RSC: Pokal-Schock in den letzten zwei Minuten

RSC: Pokal-Schock in den letzten zwei Minuten

Rollhockey: Starke Löwen unterliegen Herringen im Halbfinale nach drei Last-Minute-Toren mit 3:6. Auch Cats im Pech.

Nur wenige Minuten fehlten den Löwen des RSC Cronenberg am Maifeiertag zu einer Sensation im Deutschen Rollhockey-Pokal. Denn nach drei Vierteln der Spielzeit lag der RSC in der gut gefüllten Henckels-Halle im Pokal Halbfinale gegen Pokalverteidiger Herringen mit 3:1 in Führung. Spielertrainer Jordi Molet hatte in der Schlussminute der ersten Halbzeit per Penalty den Führungstreffer erzielt, und die Fans staunten, als Sebastian Rath zu Beginn der zweiten Halbzeit auf 2:0 erhöhte. Die Gäste aus Hamm schafften nach dem zehnten Teamfoul des RSC zwar den Anschlusstreffer, doch es dauerte nicht lange, da baute Lucas Seidler mit einer schönen Einzelleistung den Vorsprung des RSC auf 3:1 aus.

Auch der Anschlusstreffer zum 3:2 brachte die Wuppertaler nicht aus ihrem Spielrhythmus. Dies geschah dann aber vier Minuten vor Ende der Begegnung, als Nationalspieler Lukas Karschau der Ausgleich zum 3:3 gelang. Nun machte sich der Substanzverlust nach den beiden kraftraubenden Play-off-Spielen vom vergangenen Wochenende in Düsseldorf beim RSC bemerkbar. Ein Fußspiel im Strafraum nutzte Lucas Karschau mit dem fälligen Penalty in der vorletzten Spielminute zum 3:4 für Herringen. Der RSC riskierte nun alles, nahm seinen überragenden Torhüter Fynn Hilbertz vom Feld und agierte mit fünf Feldspielern. Dies besiegelte die Niederlage dann allerdings endgültig, denn der clevere Lucas Karschau schloss ein Solo mit einem Schuss ins leere Tore ab. Nun leistete sich der RSC noch das 15. Teamfoul, so dass Liam Hages mit einem Strafstoß für einen deutlichen 6:3-Sieg des Pokalverteidigers sorgte. Für die Cronenberger ist die Saison damit beendet, da man auch in der Meisterschaft nicht mehr dabei ist.

Tapfer verkauft haben sich auch die Damen des RSC-Cronenberg, das Team Dörper Cats, das im Pokal-Halbfinale bei der stark eingeschätzten IGR Remscheid antreten musste und erst nach Verlängerung mit 1:2 verlor. In der Liga war man noch in beiden Spielen deutlich unterlegen gewesen, doch diesmal traten die Cats ganz anders auf. Im Mittelpunkt standen von Beginn an die beiden Torhüterinnen Carolin Reinert (IGR) und Luca Spiecker (RSC), die immer wieder in höchster Nor retten mussten, weil hüben wie drüben die Angreiferinnen den Abwehrspielerinnen ein Schnippchen schlugen. Für die rund 200 Zuschauer hatte die Partie einen hohen Unterhaltungswert. Kurz nach dem Beginn der zweiten Hälfte fiel nach einem Getümmel vor dem RSC-Tor das 1:0 für die Gastgeberinnen. Doch die Cats schüttelten sich kurz und drängten dann auf den Ausgleich, der Jugendspielerin Lilli Dicke nach 43 Minuten dann auch gelang. In der Verlängerung wurde den Cronenbergerinnen die höhere Foulbelastung zum Verhängnis: Lea Steinmetz erzielte prompt per Strafstoß der Siegtreffer zum 2:1, den die Cats nicht mehr ausgleichen konnten.