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TVB Wuppertal: Zweitligaderby in Lintfort ist abgesagt

Handball : TVB: Zweitligaderby in Lintfort ist abgesagt

Es gibt Corona-Verdachtsfälle bei beiden Teams. So einigten sich die Vereine, das Spiel am Sonntag sicherheitshalber auf einen späteren Termin zu verschieben.

Für Handball-Zweitligist TVB Wuppertal hat sich die zweiwöchige Spielpause verlängert. Am Donnerstag wurde das für Sonntag angesetzte Westdeutsche-Derby der Beyeröhder Handballgirls beim TuS Lintfort abgesagt. Der Grund ist wie so oft in dieser Zeit Corona. Nachdem über den Tag hinweg bekannt geworden war, dass bei Lintfort wohl mehrere Spielerinnen Kontakt zu positiv diagnostizierten Menschen gehabt haben könnten, gab es dann auch beim TVB einen Verdachtsfall. Dementsprechend wurde das Abschlusstraining der Langerfelderinnen abgesagt. Am heutigen Freitagmorgen soll die betreffende Spielerin getestet werden.

Mit Lintforts Verantwortlichen wurde schnell Einigung erzielt, das Spiel abzusagen. Dass die Chancen der Wuppertaler Handballgirls nicht so schlecht standen, auch beim TuS etwas Zählbares zu holen, wurde schnell zur Nebensache. Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein hat mit ihrem Team zwar nach einem ähnlichen Umbruch im Sommer wie bei den Wuppertalerinnen schon sieben Punkte gesammelt, aber die schweren Spiele gegen die Spitzenteams stehen dem Team vom Niederrhein noch bevor.  „Die Voraussetzungen sind bei uns mit jungen Spielerinnen um die Jahrgänge 99, 2000 sowie mit drei, vier Erfahrenen identisch, wie denen bei Beyeröhde“, sagt Grenz-Klein. Das Tabellenbild sei eher dem Spielplan geschuldet, befindet die dienstälteste Trainerin der Liga. Nun wird das Tabellenbild noch weiter verzerrt. „Natürlich sind wir auf der einen Seite froh, unserem Sport im Gegensatz zu vielen Spielklassen weiter nachgehen und trainieren zu können. Aber auf der anderen Seite haben wir – wie die meisten Clubs in der 2. Liga – kaum ein anderes Umfeld als in der 3. Liga“, sagt TVB-Trainer Dominik Schlechter, und  kritisiert damit die Regelung, dass die Zweitligisten zu den Profis gezählt werden. „Das bringt uns doch überhaupt nichts“, sagt TVB-Chef Norbert Koch. Im Gegensatz zu den Profis, kann Koch seine Spielerinnen nicht in Kurzarbeit beschäftigen. „Wir haben nur Minijobber-Verträge“, berichtet Koch, der somit von keinerlei Unterstützungstöpfen profitieren kann.

Dadurch, dass alle Mannschaftsmitglieder ihren Berufen nachgehen müssen, ist die Gefahr der Corona-Ansteckung natürlich demensprechend groß. Immer wieder muss Schlechter Trainingsabsagen hinnehmen, weil es im privaten Umfeld oder im Kollegium der Spielerinnen Verdachtsmomente gibt. Der aktuelle Vorfall zeige einmal mehr, vor welchen Herausforderungen die Mannschaft, der Trainer und die Verantwortlichen des TVB  stehen.