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Spielt der BHC bis Ende des Jahres vor leeren Rängen?

Handball-Bundesliga : Spielt BHC vor leeren Rängen?

Droht dem Bergischen HC ein Saisonstart vor leeren Rängen? Eine am Donnerstag von Bund und Ländern vereinbarte Regelung sieht vor, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich sind, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden dürfen.

Zu diesen Veranstaltungen gehören etwa Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern und größere Konzerte.

Von der Regelung könnte Handball-Bundesligist Bergischer HC direkt betroffen sein. Das erste Heimspiel des BHC in der kommenden Saison ist für Anfang Oktober (6./7.) gegen den HC Erlangen geplant. Ob dann zumindest ein Teil der Ränge besetzt werden kann, muss in den kommenden Tagen geklärt werden. Noch steht nicht fest, ob das erste Heimspiel in Wuppertal, Solingen oder Düsseldorf ausgetragen werden soll. Für den Düsseldorfer ISS Dome, der 11 000 Zuschauer fasst, hat der BHC zum Beispiel ein Hygienekonzept für 2000 beziehungsweise 6000 Zuschauer erarbeitet.

Um die neue Lage zu sondieren, haben die Geschäftsführer der Vereine und die Handball-Liga für die kommende Woche eine ergebnisoffene Gesprächsrunde vereinbart. Dann könnte der Vorschlag der beiden einflussreichen Vereine THW Kiel und SG Flensburg wieder auf den Tisch kommen. Die hatten angeregt, die Saison erst am 1. Januar zu beginnen. Für zusätzlichen Gesprächsstoff wird folgende Meldung sorgen: Alle 380 Saisonspiele werden live auf Sky übertragen. Bei einem Start im Oktober würden die Vereine zwar auf existenziell wichtige Zuschauereinnahmen verzichten müssen, aber zumindest würden sie von den Fernsehgeldern profitieren.

Jörg Föste, Geschäftsführer des Bergischen HC, hatte den Beschlussvorschlag der Bundesregierung am Donnerstagmorgen gegenüber unserer Zeitung kritisiert. „Es wird in dem Vorschlag mit keinem Wort erwähnt, was unter Großveranstaltungen zu verstehen ist.“

Föste bemängelt
Ausnahmeregelungen

Außerdem bemängelte Föste, dass es Ausnahmeregelungen für Vereine geben sollte, die in Regionen beheimatet sind, in denen aktuell weniger Corona-Infektionen vorliegen. Eine Ausnahmeregelung über den sogenannten Inzidenzwert herzuleiten, verstoße gegen die Gleichbehandlung, so Föste. Unter dem Inzidenzwert ist die Zahl der Neuinfektionen in einer Stadt oder einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen berechnet auf 100 000 Einwohner zu verstehen. „Da der Inzidenzwert in Relation zur Zahl der vorgenommenen Tests in einer Region stehen würde, ist dieser Ansatz nach meiner Meinung unausgereift“, sagte Föste. Übersetzt auf die Handball-Bundesliga wäre am ersten Spieltag eine Partie des Bergischen HC mit Zuschauern in Magdeburg möglich, während dies an den Spielorten des Bergischen HC in Wuppertal, Solingen oder Düsseldorf am zweiten Spieltag nicht gestattet wäre. Während der SC Magdeburg auf den Heimvorteil mit Unterstützung der Zuschauer bauen könnte, würde der BHC in seinem ersten Heimspiel nicht diesen Vorteil haben. Dass eine solche Regelung zu einem Flickenteppich führen würde, wurde in der Gesprächsrunde von Kanzlerin und Ministerpräsidenten erkannt. Zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern wird daher eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis Ende Oktober allgemeingültige Regelungen ausarbeiten soll.