Rollhockey: Behrendt schießt den RSC zum Titel

Rollhockey: Behrendt schießt den RSC zum Titel

Beim 4:3-Sieg im zweiten Finale gegen Iserlohn erzielte Jens Behrendt alle Treffer für die Cronenberger. Der RSC ist zum zwölften Mal Meister.

Wuppertal. 45 Minuten sind in der schmucken neuen Iserlohner Hemberg-Halle gespielt, es knistert vor Spannung. Soeben hat die heimische ERG gegen Titelverteidiger RSC Cronenberg einen 1:3-Rückstand ausgeglichen und ist drauf und dran, ein drittes Finalspiel zu erzwingen. Da erobert Cronenbergs Jens Behrendt an der Mittellinie den Ball und setzt zu einem unwiderstehlichen Solo an. Drei Iserlohner Gegenspieler umkurvt er wie Slalomstangen und schießt unter den staunenden Blicken seiner eigentlich besser postierten Mitspieler und dem Jubel der rund 400 mitgereisten RSC-Fans eiskalt zum 4:3 ein.

Nach dem 2:1-Hinspielerfolg in Cronenberg war damit am Samstag die zwölfte Deutsche Meisterschaft für den RSC Cronenberg perfekt. Und den Unterschied zwischen den beiden seit Jahren besten Rollhockey-Mannschaften in Deutschland hatte eben dieser Jens Behrendt ausgemacht. Denn nachdem er im ersten Spiel bereits das Golden Goal zum Sieg erzielt hatte, schoss der 31-jährige Key-Account-Manager einer französischen Glasfirma am Samstag gleich alle vier RSC-Treffer.

Behrendt, der Mann für die großen Spiele, denn während vor der Partie Iserlohns Torjäger Sebastian Glowka mit seinen 29 Treffern als bester Schütze der Bundesliga-Saison ausgezeichnet wurde, im Finale aber mehrfach frei stehend daneben zielte, hatte sich der Wuppertaler (17 Tore nach der Vorrunde) sein Pulver noch aufgehoben. „Es sind doch diese Spiele, die zählen. Was nutzt es, wenn du nach der Vorrunde vorne bist, wenn die Entscheidung erst in den Play-offs fällt“, sagte der Mann, der dafür bekannt ist, dass er sich besonders heiß machen kann.

Mit Sonderschichten auf dem Rad hatte sich Jens Behrendt für die Finals zusätzlich fit gemacht und war damit das Sinnbild für die Cronenberger Mannschaft, die wie im Vorjahr auf den Punkt genau vorbereitet war.

„In den Finalspielen hatten wir erstmals in dieser Saison alle Mann an Bord“, wies Erfolgstrainer Sven Steup auf die Schwierigkeiten der Nach-EM-Spielzeit hin, die nach dem überraschenden Pokal-Aus gegen Herringen mit dem Gewinn der Meisterschaft doch ein Happy-End hatte. Steup hob die geschlossene Mannschaftsleistung hervor und wie seine Schützlinge sich auch durch den frühen 0:1-Rückstand nicht aus dem Konzept bringen ließen.

Während Iserlohn zuvor weder einen Direkten noch das darauf folgende Überzahlspiel hatte nutzen können, erzielte Behrendt bei Überzahl RSC (Marco Bernadowitz hatte zuvor nach Foul von Sebastian Glowka den fälligen Direkten verschossen) das wichtige 1:1 und legte wenig später mit einem tollen Solo nach.

Iserlohns Interimstrainer — der Ur-Cronenberger Marc Berenbeck — machte seinem Team ein großes Kompliment dafür, dass es nach dem 1:3 noch einmal zurückkommen konnte. Doch einen Jens Behrendt hatten die Iserlohner an diesem Tag eben nicht . . .