So bleiben Wuppertaler auch im Alter beweglich

Fitness : So bleibt man auch im Alter beweglich

Stadtsportbund und MTV Wuppertal gaben am Seniorensporttag viele Anregungen.

„Fit durch den Winter“ hieß das Motto des Aktionstages, zu dem der Stadtsportbund mit der Elberfelder Turngemeinde in die Sporthalle am Hesselnberg eingeladen hatte. Hierbei wandte man sich an die immer größer werdende Zielgruppe der Senioren, für die der Stadtsportbund und nahezu alle Vereine inzwischen Extra-Sportprogramme anbieten. Angesichts der Tatsache, dass die Menschen immer älter werden und viel tun (sollten), um fit zu bleiben, werden von einfallsreichen Übungsleitern auch immer neue Möglichkeiten entwickelt. Etliche Beispiele gab es in der ETG-Halle, wo in den Gymnastikräumen zwischen 10 und 16 Uhr eine große Vielfalt auf die Generation 60 plus wartete.

Allerdings ließ der Publikumserfolg ein wenig zu wünschen übrig: „Ich hätte mit mehr Andrang gerechnet“, sagte Petra Ludenberg vom Stadtsportbund. Offenbar hatten die Verantwortlichen mit dem guten Wetter und vor allem mit der Konkurrenz des „Black Friday“ zu kämpfen, bei dem es in der City bekanntlich 20 Prozent Rabatt auf Dinge gab, die man zum großen Teil wohl sonst gar nicht kaufen würde. Am Aktionstag am Hesselnberg waren die Angebote stattdessen gratis, und „obendrauf“ gab es noch eine entspannende Shiatsu-Massage unter anderem durch Stefan Vogt, der genau herausfand, wo Verspannungen und Verknotungen an den Rücken der Besucher Probleme verursachten.

Das Programm, das die erfahrenen Übungsleiterinnen vorstellten, war so gewählt, dass auch Ungeübte in normaler Straßenkleidung sich ohne Verletzungsgefahr daran versuchen konnten. Etwa beim morgendlichen Qi Gong, einer sanften asiatischen Methode, die Muskulatur zu stärken und die Gelenke geschmeidig zu halten. „Das möchte die ETG auch in ihrem Programm für die ältere Generation etablieren“, verriet Petra Ludenberg und sprach damit sicher auch den anderen Sportvereinen aus der Seele.

„Fit in den Tag“ mit einem Mini-Elastiband schloss sich an und schien bei einigen Teilnehmern die Lust an zukünftig vermehrter Bewegung zu wecken. Die „Feldenkrais-Methode“ dient dazu, alltägliche Bewegungen selbst bei Schmerzen effektiv und schonend auszuführen. „Dadurch sollen Menschen auch im höheren Alter noch in der Lage sein, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu wohnen, so Ludenberg.

Bei den Übungen kommt
auch das Gehirn auf Touren

Körperliche Beweglichkeit sollte möglichst mit geistiger Fitness Hand in Hand gehen. Hilfsmittel dabei sind die kleinen Säckchen von Cross-Boccia, die mit beiden Händen wechselseitig in die Höhe geworfen und aufgefangen werden mussten. Daraus ergaben sich dank der Fantasie der Übungsleiterinnen wie Eva Müller-Schröder oder Hannelore Schmitz unterschiedliche Varianten und Koordinationsübungen, die neben der Geschicklichkeit auch dem Gehirn einiges abverlangten.

Spielerisch-harmonisch waren die Bewegungsabläufe beim Chi Ball, die unter der Regie von Eva Müller-Schröder auch kleine Tanzschritte enthielten, die Körper und Geist gleichermaßen in Schwung hielten. Dass mit relativ geringen Mitteln viel in Bezug auf die körperliche Fitness erreicht werden kann, stellte Christiane Nolte mit ihren „Gymsticks“ – gummiummantelte Stangen an deren beiden Enden Elasticbänder mit Fußschlaufen baumeln – unter Beweis. Kraftübungen ohne Hanteln absolvierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und hatten sichtlich Spaß dabei und strapazierten ihre Muskulatur, ohne die Anstrengungen zu bemerken.

„Ich habe vor einiger Zeit eine Operation überstanden und suche noch nach Möglichkeiten, wieder zu Kräften zu kommen“, erklärte ein anwesender Senior, der die Mitmachübungen bis dahin von außen verfolgte. „Ich glaube, dass für mich etwas dabei war.“

Genau das war der Zweck des Aktionstages des Stadtsportbundes und der ETG, die einige Farbtupfer auf der breit gefächerten Palette von Angeboten aufzeigten, mit denen man viel dafür tun kann, auch jenseits der 60, 70 oder 75 Jahre den Beschwernissen des Alters mit viel Spaß und ein wenig Mühe zu trotzen.

Das Kursprogramm, das der Stadtsportbund 2020 anbietet, ist zu finden unter

stadtsportbund-wuppertal.de

sportangebote-wuppertal.de

Mehr von Westdeutsche Zeitung