die 34 Spiele in der Bayer-Halle souverän und unauffällig.