Handball-Bundesliga: Trainingslager erfordert vom BHC-Physio Einsatz fast rund um die Uhr

Handball-Bundesliga : Trainingslager erfordert vom BHC-Physio Einsatz fast rund um die Uhr

Auch beim Team ums Team hat sich der Handball-Erstligist verstärkt.

Er ist vielleicht derjenige, der in diesen Tagen beim Bergischen HC am härtesten arbeiten muss: Severin Feldmann. Er ist der neue Physiotherapeut des Erstligisten. „Klar, ein Trainingslager ist die Hauptbelastungszeit, aber auch eine schöne Herausforderung“, versucht der Neuzugang, die Tage im österreichischen Köflach locker anzugehen.

Für den Handball-Erstligsten bedeutet die Personalie Feldmann Neuland in der physiotherapeutischen Betreuung. So steht der 31-Jährige mit einer Festanstellung beim Verein während des gesamten Trainings- und Spielbetriebs exklusiv dem Profi-Kader zur Verfügung. Vorher stand Feldmann, der nach dem Abitur seinen Abschluss als Bachelor of Arts im Bereich Sport, Gesundheit und Prävention an der Deutschen Sporthochschule in Köln gemacht hat, bei Fußball-Clubs unter Vertrag – MSV Duisburg, Bayer 04 Leverkusen und zuletzt Zweitligist Dynamo Dresden waren seine Stationen. „Bei der Atmosphäre und Eigeninitiative habe ich schon Unterschiede festgestellt. Fußballer benötigen mal eher einen Tritt in den Hintern“, meint Severin Feldmann, die Vollzeitkraft des BHC in der Steiermark.

Trainingslager erfordert
Einsatz fast rund um die Uhr

Sein Vorgänger weiß um die Härte der Woche. „Um 7 Uhr geht es los, nach Mitternacht ist man der Letzte“, berichtet Carsten Walonka von einem Dasein als Einzelkämpfer. Nein, ein Zuckerschlecken sei das Trainingslager nicht – wenige Tage vor der Abfahrt haben sich bisheriger und neuer „Physio“ noch einmal intensiv ausgetauscht. Schließlich hatte Feldmann bei den Fußballern sein Behandlungsgebiet eher von der Hüfte an abwärts, jetzt kommen andere Körperregionen hinzu.

Vorgänger Walonka
erlebte Bewegendes

Dass Walonka nicht mehr dem direkten Team ums Team angehört, liegt an der hauptberuflichen Neuorientierung. „Vollzeit beim BHC war für mich nicht machbar“, sagt der 56-Jährige – 13 Jahre lang habe er den Job als eine Art Sponsoring betrieben. Und dabei bewegende Momente erlebt. „Der aufreibendste war die Verletzung von Viktor in Berlin“, erinnert sich Carsten Walonka an das Karriereende von Szilagyi. Riss des vorderen Kreuzbandes, des Innenbandes und Bruch des Schienbeinköpfchens im linken Kniegelenk lautete die niederschmetternde Diagnose. Aber auch in der vergangenen Saison musste der „Physio“ bittere Augenblicke verkraften – etwa beim Achillessehnenriss von Daniel Fontaine oder beim Kreuzbandriss von Maciej Majdzinski. „Dass es bei einem jungen Spieler bereits zum zweiten Mal passiert, ist im Leistungssport heftig. Man hat direkt im Kopf, wie lange es dauern wird, um zurückzukehren.“

Walonka hat die tägliche Arbeit mit den Jungs stets genossen. Zu Jiri Vitek hat er noch super Kontakt, mit Trainer HaDe Schmitz sei es eine schöne Zeit gewesen. Und natürlich ebenso mit Norbert Gregorz, der ihn zu Beginn der BHC-Zeit geholt hatte. Bis heute habe die Freundschaft gehalten. Carsten Walonka, der das Therapiezentrum am Helios-Klinikum in Wuppertal leitet, wird in Absprache mit Mannschaftsarzt Dr. Diederich von der Heyde weiterhin in der Halle zu finden sein, das Klinikum  offizielles Reha-Zentrum für die BHC-Profis bleiben. Vielleicht erfüllt sich ja auch der große Wunsch des Physiotherapeuten – seit sieben Monaten sucht er Verstärkung für seine Praxen in Wuppertal.

Ex-WSV-Athletiktrainer
Groeger-Nachfolger

Als Nachfolger von David Groeger, der Bundestrainer Athletik beim Deutschen Handball-Bund wurde, ist Oliver Schumacher (32) nun verstärkt im Geschäft. „Ich war vorher oft dabei, und es lief gut“, sagt der A-Lizenz-Athletik-Coach und Sportwissenschaftler. Somit gelte es, allenfalls an kleinsten Schrauben zu drehen. „Die Mannschaft ist schon gut drauf“, erklärt der Geschäftsleiter von Business-Partner Plus D Sports, dem Athletik-Studio im Dycker Feld. Selbst spielt er bei Solingen-Wald Fußball, und diese Sportart betreute Schumacher auch in der vergangenen Saison –  immer in der Jugend des Wuppertaler SV, zuletzt beim Senioren-Team in der Regionalliga. Der Handball biete mehr Vielfalt, denn ein Linksaußen bedürfe einer anderen „Zuwendung“ als ein Kreisläufer. David Groeger indes ist in seinem neuen Job zufrieden: „Ich bin von allen toll aufgenommen worden.“ Auch in anderer Funktion denkt der 38-Jährige an seinen BHC – und wünscht vor allem ein verletzungsfreies Trainingslager.

(jg)
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