1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Lokalsport

Prominenter Besuch in Vohwinkel: Ein Max Eberl kommt selten allein

Fußball : Prominenter Besuch: Ein Max Eberl kommt selten allein

Auf den Amateur-Fußballplätzen in Wuppertal war zum Saisonauftakt eine außergewöhnlich hohe Zuschauerzahl zu verzeichnen. Auch der Torhunger war vielerorts groß.

Die Lust auf Fußball war nach erzwungener sechsmonatiger Punktspielpause überall zu spüren. 200 Zuschauer pilgerten in der Kreisliga A zum Höfen, wo sie ein 1:1 von Grün-Weiß Wuppertal gegen den TSV Ronsdorf II zu sehen bekamen. Sogar 300 Zuschauer strömten in den Sonnborner Hafen und wurden Zeuge der Bezirksliga-Partie des Aufsteigers SC Sonnborn gegen den VFB Marathon Remscheid (3:2). Auch auf den weiteren Fußballplätzen im Tal war deutlich mehr los, als gewohnt. Corona hatte dem Amateurfußball im März den Stecker gezogen, nun ist er vorerst überall zurückgekehrt. Damit das auch längerfristig so bleibt, haben sämtliche Vereine Hygienekonzepte erstellt. Das Tragen von Masken, die sich während der Pandemie im Kampf gegen das Virus als effektiv erwiesen haben, gehört ebenso dazu wie das Desinfizieren der Hände an den jeweils bereitgestellten Automaten.

„Endlich geht es wieder los“, hieß es auch beim FSV Vohwinkel. Der FSV, der als Tabellenzweiter in die Landesliga aufgestiegen ist, zahlte gegen einen starken, aber keineswegs übermächtigen SC 1911 Kapellen-Erft Lehrgeld und unterlag 1:3. In der 90. Minute wurde bei den Gästen Max Eberl eingewechselt. Und der 20-Jährige hat nicht nur eine Namensgleichheit mit einem Bekannten aus der Bundesliga: auf die Frage, was den Manager der Gladbacher Borussen in die Lüntenbeck führe, erwiderte dieser: „Darauf gibt es eine simple Antwort. Ich möchte meinen Sohn spielen sehen“, so der sympathische Eberl, dessen Sohn den gleichen Vornamen trägt. Dass unser WZ-Reporter sich als Gladbach-Fan „outete“ und das seit über 50 Jahren, kommentierte Eberl charmant damit, dass er doch noch gar nicht so alt sei. Neben vier Treffern gabs in der Lüntenbeck auch reichlich Farbe: neben einigen Gelben Karten zückte der Unparteiische auch zweimal glatt Rot und einmal Gelb-Rot.

Für Aufsteiger SV Bayer Wuppertal endete der erste Bezirksliga-Spieltag mit einer vermeidbaren 2:4-Pleite bei Bergisch Born. Ex-ASV-Keeper Fabio Rizza, jetzt in Diensten der Heimelf, machte es dabei den Wuppertalern schwer. Bayers Ans Al Khalil, der einige Chancen besaß, kann das definitiv bestätigen. Andreas Seemann und Luca Hackmann erzielten die ersten Tore für den Aufsteiger. Gut aufgestellt und hoch motiviert zeigte sich der TSV Ronsdorf, der sein Heimspiel souverän mit 3:1 gewann und dort weitermachte, wo man vor der Corona bedingten Unterbrechung aufgehört hat. Unter den ersten Vier der Tabelle möchten die Zebras nach der Hinserie stehen, um dann „anzugreifen“.

Torflut am Freudenberg
und am Hardenberg

Einen echten Krimi erlebten die Zuschauer am Freudenberg bei der Bezirksliga-Partie zwischen dem SSV Germania und der U 23 der SSVg Velbert. Die Velberter lagen nach einer Stunde bereits mit 5:1 vorne, doch der SSV gab nicht auf und kam sechs Minuten vor dem Abpfiff zum Ausgleich. Als das Spiel komplett zu kippen drohte, foulte Germania-Torhüter Justin Herkenrath einen Stürmer der Gäste und die verwandelten den Elfmeter zum 6:5-Sieg. Alperen Sahin erzielte mit dem Siegtreffer sein viertes Tor des Tages. In der Kreisliga A siegte Union Wuppertal gegen den FC 1919 gar mit 8:6 (!).

Im Sommer machte Daniel Dittrich an der Lüntenbeck als Trainer des FSV Vohwinkel II Schluss. Kaum ist die Saison in der Kreisliga A wieder angepfiffen, ist der ehemalige Vollblutstürmer aber wieder im Einsatz - dieses Mal als Aushilfstürmer für seine alte Mannschaft, die mit personellen Probleme zu kämpfen hatte. „Wenn Not am Mann ist, ist der „Opa“ für die Mannschaft da“, frotzelte Dittrich. Er erzielte im Spiel gegen den SV Union Velbert II (2:2) als Joker den späten Ausgleichstreffer und sorgte für versöhnliche Mienen nach dem durchwachsenen Saisonauftakt der Füchse. Schlechter traf es Aufsteiger FK Jugoslavija, der beim FC Mettmann 08 mit 2:3 verlor. Trainer Jovo Nedic hatte, mit Augenzwinkern, eine schlüssige Erklärung für die Niederlage. „Im Vergleich zu unserem kleinen Ascheplatz auf dem Opphof war der Platz in Mettmann gefühlt doppelt so groß. Vielleicht hatten meine Jungs da nicht so viel Lust zu Laufen“, lachte Nedic. mkp/ryz/lars