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Sportler der Woche: Kevin Stöver hat das Stürmer-Gen

Sportler der Woche: Kevin Stöver hat das Stürmer-Gen

Zehn Treffer hat Kevin Stöver in einem Kreisliga-B-Spiel erzielt. Der 26-Jährige aus einer Fußballfamilie will nach zwei Kreuzbandrissen nur „ein bisschen spielen“.

Wuppertal. Das Stürmer-Gen scheint bei Kevin Stöver in der Familie zu liegen. Zehn Tore in einer Partie, wie er sie am vergangenen Sonntag für die Reserve des SSV Germania im Kreisliga-B-Spiel gegen den Langenberger SV II erzielte, sind aber weder Papa Mike noch dem bis in die Bundesliga vorgestoßenen Onkel Uwe Stöver (Leverkusen, Bochum) gelungen. So war Kevin in der vergangenen Woche sogar die Aufmerksamkeit von Fußballfachblättern gewiss.

Sportler der Woche: Kevin Stöver hat das Stürmer-Gen

„Eines hat bei meinem Onkel angerufen und ihn befragt. Er fand den Anlass cool“, berichtet Kevin Stöver. Zu Onkel Uwe, der aktuell Sportdirektor beim Zweitligisten FSV Frankfurt ist, pflegt er ein sehr gutes Verhältnis. Trotz dieser Kontakte und des Talents, kann er sich allerdings eine große Fußball-Karriere nicht mehr vorstellen.

„Mit 26 Jahren ist da der Zug abgefahren, ich möchte einfach mit Freunden spielen und Spaß haben“, sagt Kevin Stöver. Nach zwei Kreuzbandrissen, die er sich 2009 kurz hintereinander beim damaligen Landesligsten TuS Neviges zugezogen hatte, riet ihm der Arzt, mit dem Fußball kürzer zu treten. „Sonst hätte es vielleicht auch für mehr gereicht“, sinniert Stöver. In der A-Jugend hatte er zur erfolgreichen Mannschaft des TSV Ronsdorf gehört, die sich damals unter anderem mit Jens Perne und Tim Schättler in der Niederrheinliga behauptet hatte.

Er sagt das ohne Wehmut, denn die Gesundheit ist ihm wichtiger. Den Ehrgeiz hat sich der gelernte Industriekaufmann, der bei einem Logistikdienstleister arbeitet, auch in der Kreisliga B bewahrt. „Ich hatte Nachholbedarf, nachdem ich schon drei Spiele wegen Urlaubs verpasst habe, da kam Langenberg gerade recht“, berichtet er über seinen Torhunger, den er am vergangenen Sonntag ausgiebig stillen durfte. Zumal ihn Trainer Markus Westerholz diesmal als Mittelstürmer einsetzte.

„Kevin kann auch im Mittelfeld spielen, da brauchte ich ihn zuvor mehr“, sagt Westerholz selbst. Dass er mit Stöver einen guten Fang machen würde, war dem Trainer bereits klar, als ihn dessen Freund Dennis Schulte vor der Saison zum Probetraining mitgebracht hatte. Westerholz: „Ich bin dann gleich zu Kevin nach Hause gefahren und habe ihn sozusagen verpflichtet.“

Stöver, der zuvor bei der Reserve des CSC gespielt hatte, sich aber dort nicht mehr wohl fühlte, sagte gleich zu. „Klar schmeichelt das, wenn man gefragt ist.“ Interesse ist ihm inzwischen auch schon von andereren Clubs zugetragen worden, doch er winkt ab. „Mir macht es so Spaß, wie es ist, wir haben hier eine tolle Truppe, die auch viel gemeinsam unternimmt.“

Die Torjägerkrone reizt ihn allerdings dennoch. „Wenn Oliver Czempiel von Beyenburg am Sonntag nicht auch drei Tore gemacht hätte, läge ich mit insgesamt zwölf Treffern schon jetzt vorn“, sagt er und hat nachgerechnet. Morgen gegen die Breiten Burschen Barmen möchte er nachlegen. Dann soll er wieder Stürmer spielen . . .