Premierensieg für den Verein aus Nächstebreck

Fußball : Fortuna gewinnt den Fairplay-Pokal

Bei der 42. Verleihung durch die Barmenia sind die Barmer vorn, bei der Jugend siegt der TSV Gruiten.

Peter Schmitz strahlte, als ihm Andreas Eurich, der Vorstandsvorsitzende der Barmenia Versicherungen, am Dienstagabend den Fairplay-Pokal im Hauptwettbewerb überreichte. Für den Vorsitzenden der siegreichen Fortuna-Fußballer auch persönlich ein großartiger Erfolg in seinem letzten Jahr nach 18-jähriger Vorstandsarbeit. „2004 haben wir Bronze geholt, 2005 Silber und nun Gold. Das ist wunderbar“, freute Schmitz sich und verriet: „Wir haben die Fairplay-Wertung auf der Homepage der Barmenia und im Fußball-Report natürlich genau verfolgt, und ich habe den Jungs in den letzten Wochen immer wieder eingeschärft, dass im Spiel immer alles passieren kann. Aber Gelbe oder gar Rote Karten wegen Meckerns darf es nicht geben.“ Stattliche 96.33 von 100 möglichen Punkten hatte der Kreisligist erreicht und gewann damit klar vor dem Vorjahressieger Blau-Weiss Langenberg (92,33) und dem 1. FC Wülfrath (88,00).

Respekt und Toleranz gegenüber Schiedsrichter und Gegner

„Beim Fairplay-Pokal geht es nicht um sportliche Erfolge, Punkte oder Tore, sondern um faires Auftreten, Respekt und Toleranz gegenüber Gegner und Schiedsrichter“, erklärte Andreas Eurich zu Beginn der nun schon 42. Veranstaltung dieser Art, die nach dem Ausflug in die Leverkusener Bay-Arena wieder im Barmenia-Casino stattfand. Waren die 96,33 Punkte der Fortuna schon eine imponierende Leistung, so präsentierten sich die Aktiven des TSV Gruiten im Jugendwettbewerb geradezu als Musterknaben. Sie kamen bei ihrem ersten Sieg überhaupt auf 99,58 Punkte, wobei sich die Frage stellte, welche „Sünden“ die Gruitener denn bei dem Abzug von 0,42 Punkten begangen haben könnten. Vielleichtmal nicht freundlich genug gegrüßt? Die Gruitener, vertreten durch die stellvertretende Jugendleiterin Beate Römisch und Jugendkassenwart Thomas Fulde, wussten es auch nicht. „Könnte sein, dass wir mal ein Ergebnis nicht früh genug gemeldet haben“, vermutete Fulde, war sich aber mit den übrigen Gästen an den Tischen im Kasino einig, dass 100 Prozent kaum erreichbar seien.

Auf dem zweiten Platz der Jugendwertung landete Mettmann-Sport (94,17 Punkte). Dritte wurden die Breiten Burschen Barmen (93,94), die seit Jahren Stammgäste bei den Barmenia-Siegerehrungen sind. „In den letzten fünf Jahren standen die Breiten Burschen Barmen im Haupt- und im Jugendwettbewerb sieben Mal auf dem Treppchen“, hatte Barmenia-Pressereferent Ingo Eiberg aufgelistet.

Der Siegerehrung vorausgegangen war ein von Carsten Kulawik moderierter Talk mit dem Schirmherren des Fairplay-Pokals, Oberbürgermeister Andreas Mucke, mit Andreas Eurich, dem Fußballkreisvorsitzenden Stefan Langerfeld und dem jungen Schiedsrichter Maximilian Ceiler. Die Frage nach sportlichen Vorbildern beantworteten Eurich und Langerfeld mit Horst Hrubesch, Mucke mit „Meister“ Pröpper und Ceiler mit dem ehemaligen italienischen Schiedsrichter Pierluigi Collina.

Ceiler (FC Wülfrath), der Bezirksliga und in der B-Jugend Niederrheinliga pfeift, stand als Unparteiischer im Blickpunkt vieler Fragen, wobei er die nach seiner Motivation für den oft „leidvollen“ Job mit „Freude daran, mit Menschen umzugehen“ beantwortete. Körperliche Attacken musste der locker und souverän wirkende Wülfrather noch nicht ertragen. Alle Teilnehmer billigten auch dem Schiedsrichter Fehler zu, was zwangsläufig zum Thema „Videobeweis“ führte. Da fand Stefan Langerfeld es wenig sinnvoll, wenn die Zuschauer in den Bundesliga-Stadien zwei Minuten und mehr auf eine endgültige Entscheidung warten müssten.

Was Fouls angeht, waren sich alle einig, dass die Spiele auf den Plätzen von Kreis- bis Bundesliga fairer verliefen als man oft denke. Beispiele für vorbildliches Fairplay dokumentierten am Dienstag einmal mehr die Besucher im Barmenia-Casino.

Mehr von Westdeutsche Zeitung