Skaterhalle Wicked Woods ist nach 20 Jahren so angesagt wie nie

Skating : Skaterhalle Wicked Woods ist nach 20 Jahren so angesagt wie nie

Sozialprojekt in Oberbamen ist eine sportliche Topadresse.

Hätte es noch eines Beweises bedurft, wie beliebt die Skaterhalle Wicked Woods ist, wurde er am Wochenende erneut erbracht. Rund 80 Kinder und Jugendliche beteiligten sich am Samstag am Nachwuchs-Scooter-Contest zur Feier des 20. Geburtstags der Halle. Die war 1999 aus einer Initiative von Wuppertaler Skateboardern in der stillgelegten Fabrikhalle in Oberbarmen eingerichtet worden und damals eine der ersten in Deutschland. Am Sonntag dann mussten Hallenchef Dirk Blaeser und sein Team die Halle sogar kurzzeitig wegen Überfüllung schließen. Mit Erik Fedko hatte sich ein Star der internationalen BMX-Biker Szene mal wieder zum „Üben“ angesagt, und diese Nachricht verbreitete sich über die sozialen Netzwerke in Windeseile, sodass zeitweise 100 Biker in der Halle waren, um mit ihrem Idol zu fahren.

 „Wenn so ein Mann hierher kommt, hast du alles richtig gemacht“, sagte Blaeser, der mit seinem Team auch am Samstag für die Arbeit des von der Wichernhaus Wuppertal gemeinnützige GmbH getragenen Projektes viel Lob erhielt. „Diesen Erfolg haben wir auch dem Gründergeist und Engagement unserer Förderer zu verdanken“, unterstrich Wichernhaus-Geschäftsführerin Regine Widmayer-Wagner und meinte die Zusammenarbeit mit Stadt und Jobcenter, aber auch die Unterstützung von Sponsoren. Durch eine Spende der Sparkasse konnte kürzlich ein neuer BMX-Parcours gebaut werden.

Das Jobcenter ermöglichte von Beginn an, dass die Skatehalle langzeitarbeitslosen Menschen Beschäftigung und Qualifizierung bieten konnte – vor 20 Jahren eine Pioniertat. 20 der 25 Mitarbeiter von Wicked Woods, das in den vergangenen Jahren durch Trassencafé und die Trassenwerkstatt erweitert wurde, werden über das Jobcenter bezahlt, um sie so für eine Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt fit zu machen.

Oberbürgermeister Andreas Mucke, Sozialdezernent Stefan Kühn und Jobcenter-Chef Thomas Lenz, die zu den geladenen Gästen gehörten, hörten es gern. Beweis für das Funktionieren der Projekts ist auch die Tatsache, dass 2018 mit 15 000 Kindern und Jugendlichen ein neuer Besucherrekord aufgestellt wurde. Die Skaterhalle ist bis auf Heiligabend und Silvester täglich geöffnet. An den Wochenenden finden selbst nachts durchgehend Vermietungen statt.

Als Jubiläumswettbewerb wurde ein Rollerwettbewerb für den Scooter-Nachwuchs von U 10 bis U14 gewählt. Der jüngste Teilnehmer war fünf Jahre alt. „Die Kleinen trauen sich oft nicht aufs Parkett, wenn die jugendlichen Profis ihre Tricks zeigen“, begründete Dirk Blaeser, warum man sich bewusst dafür entschieden habe. Spätestens am 25. Januar zum New-Years-Jam der BMX-Fahrer wird es wieder international 2019 hatte sogar das komplette deutsche BMX Olympia-Team für Tokio 2020 teilgenommen.

(gh)