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Die Sportlerin der Woche: Ramonas Ziel ist die erste Liga

Die Sportlerin der Woche : Ramonas Ziel ist die erste Liga

13 Tore warf Ramona Ruthenbeck zuletzt für den TV Beyeröhde, für den sie ein Zweitspielrecht besitzt. Sie will mehr.

Wuppertal. Auch wenn man ihr in Abwandlung ihres Vornamens den Spitznamen „Rambo“ verpasst hat, zeigt ihr Spiel gar nichts von der Brachialgewalt des Leinwandhelden. Sie bevorzugt eher die feine Klinge, Technik, Überlegung und Zielsicherheit: Ramona Ruthenbeck, die am Samstag beim 34:33 von Handball-Zweitligist TV Beyeröhde gegen Trier 13 Treffer erzielte. Die 21-Jährige, die bei Bayer Leverkusen eine Ausbildung zur Sport- und Fitness-Kauffrau absolviert, kann in ihren jungen Jahren schon auf eine bemerkenswerte Karriere zurückblicken, war bei der Junioren-WM in Moskau mit 40 Treffern und einer Spielzeit von mehr als sieben Stunden die am meisten eingesetzte Spielerin im DHB-Team.

Auf Linksaußen übrigens, während sie beim TV Beyeröhde am liebsten im Rückraum und da vorzugsweise in der Spielmacherinnen-Position agiert. Einer der Gründe, weshalb sie vom Erstligisten Bayer Leverkusen zum TVB gewechselt ist, denn in dieser Rolle sieht sie ihre Zukunft. „So um die 40 Erstliga-Spiele (das erste mit 17 Jahren d. Red.) habe ich schon gemacht“, sagt die 1,74 Meter große Leverkusenerin und macht die Unterschiede zwischen erster und zweiter Liga vor allem in der Athletik aus. „Da hat man erheblich härtere und kräftigere Gegenspielerinnen, und das Torewerfen fällt auch deshalb nicht so leicht, weil die Torhüterinnen meist internationales Format haben.“

Mit fünf Jahren hat Ruthenbeck mit dem Handball angefangen, zunächst beim Stadtteilclub TuS Rheindorf. In der C-Jugend zog es sie dann zum Deutschen Rekordmeister Bayer Leverkusen. „Da habe ich bei Spielen der Ersten natürlich die vielen Nationalspielerinnen aus allen Ländern vor Augen und mir gewünscht, auch mal soweit zu kommen“, erinnert sich Beyeröhdes Nummer sieben. Sie hat intensiv an sich gearbeitet und die Ratschläge der Trainerinnen und Trainer aufgenommen. Mit Erfolg, denn Kreis- und Mittelrheinauswahlspiele folgten und schließlich die Jugend- und Junioren-Nationalmannschaft, in der sie zu einer festen Größe wurde, ohne die Länderspiele genau zu zählen. Mit der A-Jugend von Bayer Leverkusen wurde sie zudem dreimal in Folge Deutscher Meister.

Die enge Verbindung zu Bayer ist erhalten geblieben, schließlich besitzt sie für den Erstligisten noch ein Zweitspielrecht und macht auch dort bei Beyeröhdes trainingsfreien Tagen unter der Regie von Trainerin Renate Wolf tatkräftig mit. „So trainiere ich praktisch täglich“, berichtet Ruthenbeck und fügt hinzu: „Da fällt es natürlich schwer, das mit Freizeitgestaltung und Freunden unter einen Hut zu bringen.“ Dennoch: Beim TVB fühlt sie sich rundum wohl, bestätigt, dass sie hier viel gelernt und sich weiter verbessert hat. Zusammen mit den Neuzugängen Lina Klinnert, der immer stärker werdenden Natalie Adeberg und Laura Sosnierz bildet sie eine immer gut gelaunte Fahrgemeinschaft, die auch stets weit vor dem Trainingsbeginn in der Buschenburg ankommt.

Doch trotz des Wohlfühleffekts im familiär geführten TV Beyeröhde hat sie ihr großes sportliches Ziel, Stammspielerin in der Bundesliga und A-Nationalspielerin zu werden, nicht aus den Augen verloren. „Da will ich in absehbarer Zeit hin“, sagt sie und meint angesichts ihrer 13 Treffer gegen Trier: „In der Jugend habe ich mal in einem Spiel 21 Tore geworfen.“