Titans erstmals an der Spitze

Titans erstmals an der Spitze

Nach dem mühsamen 3:2-Sieg über Lüneburg führen die Wuppertaler die Zweitliga-Tabelle an.

Wuppertal. „Überstunden“ mussten die A!B!C Titans Bergisch Land Sonntag in der Bayer-Halle leisten, ehe die Volleyballer erstmals in dieser Saison dort standen, wo sie auch am Ende der Saison erwartet werden: an der Tabellenspitze der der Zweiten Bundesliga. Mit 3:2 (25:22, 22:25, 26:28, 25:17, 15:10) fiel der Erfolg gegen den gestürzten Spitzenreiter SVG Lüneburg denkbar knapp aus.

Gegen ein locker aufspielendes Team aus Niedersachsen war es für die Titans lange Zeit ein zähes Ringen, ehe der Sieg in trockenen Tüchern war. Bezeichnet, dass sich Trainer Georg Grozer zur Leistung seiner Mannschaft in den ersten drei Sätzen nicht äußern wollte, sondern in seinem Statement gleich bei Durchgang vier einstieg. „In dem haben gezeigt, was wir drauf haben, vorher hat die Annahme zum Beispiel doch arg gewackelt“, sagte der Titans-Coach.

Zuvor war sein Profiteam gegen die Feierabendspieler aus Lüneburg (nur drei Trainingseinheiten pro Woche) doch einigen Leistungsschwankungen ausgesetzt. Den Unterschied machte insgesamt wieder einmal Peter Lyck aus, der auch den ersten Satz mit einem Schmetterball dichtmachte. Der Däne alleine konnte aber nicht verhindern, dass sich das Spaßkollektiv aus Lüneburg diebisch über einzelne Punkte und die nächsten beiden Sätze freute, die sie dem hohen Favoriten abluchsten. Lüneburgs Libero Per-Ole Schneider, ohnehin mit viel Spaß in den Backen bei der Sache, ließ es sich zwischendurch auch nicht nehmen, mal kurz ins Nutellabrötchen zu beißen. So viel Zeit musste sein.

Grozer war dagegen nach dem 1:2-Satzrückstand stinksauer auf sein Team, das neben einer schwachen Aufschlagquote auch immer wieder an der guten Blockabwehr der Gäste scheiterte. Dass das Pendel dann doch zugunsten der Titans ausschlug, zeichnete sich nach einer 16:9-Führung im vierten Satz ab. Und auch im zunächst engen Tiebreak setzten sich die Nervenstärke und Qualitäten der Titans durch. „Da waren sie uns in Block- und Abwehr überlegen. Trotzdem bin ich natürlich sehr zufrieden. Für uns war es das leichteste Spiel der Saison. Ich hätte nicht gedacht, dass wir hier so gut aufspielen. Die Titans spielen schließlich in einer anderen Welt“, sagte Gästetrainer Ronnie Karohs.

Erleichtert über den hart erarbeiteten Erfolg und die bis dato ungewohnte Tabellenposition, zeigte sich Titans-Libero Julian Stuhlmann. „Volleyball macht wieder viel mehr Spaß. Das Spiel hat aber auch gezeigt, dass es nicht von alleine geht — das wäre aber auch langweilig.“

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