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Tischtennis-Start mit Elan und kleinen Hindernissen

Tischtennis : Tischtennis-Start mit Elan und kleinen Hindernissen

Im Nachwuchsbereich könnte Corona allerdings deutliche Spuren hinterlassen.

Nach über sieben Monaten Tischtennis-Lockdown können seit Montag endlich wieder alle Tischtennisvereine ins Training einsteigen. Zwar gibt es weiterhin gewisse Auflagen für den Trainingsbetrieb - insgesamt ist aber eine große Erleichterung in der Tischtennis-Szene spürbar. Zum Trainingsauftakt beim TTV Ronsdorf fand sich trotz sommerlicher Temperaturen eine bunt gemischte Trainingsgruppe, vom Hobbyspieler bis zum NRW-Liga-Akteur, in der Turnhalle Ferdinand-Lassalle-Straße ein.

Aufgrund der aktuellen Inzidenzwerte in Wuppertal ist die Anzahl der Spieler in einer Trainingsgruppe noch auf zwölf Spieler und Spielerinnen begrenzt. Zudem muss jeder - wenn noch nicht durch Impfung oder Erkrankung immunisiert - einen Negativtest vorlegen. „Der ein oder andere wird heute noch aufgrund des Wetters oder des erforderlichen Negativtests ferngeblieben sein. Ich kenne auch Spieler, die wollen noch warten, bis sie ganz durchgeimpft sind“, kommentiert Volker Holt die erste Trainingsbeteiligung nach der Zwangspause bei seinem Verein TTV Ronsdorf.

ASV und TTC müssen aus
ihren Turnhallen weichen

Beim ASV Wuppertal und dem TTC Wuppertal hatte man hingegen lange Zeit Sorgen, ob man überhaupt noch vor dem Saisonstart im September ins Training wird einsteigen können. Die heimischen Turnhallen Birkenhöhe und Thorner Straße werden bis zum Ende der Sommerferien umfangreich saniert und können nicht genutzt werden. Infolge dessen werden dann auch die in der Coronazeit deutlich gewordenen Lüftungsprobleme behoben. „Zum Glück hat die Stadt Wuppertal uns nun eine Ausweichhalle angeboten, die wir uns mit dem ASV Wuppertal teilen werden“, berichtet TTC-Präsident Frank Granowski erleichtert. Eine Herausforderung ist für den TTC nun noch die Logistik, da alle Tischtennisplatten in die Ausweichhalle (es soll sich laut Sportamt um die kleine Halle der neuen Halle Nevigeser Straße handeln) transportiert werden müssen. Ausgerechnet jetzt werden vor der Turnhalle Birkenhöhe umfangreiche Straßenarbeiten durchgeführt. „Auch dieses Problem werden wir noch irgendwie lösen“, blickt Granowski ein wenig skeptisch auf die nächsten Tage.

Mit Sorge wird weiterhin die Entwicklung im Nachwuchsbereich gesehen. Der Auftakt im Jugendbereich des SSV Germania Wuppertal - einem Verein mit einer traditionell starken Jugendarbeit - war ernüchternd. „Zum Trainingsstart fehlten beim SSV etwa die Hälfte der Jugendlichen. Von einigen habe ich vorher bereits Nachrichten erhalten, dass sie mit dem Tischtennis ganz aufhören werden. Da waren ein paar richtig gute und talentierte Jugendliche dabei, die vor Corona bei keinem Training gefehlt haben und richtig motiviert waren“, bedauert Jugendtrainer Christian Mauersberger diese Entwicklung. An der erforderlichen Auflage eines negativen Testergebnisses vor Hallenzutritt kann es letztlich nicht liegen. Alle Schüler werden regelmäßig in den Schulen getestet und können diesen Nachweis auch für den Sportverein nutzen.

Es ist eher davon auszugehen, dass viele Jugendlichen in der langen Coronapause die Struktur und den Antrieb verloren haben. Die Aufgabe der Vereine wird es nun sein, den Jugendlichen wieder attraktive Angebote zu machen, ihnen den Spaß am Vereinsleben und am Tischtennis zu vermitteln, um sie wieder an die Platte zu bekommen. Bleibt zu hoffen, dass die aktuelle Zurückhaltung nur daran liegt, dass das schöne Wetter, Bolzplatz und Badesee derzeit verlockender sind, als warme Tischtennishallen.