Springermeeting: Nette Leute und gutes Geld

Springermeeting: Nette Leute und gutes Geld

Zufriedene Gesichter gab es nach der Jubiläumsausgabe in Heckinghausen. Der Ukrainer Andrej Sokolowskij gewann zum dritten Mal in Folge den Hochsprung-Wettbewerb.

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p class="text"><strong>Wuppertal. Eine Weltjahresbestleistung zum Jubiläum: Mit diesem Glanzlicht hatten die Organisatoren des 20. Wuppertaler Springermeetings in der Heckinghauser Halle nicht unbedingt gerechnet. Zumal es der 2006 formschwache Ukrainer Andrej Sokolowskij setzte, der damit zum dritten Mal in Folge den Hochsprung-Wettbewerb der gewann. Mit einem blitzsauberen Sprung segelte er über 2,35 Meter, gab dann nach zwei Versuche über 2,37 Meter mit einer leichten Knöchelverletzung auf. 600 Zuschauer tobten und der Meeting-Direktor zog anschließend zufrieden Bilanz: "Darüber bin ich wirklich happy", meinte Wolfgang Killing und unterstrich, dass er ein ganz alter Hase in seinem Geschäft ist. "Sokolowskij war für mich die unbekannte Größe. 2006 war er komplett schlecht. Deswegen konnte ich ihn auch in der Gage drücken. Aber man hat gesehen, dass er heiß war. Wir brauchen solche Athleten, die attackieren und keinen Fetz machen", so Killing. Sokolowskij schaute beim Bankett in den Katakomben der Heckinghauser Halle ebenfalls zufrieden drein. "Ich mag die deutschen Meetings. Nette Leute, gute Atmosphäre - und gutes Geld", meinte der Ukrainer und lachte verschmitzt. Wie immer gibt es in Heckinghausen für die Athleten die Gage direkt "cäsch in de täsch", für Sokolowskij noch eine Prämie für die Weltjahresbestleistung.

Onnen springt über 2,30 Meter: Ein Traum geht in Erfüllung

Als eine Genugtuung bezeichnete Killing den zweiten Platz von Eike Onnen, der mit 2,30 Meter eine neue persönliche Bestleistung sprang. Schließlich hatte der ehemalige Hochsprung-Bundestrainer (Brigitte Kurschilgen trainiert jetzt auch die Männer) Onnen mit regelmäßigen Trainingseinheiten in Hannover auf die Sprünge geholfen. "Die 2,30 Meter sind ein Traum. Ich bin in Wuppertal immer gerne gesprungen. Wenn nicht hier, wo sonst hätte ich diese Höhe springen sollen", kommentierte der 24-Jährige seine neue Bestleistung. Trainiert wird er übrigens von seiner Mutter.

Auch mit den beiden anderen Wettbewerben war Killing zufrieden. Im Hochsprung der Juniorinnen setzte die kleine Belgierin Hannelore Desmet (17) mit 1,84 Meter Akzente. Mit 1,78 Meter (Platz drei) blieb Linda Zuber vom BTV laut Killing im Rahmen der Erwartungen. "Die Leistung ist realistisch für sie."

Spannender verlief der Wettbewerb im Stabhochsprung der Damen, dem bei der Höhe von 4,15 Meter schon die Luft auszugehen schien, ehe sich die beiden Polinnen Roza Kasprzak (Siegerin) und Kristina Gadschiew über 4,45 Meter puschten.

Aufputschmittel brauchte Killing in 20 Jahren Meeting-Organisation nicht. "Unvergessen wird mir bleiben, als Sotomayor 1994 im ersten Versuch 2,40 Meter sprang und den Weltrekord von 2,45 Meter drauf hatte." Er sprang ihn nicht. "Seine kubanischen Betreuer verhandelten über eine Sonderprämie. Zuerst haben wir 5000 Dollar verstanden. Da haben wir in Gedanken schon alles zusammengekratzt, was wir noch locker machen konnten", erinnert sich Peter Keller, verantwortlich für die Finanzen (aktueller Etat 33 000 Euro). "Im dritten Nachfragen waren es dann 50 000 Dollar. Da mussten wir passen", so Keller.

Hochsprung 1. Andrej Sokolowskij 2,35 m; 2. Eike Onnen 2,30 m; 3. Kabelo Kgosiemang 2,25 m; 4. Wiliam Woodcock 2,10 m; 4. Sebastian Kneifel 2,10 m; 6. Jan Peter Larsen 2,10 m; 7. Roman Fricke 2,05 m

juniorinnen 1. Hannelore Desmet 1,84 m; 2. Annett Engel 1,81 m; 3. Linda Zuber 1,78 m; 4. Marije Langen 1,78 m; 5. Mareike Blum 1,78 m

Stabhochsprung 1. Roza Kasprzak 4,45 m; 2. Joanna Piwowarska 4,45 m; 3. Julia Hütter 4,35 m; 4. Martina Strutz 4,35 m; 5. Maria Rendin 4,15 m; 6. Kristina Gadschiew 4,00 m; 7. Sabine Schulte 4,00 m.

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