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So wird das neue Schwimm-Leistungszentrum auf Küllenhahn

So wird das neue Schwimm-Leistungszentrum auf Küllenhahn

Die Stadt nutzt den Einbau des neuen Beckens dazu, das Bad auf den Stand der Technik zu bringen.

Wuppertal. Auch wenn hier seit vier Wochen der Bohrhammer wummert und das gut ein Meter große Steinsägeblatt rotiert, sieht es erstaunlich aufgeräumt aus im Schwimmleistungszentrum auf Küllenhahn. „Nächste Woche wollen wir mit den Abbrucharbeiten fertig sein. Bisher liegen wir voll im Zeitplan“, sagt Andreas Haack vom Gebäudemanagement der Stadt.

Immer wieder wird der Leiter des Großprojekts Heinz-Hoffmann-Bad auch von seinen Kollegen gefragt, was sich denn vor Ort tue. Eine Baumaßnahme von 3,8 Millionen Euro ist schließlich kein Pappenstil. Auf so viel summieren sich inzwischen die Kosten, nachdem zunächst für den bloßen Einbau eines wartungsarmen Edelstahlbeckens 2,7 Millionen veranschlagt worden waren.

„In der Gesprächen mit der Badleitung und dem Schwimmverband haben wir uns aber entschieden, noch ein paar andere Dinge zu optimieren“, sagt Haack, während nebenan der Bohrer einen 20 Zentimeter tiefen Betonkern aus dem Beckenrand fräst - dort wo einst die Startblöcke standen, die jetzt nebenan im Lehrschwimmbecken zwischengelagert sind. Nur auf dieser Stirnwand muss die Ablaufrinne noch herausgesägt werden.

An vielen Stellen war der Beton schadhaft geworden, so dass es auch im Keller zu Feuchtigkeitsschäden gekommen war. Dort ist die Technik untergebracht, die bei dieser Gelegenheit auch teilweise erneuert wird. Die neue Anlage zur Wasserdesinfektion, die künftig mit Kalziumhypochlorid statt mit Chlorelektrolyse arbeitet, ist nötig, weil das alte Verfahren den Edelstahl zu sehr angreifen würde. „Ansonsten hätten wir einen hochwertigeren Edelstahl wählen müssen, und das wäre dreimal teurer geworden als die neue Anlage“, erläutert Thilo Drein vom Gebäudemanagement, der den Bereich Technik betreut. Ein größerer Wärmetauscher, weil das Becken künftig schneller befüllt werden kann, teilweise neue Lüftungsschächte, dort wo die mehr als 20 Jahre alten korrodiert sind, und natürlich eine Überholung der Gesamtanlage — das alles steht auf der Liste. „Es wäre fahrlässig, wenn wir die Zeit dafür jetzt nicht nutzen würden“, sagt Drein.

Zeit ist schließlich genug da, denn noch bis Anfang April soll das Bad für die Sanierung geschlossen bleiben. Als nächstes kommen die Metallbauer, die die Ausschreibung für das Becken gewonnen haben. Ein renommiertes Unternehmen vom Bodensee. „Die haben das schon in vielen Bädern gemacht sagt“, Andreas Haack. Gestern war der erste Vor-Ort-Termin. Da sollte dann auch ausgemessen werden, ob die Firma mit dem, was von den Beckenwänden zusätzlich abgeschnitten worden war, um hinterher auch wieder die Wettkampfmaße zu garantieren, hinkommt. Es darf ja nicht wie beim Wanne-in-Wanne Prinzip sein, wo die neue immer etwas kleiner ist als die alte. Nach oben ist genug Platz, denn der Beckenrand wird rundherum um 15 Zentimeter erhöht, um eine frühere Stufe zwischen dem äußeren und inneren Umgang vor den Duschen aufzufüllen. Die war mal als Abtrennung gedacht, hatte sich aber im Betrieb als unpraktisch erwiesen.

Weitere Änderungen, die aus den früheren Erfahrungen folgen: Der obere Umlauf erhält eine pflegeleichtere Beplankung, das Becken eine LED-Unterwasserbeleuchtung. Die gelben Sprecherhäuschen, die nie genutzt wurden, kommen ganz weg. Die neue Anzeigetafel kommt auf die hintere Stirnseite. „Deren Technik soll außerdem kompatibel mit unserer neuen Zeitmessanlage und der in der Schwimmoper sein“, so Simone Osygus, Vorsitzende des Schwimmverbands Wuppertal. „Unsere Athleten freuen sich schon riesig auf das neue Bad, auch wenn das Edelstahlbecken erst gewöhnungsbedürftig sein wird“, ergänzt sie

Die Fliesenfugen, an denen sich Wettkampfschwimmer orientieren konnten, fallen schließlich weg. Aber natürlich sollen 50- und 25-Meter Bahnen durch aufgemalte Streifen wie üblich markiert werden. Das Becken, das in bis zu vier mal drei Meter großen vorgefertigten Einzelteilen angeliefert und dann verschweißt wird, soll möglichst Ende des Jahres eingebaut sein, hofft Andreas Haack. Noch für Oktober rechnet er mit dem Beginn der Edelstahlarbeiten. Erst danach kann schließlich der Beckenrand angepasst und neu gefliest werden. Daran zu zweifeln, dass alles bis April fertig ist, dazu gebe es keinen Anlass, wenn auch die weiteren Ausschreibungen planmäßig über die Bühne gehen.