„Sportler reden nicht, sie leben die Integration“

„Sportler reden nicht, sie leben die Integration“

Neujahrsempfang des ASV mit neuen Personen und zum Teil neuen Themen.

Anfangs nervös aber mit viel Charme und bravourös meisterte Michael Lutz, der neue Vorsitzende des ASV Wuppertal, seine Rede beim traditionellen Neujahrsempfang. Nach 16 Jahren Harald Nowoczin gab Lutz seine Premiere als Gastgeber des sportpolitisch geschätzten Empfangs, der stets auch einen Ausblick auf das kommende Jahr gibt. Im gut gefüllten ASV-Vereinsheim konnte Lutz neben dem neuen Oberbürgermeister Andreas Mucke viele weitere Spitzenvertreter der Stadt und der Wuppertaler Sportszene begrüßen. Auch der Vorsitzende der Stadtsparkasse Wuppertal, Gunter Wölfges, war der Einladung des Großvereins zum Gelben Sprung gefolgt.

Mit Solo-Tanz-Weltmeisterin Louisa-Sophie Brebeck, ihrer Trainerin Bettina Klaus-Brebeck, der jungen Schwimmerin Stine Sorg und der Bewegungsgruppe Ü55 ehrte Lutz, der vom Oberbürgermeister nur „Milo“ genannt wird, die erfolgreichen und vorbildlichen Sportler unter dem Dach des ASV.

Auch für Andreas Mucke war es der erste Auftritt beim ASV-Neujahrsempfang. „Gerade in Zeiten zunehmender Ellenbogengesellschaft hat der Sport eine Vorbildfunktion“, würdigte er die Leistung der Klubs, „die den Kindern auch das Verlieren beibringen und Spaß vermitteln“. Der von Lutz als „erster Sportler der Stadt“ bezeichnete Mucke gab auch Privates zu seinen sportlichen Talenten preis. „Beim Fußball hatte ich mehr Spaß als Erfolg“. Das Stadtoberhaupt sagte den Vereinen zu, dass die Nutzung der städtischen Anlagen auch in Zukunft kostenlos bleibe.

Wichtiges Thema des 34. Empfangs war die Flüchtlingssituation. Jürgen Lemmer, Leiter des Ressorts Zuwanderung, erinnerte daran, dass in Wuppertal neben 3078 Flüchtlingen noch rund 5000 Zuwanderer aus europäischen Ländern und Drittstaaten leben, über die selten diskutiert werde. „Wir Sportler reden nicht über Integration und Inklusion, wir leben es einfach vor“, erklärte der Geschäftsführer des Stadtsportbunds, Volkmar Schwarz, die 400 Vereine der Stadt als die „Sozialtankstelle“ der Gesellschaft bezeichnete.

Besonders die Erfahrungen von Vohwinkeler STV und Kooperationsgemeinschaft von SSV Germania und SV Neuenhof wurden als Beispiele hervorgehoben. Aber auch für die oft „wegen des angeblichen Amtsschimmels“ in der Kritik stehenden Stadtmitarbeiter gab es von allen anwesenden Vereinen Lob, weil alle Versprechungen bezüglich Hallenfreigaben und Umsiedlungen der Flüchtlinge eingehalten wurden. Lutz freute sich am Ende über eine erfolgreiche Premiere. Daraus habe er auch für seinen eige- nen Verein ei- niges mitneh- men kön- nen.