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Schwimmen: Seepferdchen & Co. werden anspruchsvoller

Schwimmen : Seepferdchen & Co. werden anspruchsvoller

Wuppertaler Ausbilder befürworten neue Prüfungsordnung. Sicheres Schwimmen im Fokus.

Heiß begehrt ist auch bei Schwimmanfängern aus Wuppertal das Seepferdchen als erster Leistungsnachweis. Mehr als 300 Mal wurde es beispielsweise im vergangenen Jahr vom Schwimmverband Wuppertal bei seinen Oster- und Herbstferienkursen im Rahmen des Landesprogramms „NRW lernt schwimmen“ vergeben. Es ist das erste Etappenziel beim Schwimmunterricht in den Grundschulen. Stolz wird es häufig von den jungen „Absolventen“ getragen, das heißt aber noch lange nicht, dass ein Kind sicher schwimmen kann.

So findet auch Kristina Merx, Leiterin der Schwimmausbildung bei der DLRG Wuppertal, es sinnvoll, dass mit Jahresbeginn die alten Kriterien für die Schwimmausbildung verschärft worden sind - vom Seepferdchen als erstes Abzeichen bis zum Deutschen Schwimmpass in Gold, der das Jugendschwimmabzeichen ablöst und nun für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen gilt. „Auch wenn das vielleicht noch mehr Training erfordert, sehe ich es als Verbesserung“, so Merx. Im Fokus stehe das sichere Schwimmen, und davon könne man erst ab dem Schwimmpass in Bronze ausgehen. Das müssten auch die Eltern wissen und ihr Kind nicht unbeaufsichtigt ins Wasser gehen lassen. „Viele Kinder sagen, sie können schwimmen und gehen fast unter“, berichtet auch Petra Focke, die für den Schwimmverband Wuppertal die Ferienkurse und auch die Unterstützung der Schulen durch ausgebildete Übungsleiter im Rahmen der Schwimmoffensive koordiniert. Die wichtigste Änderung beim Seepferdchen erachtet sie als sinnvoll, auch wenn es im Prinzip auf frühere Prinzipien in der Schwimmausbildung zurückgreife: Bei den 25 Metern schwimmen, das dazugehört, muss nun erkennbar ins Wasser ausgeatmet werden, wenn sich ein Kind dabei für die Bauchlage entscheidet, die neben der Rückenlage möglich ist. So weisen die Kinder gleichzeitig nach, dass sie nicht gleich in Panik geraten, wenn ihnen mal Wasser in die Augen gerät. Jahre lang wurde für Schwimmanfänger die Rückenlage bevorzugt, weil Kinder darüber einen schnelleren Zugang haben, sei es weil sie gleichzeitig den Übungsleiter sehen oder eben nicht so schnell Wasser ins Auge bekommen. Focke: „Wir beginnen auch in Rückenlage mit Poolnudel als Hilfe, praktizieren aber dann auch das Schwimmen in Bauchlage.“

Der sichere Wechsel vom Schwimmen von der Bauch- in die Rückenlage (oder umgekehrt), ohne sich am Beckenrand festzuhalten, sowie beide Schwimmarten, sind künftig auch bei den Abzeichen in Bronze und Silber nachzuweisen. Beim Bronzeabzeichen muss man nun stets 15 Minuten Dauerschwimmen und dabei mindestens 200 Meter zurücklegen, und darf nicht aufhören, wenn man 200 Meter geschafft hat. Bei Silber sind 400 Meter in 20 Minuten, und nicht wie bisher in 25 Minuten, gefordert.

Die neue Prüfungsordnung löst die alte von 1977 ab. Angeregt hatte sie der Bundesverband der Schwimmausbildung, in dem sieben wichtige Schwimmorganisationen wie DSV, DLRG oder DRK zusammengeschlossen sind. gh