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Sportliche Firma aus Wuppertal: Nina Wittes Holzweg mit Hindernissen

Unternehmen : Wittes Holzweg mit Hindernis

Die Wuppertalerin lieferte auch in diesem Jahr wieder nachhaltige Medaillen aus Holz für den Köln-Marathon. Auch andere Veranstalter hatten schon Aufträge platziert – dann kam Corona.

Auch in diesem Jahr war beim großen Köln-Marathon wieder ein gutes Stück Wuppertal dabei, selbst wenn der am vergangenen Wochenende etwas anders ablief als sonst – wie so viele Läufe nämlich virtuell. Zu den Beigaben, die die Läufer erhielten, die die Strecken diesmal individuell und an einem beliebigen Ort zu meistern hatten, gehörte neben einem Livetracking, Kölscher Musik und Moderation aufs Handy am Ende nämlich auch wieder die Holzmedaille, die die Wuppertaler Kommunikationsdesignerin Nina Witte fertigt.

„Die Veranstalter haben Wort gehalten, an mich zu denken“, sagt Unternehmerin Witte, für die das Jahr 2020 – wie für viele nicht nur in der Sportbranche – so ganz anders verlaufen ist, als sie sich das vorher erhofft hatte. Der Corona-Lockdown und die trotz Lockerungen weiter deutlichen spürbaren Auswirkungen schlugen voll ins Kontor. „Im Frühjahr hatte ich noch gedacht, in diesem Jahr geht es steil bergauf“, sagt die 39-Jährige. Der Auftrag beim Köln-Marathon im Vorjahr und für drei weitere Jahre hatte für sie den Durchbruch bedeutet. Nachhaltigkeit haben sich inzwischen viele Laufveranstalter auf ihre Fahnen geschrieben, und da passen die Plaketten aus vorgepressten Holzplatten, auf die Witte per Laser Motive wie die Laufstrecke, Stadtsilhouetten oder auch das Konterfei des jeweiligen Läufers per Fotogravur aufbringt, voll ins Konzept.

„Im März stand meine Planung und die Auftragsbücher waren voll“, berichtet Witte, die sich schon 2011 mit Merchandising und Accessoires für den Laufsport selbstständig gemacht hat. Schuhplaketten, Schlüsselanhänger, Armbänder mit Plaketten, jeweils individuell gestaltet. Mit ihren Accessoires hat sie einen Markt gefunden – doch den echten Durchbruch versprechen die Holzmedaillen.

 So sehen die Medaillen des virtuellen Köln Marathons aus.
So sehen die Medaillen des virtuellen Köln Marathons aus. Foto: Witte

Auch das Logo für den Köln-Marathon hat Witte entworfen

Corona warf die sich so gut anlassende Jahresplanung über den Haufen. „Da ist Disziplin und Ausdauer gefragt, genau wie beim Laufen“, sagt sie und hofft ihr „Ein-Frau-Unternehmen“ über Wasser halten zu können. Sofort- und Übergangshilfen hat sie erhalten. Doch wie bei so vielen reicht das nur für eine gewisse Zeit. Und so ist sie froh, wenn der eine oder andere Auftrag, wenn auch in reduzierter Form, dann doch bei ihr blieb. 2000 Medaillen waren es jetzt für den virtuellen Kölner Marathon, an dem in Live-Zeiten sonst mehr als 20 000 Läufer teilnehmen. Im Mai hatte sie für einen Firmenlaufwoche produziert, die natürlich ebenfalls etwas anders ablief als geplant. Das Konzept funktionierte und so habe es sogar Überlegungen gegeben, das auch in Wuppertal zu machen, wo der Schwebebahnlauf (in diesem Jahr ebenfalls virtuell) allerdings Platzhirsch ist. Für den Firmenlauf in Essen/Mülheim waren ursprünglich mal 15 000 Holzmedaillen eingeplant gewesen, in der virtuellen Form wurden es schließlich 4300 – immerhin. 400 Pokale aus Holz für Bikefestivals, ein paar Bestellungen einer kleinen Gruppe beim Luxemburg-Marathon – zu tun hatte sie, wenn auch viel weniger als erhofft. Sie nutzte die Zeit, um neue Ideen zu entwickeln, hat etwa auch das neue Logo vom Köln-Marathon gemacht.

Auf den Zoolauf in Wuppertal, wo Nina Witte Mitveranstalterin ist, hat man in diesem Jahr aber lieber verzichtet. Bei den Auflagen hätte das keinen Sinn ergeben, sagt sie und hofft, dass sich die Situation im kommenden Jahr wieder entspannt und viele Läufe in der gewohnten Form stattfinden können.

Die Entscheidung, sich selbstständig zu machen, hatte Nina Witte übrigens 2010 gefällt, nachdem sie selbst als Läuferin am Köln-Marathon teilgenommen hatte. „Ich habe mir gesagt, wenn ich einen Marathon schaffe, schaffe ich das auch.“ Bei beidem ist schließlich Durchhaltevermögen gefragt – erst recht in solchen Zeiten.