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Startrekord mit 10:4-Punkten für den BHC in 1. Liga

Handball-Bundesliga : BHC zittert sich zum nächsten Sieg

Die Bergischen Löwen siegen im Duell der Aufsteiger gegen Bietigheim mit 26:23 (12:11).

Als Milan Kotrc 40 Sekunden vor Schluss hochstieg, hielten 2020 Fans in der Klingenhalle den Atem an. Es war der erste Wurf des Tschechens überhaupt, weil zuvor Jeffrey Boomhouwer gespielt hatte, zuletzt aber glücklos geblieben war. Der 30-Jährige Kotrc behielt die Nerven. Er überwand Jürgen Müller im Tor der SG Bietigheim zum 25:23 und sorgte für die Entscheidung in einem dramatischen Duell, in dem sich die Gastgeber mit 26:23 durchsetzten.

Dabei hatte es nach zehn Minuten nach einer Formsache für die Löwen ausgesehen: 5:0 führten die Hausherren und boten gerade in der Abwehr eine Glanzleistung. Gleich die ersten drei Bietigheimer Abschlüsse landeten im Block. Das Tempospiel funktionierte mit Jeffrey Boomhouwer und Arnor Gunnarsson, die die Gegenstöße konsequent verwandelten.

Doch die Gäste berappelten sich, auch weil der BHC nun einige klare Chancen liegen ließ. „Wir haben uns vor der Pause auch einige technische Fehler geleistet“, kritisierte Trainer Sebastian Hinze. . Die Bietigheimer mussten bis zur elften Minute auf ihren ersten Treffer durch Patrick Rentschler warten, legten dann aber direkt zwei weitere Tore nach und waren beim Rückstand von 3:5 wieder in Schlagweite. Dem BHC gelang es in der Folge nicht, sich erneut abzusetzen. Bietigheim unterband die Konter geschickt und hatte dabei gleichzeitig eine höhere Angriffseffizienz. Nach einem Pfostentreffer von Rafael Baena glich Robin Haller zum ersten Mal aus (11:11).

Nach der Pause begann das große Zittern auf den Rängen

Maciej Majdzinski scheiterte nach Wiederanpfiff. Kurz darauf besorgte Rentschler mit dem 13:12 die erste Gäste-Führung. Sebastian Hinze reagierte. Der BHC-Coach stellte auf eine 5:1-Deckung um und brachte Bastian Rutschmann für Christopher Rudeck ins Tor, der in der ersten Halbzeit sehr ordentlich gehalten hatte. Außerdem kam Bogdan Criciotoiu im rechten Rückraum für den glücklosen Maciej Majdzinski. Auch wenn Boomhouwer und Baena völlig frei vergaben, holten die Hausherren den Zwei-Tore-Rückstand auf.

Criciotoiu drosch die Kugel mit Gewalt in die Maschen, aber vor allem Linus Arnesson war es, der in der ganz kritischen Phase Verantwortung übernahm. Der Schwede spielte auf der Spitze der 5:1-Abwehr und nahm sich mit aller Konsequenz die Abschlüsse zum 20:18-Vorsprung. Auf einen grünen Zweig kamen die Gastgeber dennoch nicht. Criciotoiu traf den Pfosten, Boomhouwer scheiterte beim Konter. Die Löwen gerieten mächtig ins Schwimmen.

Beim 20:20 zehn Minuten vor Schluss hatten die Bietigheimer alle Chancen. Spätestens als Boomhouwer erneut eine hundertprozentige Chance vergab, mussten die 2020 Zuschauer die erste Heimniederlage der Saison befürchten. Criciotoiu traf mit ganz viel Dusel zum 23:22, und Tomas Babak baute nach tollem Zweikampf den Vorsprung auf zwei Tore aus. Die Entscheidung jedoch ließ auf sich warten, weil Christian Schäfer noch mal verkürzte. Dann kam Kotrc – und erlöste alle.