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TVB Wuppertal wird Heimspielfluch in der 2. Bundesliga nicht los

Handball : TVB wird Heimspielfluch nicht los

Handballerinnen verlieren gegen Waiblingen nach schwacher Leistung deutlich mit 20:32.

Nach der 20:32 (11:14)-Niederlage gegen den VfL Waiblingen erhielten die Handballerinnen des Zweitbundesligisten TVB Wuppertal, das, was im Sport oft noch mehr weh tut als verlorene Punkte: Mitleid. Fast jeder der 220 in der Halle Buschenburg verbliebenen Zuschauer versuchte nachher, die Wuppertaler Handballgirls zu trösten. Dabei dürfte allen Beteiligten klar sein, dass die Gäste nicht um zwölf Treffer stärker waren, sondern die Wuppertalerinnen sich wieder einmal sehr schwach präsentiert hatten.

Wie dünn das Nervenkostüm ist, zeigt sich daran, dass sich die Gastgeberinnen von den ersten Fehlentscheidungen der beiden Schiedsrichterinnen Jennifer Eckert und Maria Ludwig verunsichern ließen. „In der Pause haben wir gesagt, dass wir uns nicht mit ihnen beschäftigen wollen und sollen“, sagte Annefleur Bruggeman nach dem Abpfiff. Sie gestand aber auch, dass man nach so einer Pleite die Schuld nur bei sich suchen dürfe.

Die Leverkusenerin mit Zweitspielrecht für den TVB rieb sich mit ihren Nebenleuten unter den Augen ihrer Bundesligatrainerin Renate Wolf an der 3:2:1-Deckung der Gegnerinnen auf. Und defensiv? War man an den Rückraumspielerinnen mal dran, ließ die TVB-Deckung den Außen freies Geleit. Die Folge: 13 Gegentreffer von außen, davon zehn durch Tanja Padutsch.

Nur in kurzen Phasen konnte die Mannschaft von TVB-Trainerin Dagmara Kowalska dem motiviert und engagiert wirkenden Tabellen-Siebten entgegentreten. Beispielsweise, als sich die Handballgirls vom 1:6-Rückstand (9.) bis auf 6:8 (21.) herankämpften. Oder in den ersten Minuten der zweiten Hälfte.

Kowalska hat zu viele Baustellen, die sie in diesem Spiel nicht schließen konnte. So bekam Torhüterin Dana Centini im ersten Durchgang kaum einen Ball zu fassen. Vertreterin Natascha Krückemeier verhinderte am Ende wenigstens, dass die Niederlage noch höher ausfiel.

Auch der Blick auf die Bank ließ erkennen, dass hier offensichtlich - samt der Verantwortlichen – keiner an sich und an die Mitspielerinnen auf der „Platte“ glaubte. Kowalska schien sich dort mehr zu bewegen als ihr gesamtes Team. Das erinnerte an den Kampf des Don Quichotte gegen die Windmühlen.

„Die Spielerinnen müssen nicht für Kowalska spielen. Sie sollen für sich, ihre Familienmitglieder und diese tollen Fans spielen“, antwortete Kowalska nach dem Spiel auf die unvermeidliche Frage nach der eigenen Lage in der prekären Tabellen-Situation.

TVB-Chef Norbert Koch, der auch über eine Stunde nach dem Abpfiff nichts sagen wollte, war die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben. Zumal die Aufgabe am kommenden Samstag bei Tabellenführer Halle für den Tabellen-Zwölften nicht einfacher wird. Weder für Kowalska, noch für ihr Team, das sich schnellstens wieder zusammenfinden muss. „Das ist nicht deine Schuld. Das ist der Fluch der Heimspiele in dieser Saison“, sprach ein vorbeigehender Fan der Trainerin Trost zu. Mitleid, das sich kein Sportler wünscht.

(e.ö.)