Verletzungspech lässt den Bergischen HC nicht los

Handball-Bundesliga: Fünf fehlen dem BHC in Berlin im Rückraum

Beim Handball-Bundesligisten ist Improvisation gefragt. Auch Csaba Szücs fällt aus.

Die Hoffnung war da, dass sich die personelle Situation beim Bergischen HC vor dem Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin verbessert. Stattdessen muss der Club einen weiteren Dämpfer verschmerzen. Weil sich Csaba Szücs eine Innenbandverletzung im Knie zugezogen hat, fehlen den Löwen am Sonntag (16 Uhr) fünf Rückraumspieler. Trainer Sebastian Hinze sieht in der Misere jedoch auch eine Chance.

„Wir haben sicher nicht den maximalen Druck, wenn es um die Erwartungshaltung an einen Sieg geht“, erläutert der 39-Jährige. „Aber wir wollen das, was wir uns vornehmen, auch abrufen.“ Die Vorbereitung war intensiv, weil viele Spieler in neue Rollen schlüpfen werden. Max Bettin wird im Rückraum Verantwortung bekommen, Leos Petrovsky ist neben Max Darj im Deckungszentrum erste Option, und sogar auf Linus Arnesson könnte im zentralen Teil der 6:0-Abwehr eine für ihn eher seltenere Rolle zukommen. „In unserer Entwicklung wird uns auch diese Phase helfen“, ist sich Hinze sicher.

Nippes und Gutbrod sind
noch nicht wieder einsatzbereit

Denn der Trainer muss aufgrund des Verletzungspechs an allen Ecken und Enden improvisieren. Kristian Nippes (Meniskuseinriss) und Fabian Gutbrod (Adduktorenverletzung) befinden sich zwar im Aufbautraining, kommen in Berlin aber noch nicht wieder für einen Einsatz in Frage. Der langzeitverletzte Daniel Fontaine kommt Anfang 2019 wieder, und für Maciej Majdzinski ist die Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses beendet. Szücs hatte zuletzt gegen Göppingen auch offensiv ausgeholfen, sich dabei aber eine Innenbandverletzung zugezogen. „Es ist wohl kein langfristiger Ausfall“, atmet Hinze auf. „Aber kurzfristig müssen wir auch auf ihn verzichten.“ Um Tomas Babak, Arnesson, Bettin und Bogdan Criciotoiu zu unterstützen, nimmt der Coach den 18-jährigen Alexander Weck mit in die Hauptstadt. Dazu fliegt Lukas Stutzke am Sonntag nach. Der Rückraumspieler, der vor allem als defensive Option in Frage kommt, spielt Samstagabend noch mit Bayer Dormagen gegen den Dessau-Roßlauer HV. Beim BHC wird er sein Zweitspielrecht nutzen.

Hinze ist überzeugt, gegen die Berliner Lösungen erarbeitet zu haben. „Wir müssen einen sehr guten Positionsangriff spielen“, weiß der Coach. „Wir wollen gute Abschlüsse herausspielen und auf keinen Fall ins Berliner Tempospiel laufen. Wir haben die Qualitäten, um den Füchsen das Leben schwer zu machen. Aber wir müssen diese Qualitäten immer wieder wecken – und in jeder Situation erkennen, wo Berlin gerade angreifbar ist.“

Dass bei den Hauptstädtern auch nicht alles rund läuft, ist zu erwarten. Mit Torhüter Malte Semisch, der sich einen Bandscheibenvorfall zuzog, verletzte sich im Laufe dieser Saison der neunte Spieler der Füchse. Fabian Wiede ist zuletzt zurückgekehrt und hat für Entlastung gesorgt. „Angesichts der Verletztensituation finde ich es bemerkenswert, mit welcher Konstanz die Berliner bisher gespielt haben“, sagt Hinze.

Mit 16:12-Punkten liegen die Löwen und Füchse derzeit gleichauf. An der Außenseiterrolle ändert dies nichts. „Wir haben nicht viel zu verlieren“, meint Tomas Babak, der sich gerne an das jüngste Duell der beiden Teams erinnert. Das gewann der BHC im Februar 2017 sensationell mit 30:29. „Ich glaube, die Berliner wissen noch, was wir spielen können,“ sagt der Tscheche.

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