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Schach: BSW feiert nach spannendem Finale den Drittliga-Aufstieg

Schach: BSW feiert nach spannendem Finale den Drittliga-Aufstieg

Trotz Niederlage wird die erste Schachmannschaft der Bahner Meister.

Wuppertal. Schach gilt gemeinhin als nüchterner Denksport. Doch groß war der Jubel am Wochenende im Vereinslokal der BSW Wuppertal, denn im Aufstiegskampf in die NRW-Klasse — die dritthöchste Liga — setzten die Wuppertaler Schachspieler einen spannenden Schlusspunkt. Trotz der knappen 3,5:4,5-Niederlage gegen den Tabellen-Siebten SF Katernberg reichte es für die Bahner zum Aufstieg, weil zeitgleich der zweite Aufstiegsaspirant, SK Königsspringer Iserlohn, mit 3,5:4,5 beim SV Kamen verloren hatte. Für den Bahnschach-Club bedeutet der Drittliga-Aufstieg der ersten Mannschaft den bisher größten Erfolg in der 24-jährigen Vereinsgeschichte. Vor zwei Jahren war das Team erst in die NRW-Klasse aufgestiegen, am Sonntag musste es durch ein Wechselbad der Gefühle.

Ausgerechnet in diesem für beide Mannschaften wichtigen Spiel — Katernberg kämpfte noch gegen den Abstieg — mussten die Wuppertaler auf Kapitän René Tückmantel verzichten. Nach einem Remis am Spitzenbrett zwischen Vyacheslav Savchenko und Bernd Rosen musste im Altmeisterduell Michail Bogorad die Überlegenheit von Erich Krüger anerkennen und aufgeben.

Aleksij Savchenko stellte an Brett drei mit einem Sieg gegen Marcus Bee wieder den Gleichstand zum 1,5:1,5 her. Mit einem Doppelschlag an den Tischen vier und sechs zog Katernberg bedrohlich davon. Roman Bashylin hatte gegen Volker Gassmann verloren, Torsten Werbeck gegen Bernd Dahm. Benjamin Ries gegen Martin Villwock und Naufel El Mali gegen Jan Dette holten zwei volle Punkte, und es stand 3,5:3,5.

Bevor das letzten Duell die Entscheidung bringen musste, kam die erlösende Nachricht, dass der andere Aufstiegskandidaten, Königsspringer Iserlohn, gegen den SV Kamen verloren hatte. So stand der Aufstieg bereits fest.

Dennoch wurde die Partie zwischen dem 77-jährigen BSWer Boris Khanukov und Thomas Wessendorf am zweiten Brett zu einem Leckerbissen, zumal sie für Katernberg ja auch noch wichtig war. Nach siebeneinhalb Stunden und 134 Zügen stand mit Wessendorf der Sieger fest. Ungewöhnlich im Schach: Es gab Beifall für den Kampfgeist der beiden Akteure.

Katernberg hatte sich damit buchstäblich in letzter Minute den Klassenerhalt gesichert, und so konnten sich am Ende beide Mannschaften freuen.

In der Liste der Top-Scorer der Liga schafften es gleich vier Spieler des BSW unter die Top-Ten: Aleksij Savchenko, Benjamin Ries, René Tückmantel und Michail Bogorad. jam