Regionalliga-13. erwartet am Samstag Viktoria Köln

Fußball-Regionalliga : WSV hofft, dass der Knoten platzt

Vor dem Spiel gegen Spitzenreiter Köln will der Regionalligist die Tabelle ausblenden.

Viel Zeit, um die erneut unglückliche 1:2-Niederlage in Dortmund am Dienstag zu verdauen, haben Spieler und Trainerteam von Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV nicht. Am Samstag steht mit dem Heimspiel gegen Tabellenführer Viktoria Köln (14 Uhr, Stadion Zoo) der nächste Top-Gegner ins Haus. „Klar ist das ein dicker Brocken, aber wir wollen zeigen, dass auch wir ein dicker Brocken sind“, kündigt Trainer Adrian Alipour selbstbewusst an. Am Dienstagabend nach dem Spiel war er tief geknickt, konnte die Nacht nicht schlafen und ärgerte sich vor allem über die leichten Fehler, die beide Dortmunder Tore begünstigt und die insgesamt gute Leistung wertlos gemacht hatten.

„Am Mittwoch haben wir das Spiel genau analysiert, auch die Spieler müssen die Niederlage schließlich sacken lassen, aber ab heute geht es nur noch um Viktoria Köln“, versicherte Alipour am Donnerstag energiegeladen. Diese Energie und den unbedingten Willen will er auch seinen Spielern vermitteln, lobte bereits die tolle Mentalität und Laufbereitschaft, aber auch die spielerischen Ansätze, die die Mannschaft gegen Dortmund gezeigt habe. Wer spricht schon vom Tor von Renato Sanches in der Champions-League? Alipour kannte selbst das Ergebnis der Bayern gegen Lissabon noch nicht, beschäftigt sich nur mit dem WSV. „50-Meter-Ball Uphoff, Flanke Pagano, Kopfball-Torpedo Kramer - für mich war das bisher das Tor des Jahres 2018“, schwärmte der WSV-Trainer vom bildschönen 1:1 gegen Dortmund.

„Der Trainer arbeitet unheimlich akribisch und hat uns top auf die Gegner vorbereitet“, sagt Abwehrroutinier Dennis Malura und ergänzt: „Auch der Mannschaft kann man am Dienstag nichts vorwerfen. Wir müssen nur die leichten Fehler vermeiden und dann muss der Knoten platzen“, so Malura. „Ich bin sicher, dass wir dann auch eine Serie starten können“, sagt der 34-jährige, erfahrene Abwehrspieler. Den Blick auf die Tabelle, die Platz 13 und neun Punkte Rückstand auf Platz eins, aber nur drei auf den letzten Platz ausweist, verbiete er sich. „Alles, was negativ ist, können wir nicht gebrauchen.“ Die Stimmung in der Mannschaft sei im Übrigen weiter gut, wie auch Alipour bestätigt. Bei den Spielern wie auch beim Vorstand spüre er unbedingten Rückhalt.

Dabei hatte sich Sportvorstand Manuel Bölstler, der in Dortmund wegen eines „Termins“ (so Alipour) fehlte, vom Trainerwechsel sicher auch ein besseres Tabellenbild versprochen. Sollte es Samstag nicht zum Sieg reichen, müsste man schon das Fernglas auspacken, um die Spitze, um die man ja mitspielen wollte, im Visier zu behalten. „Mit solch negativen Szenarien beschäftige ich mich nicht. Für mich zählt immer nur das nächste Spiel“, versichert Alipour. Die Leistung am Dienstag bedinge nicht unbedingt personelle Wechsel, aber man müsse sehen, ob angesichts der vielen englischen Wochen - nächsten Mittwoch geht es schon wieder nach Wattenscheid - auf den laufintensiven Positionen nicht Handlungsbedarf bestehe. So schließt Alipour die ein oder andere Änderung gegen Köln nicht aus. Bis auf den Langzeitverletzten Daniel Hägler sind alle 23 Mann im Training. Ob Gino Windmüller nach seinem Bänderriss schon in Frage komme, sei noch offen. Er arbeite aber genau wie Peter Schmetz hart am Comeback.

Bei Köln fehlt zwar seit zwei Monaten Spielmacher Mike Wunderlich mit Fußbruch, dass dieses Starensemble den Ausfall offenbar kompensieren kann, zeigt aber das Tabellenbild.

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