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TVB Wuppertal schlägt Kirchhof und sorgt sich um Michelle Stefes

Damen-Handball : Teuer erkaufter Sieg für den TVB

Mit dem 26:25 (14:12)-Sieg gegen die SG Kirchhof holte die Mannschaft des TVB Wuppertal seit über einem Jahr erstmals zwei Bundesliga-Siege hintereinander. Mit dem Erfolg über den direkten Abstiegskonkurrenten aus Hessen haben sich die Handballgirls wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt eingefahren.

Doch mit der Verletzung von Kapitänin Michelle Stefes sind die zwei Punkte teuer erkauft. Die Linksaußen knickte in der 50. Minute auf dem Fuß der Ex-Beyeröderin Hannah Kamp um und musste noch während des Spiels ins Krankenhaus gefahren werden.

Am gleichen Abend konnte die Oberbarmerin das Krankenhaus verlassen. „Es ist alles noch angeschwollen. An den Knochen scheint nichts dran zu sein, alles andere soll in den kommenden Tagen genauer untersucht werden. Ich befürchte, mit einem Einsatz nächsten Samstag in Bremen wird es sehr eng werden“, sagte die Kapitänin mit Galgenhumor. Auch ohne große medizinische Kenntnisse ist allen Beteiligten klar, dass Stefes ihrem Team womöglich vier bis sechs Wochen fehlen wird.

Allerdings könnte ausgerechnet die Verletzung des dienstältesten Handballgirls dem Team trotz des „versemmelten“ Strafwurfes der bis dahin nervenstarken Nika Matavs den letzten Ruck zum Sieg gegeben haben. Zu diesem Zeitpunkt stand es knapp 23:22 für den TVB. „Wir sagten uns, dass wir dieses Spiel jetzt allein für Michi schon gewinnen müssen“, berichtete Torhüterin Dana Centini. Mit einigen wenigen Aktionen hatte sie ihren Anteil daran. Auch die im zweiten Durchgang nicht immer gutaussehende Deckungsformation agierte plötzlich entschlossener.

Für die Sondermotivation sorgte Kirchhofs Trainer Martin Denk. Fast über die gesamte Spielzeit laut diskutierend überspannte der engagierte Coach in der Szene der Verletzung den Bogen. Die alleine schon dafür fällige gelbe Karte bekam der Melsunger drei Minuten später für eine andere Meckerei. Die Handballgirls bestraften den gegnerischen Coach, in dem sie auf jede taktische Maßnahme Antworten hatten. Nach Toren von Anna-Lena Bergmann, die mit einem Gewaltwurf traf, der besten Werferin des Spiels, Nika Matavs, und Ramona Ruthenbecks entscheidendem Treffer, wobei der Ball vom Pfosten gegen Kirchhofs Torhüterin Nela Zuzic und ins Tor ging, entlud sich der Jubel.

Gerade Ruthenbeck zeichnete sich als Führungsspielerin aus, führte verantwortungsvoll Regie und brachte Ruhe ins Spiel. „Ich bin wirklich stolz auf die Mädels. Es war beeindruckend, wie sie mit dem Stress umgegangen sind“, sagte Trainer Dominik Schlechter, der neben seinen Führungsspielerinnen die junge Garde, wie Zoe Stens, Insa Weisz und Leonie Schmitz lobte. Diese hatten neben Hanna Wagner, Ruthenbeck und Matavs in den letzten Minuten die Räume von Klara Schlegel und der erfahrenen Diana Sabljak, immerhin viertbeste Torschützin der Liga eng gemacht. „Ich bin mir nicht sicher, ob wir dieses Spiel vor einem halben Jahr gewonnen hätten“, sagte TVB-Abteilungsleiter Stefan Müller, der sich von der Entwicklung begeistert zeigte. Lediglich die Verletzung von Michelle Stefes trübte allerorts die Stimmung.
TVB: Centini, Grewe - Schmitz, Ruthenbeck (8/1), Wagner (3), Stefes (1), Matavs (9/3), Bratzke (1), Bergmann (3), Stens, Weisz (1), Krogh (n.e)