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Radsport: Hartes Pflaster für Sydlik

Radsport: Hartes Pflaster für Sydlik

Nachwuchsfahrer des RV Endspurt kommt als zweitbester Deutscher beim Frühjahrsklassiker Paris – Roubaix ins Ziel.

Wuppertal. Benjamin Sydlik vom Radsportverein Endspurt08 Wuppertal hat als Mitglied der deutschen Junioren-Nationalmannschaft beim Frühjahrsklassiker Paris - Roubaix eine starke Leistung abgeliefert. Eine Platzierung unter den ersten Zehn blieb ihm zwar verwehrt, aber bei der sechsten Auflage des Juniorenrennens über 122 Kilometer fuhr er als zweitbester Deutscher ins Ziel.

30 Kilometer (in 16 Passagen) ging es über das gefürchtete Kopfsteinpflaster. Das jüngste Mitglied der Wuppertaler Radsportfamilie kam auf Platz 26, Sieger wurde der Brite Andrew Fenn (3:12.33 Stunden). Die letzten 86 Kilometer des Rennens fanden auf der Original-Strecke der Profis statt, und tausende Zuschauer feuerten die Junioren genauso an wie später das Feld der Berufsfahrer.

Die beste Fahrlinie an den äußersten Rändern, wo die Straße an die Wiese grenzt, ist oft von fanatischen Radsportanhängern blockiert. So müssen die Sportler die ungeliebte Straßenmitte befahren, wo sie auf den groben Kopfsteinpflastersteinen mächtig durchgerüttelt werden.

Selbst einige Tage nach dem Rennen spürte Sydlik diese "Behandlung" noch immer am ganzen Körper. Trotz der Anstrengungen erlebte das Radsporttalent aus Wuppertal die Atmosphäre ganz bewusstmit. "Die Anfeuerungen für jeden Fahrer, der sich durch die "Hölle" kämpft, sind beeindruckend."

Bei dem Rennen erreichten von den 90 gestarteten Junioren (15 Nationalteams mit jeweils sechs Fahrern) nur die Hälfte das Ziel in Roubaix. Und dass es beim sechsten Saisonstart (bisher ein Sieg) für Benjamin Sydlik nicht für eine noch bessere Platzierung reichte, war Pech.

Denn bereits nach wenigen Kilometern wurde das Feld auseinander gerissen, als es auf einer schmalen Brücke zu Stürzen kam. Der Endspurtler blieb zwar auf dem Rad, wurde aber durch die zeitweise blockierte Straße an einer sofortigen Weiterfahrt gehindert.

Bundestrainer Patrick Moster war mit der Vorstellung seiner Schützlinge sehr zufrieden. "Es war ein absolut unvergessliches Erlebnis für unsere Fahrer vor diesen Zuschauermassen. Die Jungs können sich aber nach dieser Fahrt kaum noch bewegen."

Wobei sich die Ergebnisse allerdings sehen lassen konnten. Michael Hümbert (Fünfter, Saarland), Benjamin Sydlik und Bastian Bürgel (28., Bayern) waren die besten Fahrer im Team.

Das traditionsreiche Paris-Roubaix war der Auftakt zu insgesamt sechs Rennen des neuen "Nations-Cup", der den bisherigen Weltcup ablöst.

Die weiteren Stationen des Nation-Cups sind: Friedensfahrt der Junioren (7.-11. Mai), Trofeo Karlsberg (22.-25. Mai), GP Général Patton in Luxemburg (12.-13. Juli), Coupe des Nations" in Abitibi, Kanada (31. Juli-03. August), Giro Ciclistico della Lunigiana (4.-7. September) und die Istrien-Rundfahrt (19.-21. September).