Trainerentlassung beim LTV sorgt für Unruhe

Handball : Trainerentlassung beim LTV sorgt für Unruhe

Zu der Trennung gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Das Team zeigt sich unbeeindruckt.

Es scheinen die Wochen der Rücktritte im Wuppertaler Sport zu sein. Für den Paukenschlag der Woche sorgten die zahlreichen Rücktritte in den Verwaltungsgremien von Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV. Die Unruhe, die dadurch im Verein entstand, erlebten Freunde des Lokalsports in den vergangenen Wochen auch beim Handball-Oberligisten LTV Wuppertal. Dort verkündete nach der Winterpause im Januar zunächst Trainer Dennis Werkmeister seinen Abschied zum Saisonende, später folgte mit Andreas Güntner auch der Geschäftsführer der LTV Wuppertal Handball UG.

Zumindest für Außenstehende kommt das plötzliche Aus der beiden Verantwortlichen überraschend. Intern gibt es zum Zustandekommen der Trennungen unterschiedliche Sichtweisen. Während die LTV-Vertreter um Abteilungsleiter Achim Balzer und Marc Ross – die mit dem ehemaligen Geschäftsführer Kai-Benjamin Müller, dem Ex-Trainer Jens Buß und dem ehemaligen Leichlinger Coach und Manager Frank Lorenzet das Kompetenzteam bildeten – von einem Rücktritt Werkmeisters und Güntners sprechen, widersprechen die beiden Betroffenen dieser Version. „Ich bin ganz klar entlassen worden“, nennt Werkmeister seine Sicht der Dinge. Paradoxer Weise wurde der Trainer mit Manager Güntner von seinem größten Fürsprecher entlassen. Bei den aktuell vorhandenen Strukturen hätte kein anderer den Übungsleiter, der nach der Saison einen Vorstandsposten bei seinem Stammverein SG Langenfeld übernimmt, entlassen können.

Interimstrainer wollen sich
auf den Sport konzentrieren

„Albrecht Neitzel (Anm. der Redaktion: der designierte zukünftige Geschäftsführer der LTV UG) rief mich an und bat mich im Namen des neuen Sportlichen Leitungsgremiums Dennis zu entlassen. Da ich dem Verein nicht im Weg stehen wollte, habe ich dem Wunsch entsprochen“,sagt Güntner, der als Konsequenz daraus auch seinen sofortigen Rücktritt erklärte. „Vielleicht haben sich die Ereignisse etwas überschlagen“, gibt Marc Ross im Nachgang über die unglückliche Kommunikation zu. Allerdings will der ehemalige Klasse-Keeper mehr nach vorne schauen und die Zukunft des Clubs planen, als sich auf eine Schlammschlacht einzulassen. „Sowohl Dennis als auch Andreas haben viel für den Verein getan. Daher sind wir alle an einer vernünftigen Trennung interessiert“, berichtet Ross von einem guten Miteinander bei der Übergabe der notwendigen Unterlagen.

Die Mannschaft scheint sich von den seit Wochen herrschenden Unruhen kaum beeindrucken zu lassen. Unter den aktuellen Interimstrainern Malte Pauls und Alexander Breenkötter erkämpften sie sich gegen den aktuellen Spitzenreiter Unitas Haan ein 25:25-Remis. „Nach der Woche war das eine Klasse Leistung“, lobte Pauls sein Team. Zu den ersten Gratulanten von Pauls gehörten übrigens Güntner und Werkmeister. „Das fand ich eine nette Geste“, betont das LTV-Urgestein, das weiter auf den sportlichen Erfolg des Teams baut.